Für den Bremer ist in der U 21 kein Platz mehr – aber Allofs sieht ihn ohnehin als A-Nationalspieler

Bargfrede – Opfer des Umbruchs

Das Trikot der U 21-Nationalmannschaft wird Philipp Bargfrede nicht mehr überstreifen. Werders Mittelfeldspieler musste dem Neuaufbau weichen.

Bremen - Von Arne Flügge · Nachdem der Titelverteidiger in der EM-Qualifikation kläglich gescheitert war, wurde für die U 21-Nationalmannschaft des DFB von oberster Stelle schon im Hinblick auf die EM 2013 ein Neuanfang mit dem jüngeren Jahrgang befohlen.

Obwohl heftig in die Kritik geraten, durfte Trainer Rainer Adrion nach einem Krisengipfel mit Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bleiben. Doch viele Spieler mussten gehen. Obwohl sie noch ein Jahr spielberechtigt gewesen wären, ist für sie kein Platz mehr. Ein Opfer dieses Umbruchs ist auch Philipp Bargfrede, Mittelfeldspieler von Werder Bremen.

„Rainer Adrion hat mich angerufen, und wir haben über die Sache gesprochen“, berichtet Bargfrede, „er hat mir gesagt, dass sie jetzt mit den jüngeren Spielern planen.“ Eine Entscheidung, die der 21-Jährige einerseits versteht. „Ich kann es nachvollziehen, dass jetzt schon auf die EM 2013 hingearbeitet werden soll“, sagt Bargfrede. Andererseits ist er auch ein bisschen traurig, dass sein Engagement in der U 21 vorzeitig beendet wurde. „Ich habe gern in dieser Mannschaft gespielt, bin gerne dabei gewesen und hätte am liebsten noch weiter für das Team gespielt“, erklärt der defensive Mittelfeldspieler. Er räumt aber auch ein, mit der bisherigen Mannschaft nicht ganz schuldlos am jetzt initiierten Neuaufbau gewesen zu sein: „Wir sind in der Qualifikation kläglich gescheitert. Das muss man einfach so sagen.“

Das vorzeitige Aus in der U 21 nach nur einem Jahr und fünf Länderspielen (ein Tor) ist für Philipp Bargfrede aber kein Grund, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken und seinen Traum von der A-Nationalmannschaft zu begraben. „Klar ist es immer ein Ziel, einmal dort zu spielen“, gibt sich der hochtalentierte Mittelfeldspieler weiterhin ambitioniert, „doch das habe ich noch nicht groß im Kopf. Ich baue mir da keinen Druck auf. Ich konzentriere mich weiter voll auf Werder. Und wenn ich dort meine Leistung bringe, kommt alles andere von allein.“

In Bremen hat sich der 21-Jährige trotz der großen Konkurrenz einen Stammplatz im Mittelfeld erkämpft. Trainer Thomas Schaaf („Philipp bringt sich toll ein“) ist von der Entwicklung seines jungen Spielers angetan. Und daher glaubt auch Sportchef Klaus Allofs: „Er wird seinen Weg gehen. Deswegen sehe ich die Sache mit der U 21 auch nicht so dramatisch. Bei Philipp geht es in Richtung A-Nationalmannschaft.“

Für Allofs ist Bargfrede sogar ein Kandidat für die EM 2012 in Polen und der Ukraine. „Die Weichen für die EM sind noch nicht gestellt. Da wird sich

▪ „Er ist ein ganz

▪ wichtiger Spieler“

noch einiges tun“, glaubt der Werder-Boss und fügt als Beispiel Bremens Spielmacher Aaron Hunt an: „Wer bei Werder Bremen Stammspieler ist, beständig gute Leistungen auch auf internationalem Niveau zeigt, ist immer ein Kandidat für die A-Nationalmannschaft. Philipp wird seine Chance bekommen.“

Bargfrede, so Allofs, habe nach seinem fast schon kometenhaften Aufstieg im vergangenen Jahr an seine starken Leistungen angeknüpft: „Er ist zu einem ganz wichtigen Spieler für uns geworden.“ Vor allem hat sich Philipp Bargfrede seine Unbekümmertheit erhalten – und er ist auf dem Teppich geblieben. „Es gibt für mich auch überhaupt keinen Grund, jetzt irgendwie abzuheben oder mich zu verändern“, sagt der 21-Jährige: „Ich fühle mich wohl in der Mannschaft, und das Vertrauen des Trainers ist für jeden Spieler wichtig. Aber ich weiß auch, dass ich jetzt nicht aufhören darf, ich muss mich immer noch weiterentwickeln.“

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