Tim Borowski plant die Rückeroberung seines Stammplatzes

Barfuß oder Lackschuh

Werder-Bremen - DUBAI · Zum Interviewtermin auf einer kleinen von Palmen umstandenen Terrasse des Park Hyatt Hotels erscheint Tim Borowski barfuß. Über die Symbolik wird er sich kaum Gedanken gemacht haben, aber irgendwie hat es was.

Er, der nach einem missglückten Versuch des Karrieresprungs bei Bayern München vor einem halben Jahr zu Werder Bremen zurückgekehrt war, hat die Lackschuhe nicht mehr an. Denn auch an der alten und neuen Wirkungsstätte lief es bisher „durchwachsen“, wie er sagt.

Als Stammspieler fest eingeplant wurde er im Verlauf der Hinrunde durch Verletzungen zurückgeworfen und zum zwölften Mann. Der zwar erste Option ist, wenn sich jemand verletzt, aber eben nicht erste Wahl. Andere waren im Bremer Mittelfeld einfach besser. Mesut Özil, Aaron Hunt und Philipp Bargfrede, Spieler, die sechs, sieben und neun Jahre jünger sind als er, haben „Boro“ in dessen Abwesenheit den Rang abgelaufen. Doch das soll nur eine Momentaufnahme sein, meint der 29-Jährige und plant für die Rückrunde die Rückeroberung der Lackschuhe.

Das lässt sich jedenfalls aus seiner Beschäftigung im Weihnachtsurlaub schließen. „Ich habe nicht auf der faulen Haut gelegen und Gänsebraten gegessen“, sagt er. Nein, er hat ein „laufintensives Programm“ abgespult. In der „unendlichen Weite“ der Bremer Deiche war er fast täglich unterwegs. „So weit mich meine Beine getragen haben“, meint der ehemalige Nationalspieler.

Wenn er das so erzählt, mutet es ein bisschen so an, als ob Tim Borowski ein Musterschüler und Streber ist, der besonders akribisch seine Hausaufgaben gemacht hat. Und das auch gerne zeigt. Im Grunde ist es aber nur professionell, dass er getan hat, was er aus seiner Sicht tun muss. „Ich brauche die läuferischen Fähigkeiten nun mal für mein Spiel“, erklärt er und formuliert sein Ziel für die zweite Saisonhälfte: „Ich möchte natürlich zurück in die Startformation. Das kann schnell gehen, wenn jemand ausfällt. Dann muss ich parat sein.“ Spricht’s, schlüpft in seine Turnschuhe und geht. Nicht mehr barfuß – ein Anfang ist also gemacht.

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