Infusionstherapie gegen Knochenödem im Knie / Reha statt Weihnachtspause

Bargfrede – täglich fünf Stunden lang am Tropf

Vom Ergänzungsspieler zur Stammkraft: Mittelfeldmann Philipp Bargfrede hat bei Werder eine Entwicklung genommen, von der er selbst „völlig überrascht“ ist.

Bremen - Von Arne Flügge · Der Laptop ist in den vergangenen fünf Tagen der ständige Begleiter von Philipp Bargfrede gewesen. Werder Bremens Mittelfeldspieler musste sich reichlich die Zeit vertreiben. Jeden Tag ging’s nach Bremen ins Krankenhaus, fünf Stunden lang lag er dann am Tropf.

„Ich habe eine Infusionstherapie machen müssen“, sagt der 20-Jährige. In seinem verletzten linken Knie hatte sich ein Knochenödem gebildet, „und die Infusionen wirken entzündungshemmend“.

Die letzten vier Pflichtspiele der Hinrunde hatte Bargfrede wegen der Knieverletzung verpasst. „Sehr schade“, wie er findet, „gerade gegen Schalke und den HSV wäre ich gern dabei gewesen“. Doch das Knie machte nicht mit. „Eine Folge der hohen Belastung in dieser Saison“, glaubt Bargfrede die Ursache für die Schmerzen gefunden zu haben: „Ich hoffe, dass ich bald wieder probieren kann zu laufen.“

Mit Knieproblemen hatte Bargfrede schon häufiger zu kämpfen. Und daher wird er jetzt auch nichts überstürzen. „Ich gehe aber davon aus, dass ich im Januar mit ins Trainingslager nach Dubai fliege“, gibt sich der Bremer Youngster zuversichtlich, „gleich nach Weihnachten geht’s mit der Reha weiter.“ Die Schmerzen, so Bargfrede, seien in den vergangenen Tagen auch weniger geworden. Das stimmt ihn hoffnungsfroh, seinen Zeitplan nun einhalten zu können.

Schließlich soll das Fußball-Märchen, dass für ihn im Sommer begonnen hatte, nach der Winterpause seine Fortsetzung finden. Als Ergänzungsspieler war er im Juli mit ins Trainingslager nach Norderney gefahren, mittlerweile hat sich Bargfrede zur Stammkraft im Mittelfeld gemausert. Und das bei einer namhaften Konkurrenz wie Tim Borowski oder Daniel Jensen. „Ich hätte damals nie gedacht, dass es gleich so weit kommt. Das ist irre“, sagt Bargfrede: „Ich wollte mich gut verkaufen, hatte gehofft, reinzurutschen und vielleicht ein paar Einsätze zu bekommen. Dass es so gelaufen ist, war unvorstellbar.“

Beim Saisonauftakt gegen Frankfurt wurde er eingewechselt und feierte sein Bundesligadebüt – am vierten Spieltag in Berlin stand Bargfrede dann erstmals in der Startelf und gab seinen Platz nicht mehr her. In 21 von 28 Bremer Pflichtspielen stand der Jungprofi auf dem Platz. Und wenn ihn die Verletzung nicht zurückgeworfen hätte, wären es sich noch ein paar Einsätze mehr gewesen. „Ich war selbst überrascht, wie es für mich gelaufen ist“, meint Bargfrede, „jeder Fußballer träumt doch davon, einmal in der Bundesliga zu spielen. Für mich ist dieser Traum in Erfüllung gegangen.“ Und auf die Frage, wie denn seine ganz persönliche Bilanz der Hinrunde ausfällt, hat Bargfrede eine klare Antwort: „Super begonnen, schlecht aufgehört – und dazwischen eine ganze Menge Wahnsinn!“

Doch der Erfolg und der Rummel um seine Person sind dem Mittelfeldspieler, der das Kicken beim TuS Heeslingen erlernte, nicht zu Kopf gestiegen. Bargfrede ist auf dem Teppich geblieben. Es habe keine Veranlassung für ihn gegeben, „jetzt durchzudrehen. Und es gab keinen Grund, irgendwelche Ansprüche zu stellen“, sagt Bargfrede. Unterstützung bekam und bekommt der Jungprofi von seinem Vater „Hansi“ Bargfrede, früher selbst einmal Profi bei Werder und dem FC St. Pauli. „Er ist mir eine große Hilfe“, sagt Junior Philipp, „er kann mir viel vermitteln, wie es im Profigeschäft läuft.“

Und dass es dort nicht nur bergauf geht, bekommt der 20-Jährige derzeit durch seine Verletzung zu spüren. Immerhin ist die täglich fünfstündige Infusionstherapie im Krankenhaus seit gestern beendet. „Zum Glück“, sagt Bargfrede, denn irgendwann sind auch seine Spiele auf dem Laptop mal durchgespielt . . .

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