Für den Ex-Kapitän hat in Dubai eine neue Karriere begonnen

Bei Baumann juckt‘s nicht mehr

Hinter dem Ohr juckt es dann doch noch ein bisschen, aber nicht in den Füßen, beteuert Frank Baumann.

Werder-Bremen - DUBAI · Der Wechsel von der einen auf die andere Seite ist – sagen wir mal – noch nicht in Gänze vollzogen. Klar beim Barbecue-Abend, zu dem Werder Bremen am Mittwoch Freunde, Sponsoren und Journalisten in einen Garten des Park Hyatt geladen hatte, sitzt er am Funktionärstisch.

Sieht aber noch aus wie ein Spieler. Trainingshose, Polohemd und Turnschuhe statt Jeans, Sakko und Stehkragen. Dabei wäre letztere Kombination mittlerweile standesgemäß für den ehemaligen Werder-Kapitän. Seit dem 1. Januar ist sein offizieller Rang der eines „Assistenten der Geschäftsführung“. Baumann lässt sich umschulen: Vom Fußballer zum Funktionär.

Trainingslager in Dubai

Impressionen vom Trainingslager

Mit 33 Jahren hat er im vergangenen Sommer seine aktive Karriere beendet. Mittlerweile ist er 34 Jahre alt und vom Leben als Profi schon ein gutes Stück abgerückt. Sagt er wenigstens. „Ich hatte schon Befürchtungen, wie es ist, die anderen spielen zu sehen“, meint er: „Doch zu arg gejuckt hat es nicht. Ich habe keine Bedürfnisse oder Sehnsüchte, auf den Platz rennen zu müssen.“

Auch in Dubai steht oder sitzt er während der Trainingseinheiten nur am Rand. Seine Konzentration gilt nicht mehr dem Ball, sondern dem Geschäft. Für die nächsten zweieinhalb Jahre, so wurde es vereinbart, wird Baumann seinem Chef Klaus Allofs über die Schulter gucken, um das Geschäft aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. So wird er bei den anstehenden Vertragsverhandlungen mit Aaron Hunt und Mesut Özil „wohl meistens dabei sein. Aber ohne Entscheidungsgewalt.“ Er sei halt der „Lehrling“, der lernen und Allofs ein wenig entlasten soll. Baumann schmunzelt: „Klaus hat schon gesagt, dass mir bestimmt nicht langweilig wird.“

Zwar sagt es niemand so deutlich, aber die Idee, die hinter diesem Modell steckt, ist klar: Baumann soll irgendwann als festes Mitglied in die Geschäftsführung aufrücken und den Rang eines Sportdirektors bekleiden. Doch bis dahin könnte es ein weiter Weg werden. Die Zeit als Assistent will der Bremer Double-Kapitän von 2004 nutzen, um „größtmögliche Einblicke“ zu gewinnen. Danach sei eine Trainer-Tätigkeit denkbar. „Ich bin eben der Meinung“, erklärt Frank Baumann, „dass es von Vorteil ist, als Manager auch als Trainer gearbeitet zu haben.“ Wie Klaus Allofs. Der hatte, bevor er ins Werder-Management wechselte, Fortuna Düsseldorf gecoacht. Mit bescheidenem Erfolg allerdings.

Baumann hat die B-Lizenz, die A-Lizenz ist als nächstes dran. Außerdem ist da noch ein Fernstudium zum Sportfachwirt, das abgeschlossen werden soll. Aber erstmal will er sich in den Alltag einfinden. Nach der Rückkehr aus Dubai bezieht der Ex-Nationalspieler in der Werder-Geschäftsstelle das ehemalige Büro des früheren Vorsitzenden Jürgen L. Born – mitsamt des Chefsessels. „Aber Probe gesessen“, behauptet Baumann, „habe ich noch nicht.“

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