Bargfrede braucht Geduld – bei den Profis und auf der A 1

Auf dem Weg zum Bundesliga-Profi? Philipp Bargfrede hofft es.

Werder-Bremen - BREMEN (kni) Vom großen Lob des Cheftrainers hatte er noch gar nichts gehört.

Deshalb war Philipp Bargfrede gestern auch ziemlich überrascht, als ihm die Worte von Thomas Schaaf zugetragen wurden. „Philipp macht sich sehr gut“, hatte Schaaf im Trainingslager in Bad Waltersdorf gesagt und Bargfrede beim Thema U 23-Spieler als ersten genannt. „Das freut mich natürlich“, meinte der 20-Jährige, fügte aber schnell noch an: „Ich muss weiter hart an mir arbeiten.“

Denn Bargfrede, der vor vier Jahren vom TuS Heeslingen zu Werder Bremen kam, ist noch längst nicht am Ziel. Vor einem Jahr hatte er ebenfalls beide Sommer-Trainingslager bei den Profis mitgemacht, war dann aber doch wieder zur U 23 abgegeben worden. Aus dem erhofften ersten Bundesliga-Einsatz wurde nichts. Das soll sich in dieser Saison ändern. Die Voraussetzungen sind gar nicht so schlecht. In allen vier Testspielen stand Bargfrede von Beginn an auf dem Platz. „Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet“, staunte der offensive Mittelfeldspieler. Er profitierte davon, dass die vermeintlichen Stammkräfte Mesut Özil und Neuzugang Marko Marin noch nicht zur Verfügung standen. Obwohl die beiden Konkurrenten fast genauso alt sind wie er, glaubt Bargfrede allerdings nicht, sie schon bald verdrängen zu können: „Das sind einfach außergewöhnliche Talente, mit denen ich mich noch nicht vergleichen kann.“ Die Betonung lag durchaus auf „noch“, denn Bargfrede wittert seine Chance: „Wenn mal einer ausfällt, dann muss ich diese Gelegenheit nutzen.“

Da ist also Geduld gefragt – und nicht nur dort. Weil seine Freundin in Heeslingen wohnt, pendelt er regelmäßig mit dem Auto zwischen Bremen und seinem Heimatort. „Die A 1 ist Richtung Hamburg im Moment mit den vielen Baustellen wirklich eine Katastrophe“, seufzte der 20-Jährige.

Aber er will gar nicht klagen – und würde es auch nicht tun, wenn er bald wieder mit der U 23 in der Dritten Liga auflaufen müsste: „Spielpraxis ist doch wichtig.“ Die dürfte er heute allerdings noch bei den Profis sammeln. Denn beim Supercup in Wolfsburg braucht Schaaf seinen derzeit besten U 23-Mann schon wieder.

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