Neuer Dreijahresvertrag: 25-Jähriger spielt für weniger Geld bei Werder weiter

Bargfrede hört auf sein Herz und macht sogar Abstriche

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Philipp Bargfrede ist mit seinem neuen Werder-Vertrag „sehr zufrieden“. ·

Bremen - Bei Aaron Hunt hat es nicht geklappt, bei Aleksandar Ignjovski auch (noch) nicht, bei Philipp Bargfrede dagegen schon. Der 25-jährige Mittelfeldmann verlängert seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei Werder um drei Jahre – und verzichtet dabei sogar auf Geld. Per Handschlag wurde die Vereinbarung am Mittwoch besiegelt, Bargfredes Unterschrift soll nächste Woche folgen.

„Ich bin seit zehn Jahren hier, meine Heimat ist um die Ecke, meine Freundin wollte unbedingt bleiben – und auch ich fühle mich hier super wohl, bin sehr glücklich. Das sind für mich die ausschlaggebenden Punkte“, sagte der gebürtige Zevener gestern nach dem Abschlusstraining.

Zuletzt schien es so, als würde sich die Personalie hinziehen. Erst vergangene Woche hatte Bargfrede gesagt, dass er sich mit Werder noch nicht einig sei: „Die Sache hat mich natürlich beschäftigt. Aber ich war die ganze Zeit ziemlich relaxed, habe keinen Druck oder Ängste verspürt.“

Nun gab’s den Vollzug – zur Erleichterung von Werder. „Wir sind sehr froh, Philipp hat einen Super-Charakter. Er weiß, wie unsere Situation ist und geht den Werder-Weg der Zukunft 100-prozentig mit“, lobte Sportchef Thomas Eichin. Und dieser Werder-Weg sieht eben Einsparungen vor – auch bei Bargfrede. „Philipp ist uns viel wert. Aber er ist bereit, auf gewisse Dinge zu verzichten“, erklärte Eichin. Dass damit Geld und nicht etwa die Vertragslaufzeit gemeint ist, bestätigte Barg-frede indirekt. Er wolle sich eigentlich nicht über Vertragsinhalte äußern, sagte dann aber: „Ich verdiene immer noch gut und bin sehr zufrieden. Es passt alles.“ Zudem gibt es im neuen Vertragswerk offenbar Prämien, die ihm die Unterschrift versüßten. Wenn Werder wieder erfolgreicher sei, werde Bargfrede daran partizipieren, kündigte Eichin an.

Momentan ist aber noch Abstiegskampf angesagt – mit offenem Ende. Bei der Frage, ob sein Vertrag auch für die Zweite Liga gilt, wich Bargfrede aus: „Ich gehe davon aus, dass wir drinbleiben.“ Der 25-Jährige, der keine anderen ernsthaften Anfragen hatte („Werder war mein Ansprechpartner Nummer eins und mein Thema Nummer eins“) will die Zitterzeiten möglichst bald hinter sich lassen: „Ich hoffe, dass wir in den kommenden Jahren die nächsten Schritte machen und wieder weiter nach oben kommen.“ Eventuell verbringt Bargfrede, der 2004 vom TuS Heeslingen in die Werder-Jugend kam und im August 2009 in der Bundesliga debütierte, seine komplette Karriere in Bremen. Lebenslang Grün-Weiß? „Klar kann ich mir das vorstellen.“

Sehr glücklich über die Einigung ist auch Robin Dutt. „Jetzt darf er das Wappen küssen“, scherzte der Coach und fügte dann ernst an: „Philipp ist ein hervorragender Fußballer und ein Vorzeigeprofi. Und er spürt unsere große Wertschätzung.“ Nach seiner fünften schweren Knieverletzung zu Saisonbeginn (Meniskusabriss) habe Bargfrede dem Team sehr gefehlt, findet Dutt. Inzwischen ist der Mittelfeldmann wieder topfit, zeigt starke Leistungen als alleiniger Sechser im defensiven Mittelfeld und schießt plötzlich sogar Tore. In Hoffenheim gelang ihm im 88. Anlauf sein erster Bundesliga-Treffer, in Nürnberg dann der zweite.

Heute Abend (20.30 Uhr) in Freiburg bestreitet Barg-frede nun sein 100. Spiel in der deutschen Eliteklasse. Dazu die Vertragsverlängerung – eine perfekte Woche also. „Das stimmt schon“, sagte er, fügte aber an: „Jetzt müssen wir nur noch gewinnen.“ · mr

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