Kevin De Bruyne muss und will zurück zu Chelsea

Bank? „Das wäre schwer für mich“

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Eine Zukunft bei Werder? Kevin De Bruyne sieht keine Möglichkeit dafür – es sei denn, der FC Chelsea denkt im Sommer komplett um.

Bremen - Vier mickrige Minuten – länger wollte Werder-Trainer Thomas Schaaf in dieser Saison nicht auf Kevin De Bruyne verzichten. Nur beim 2:0 gegen den Hamburger SV wechselte der Coach den belgischen Mittelfeldspieler kurz vor Schluss aus.

In den 14 weiteren Bundesliga-Partien spielte De Bruyne immer von Anfang bis Ende – diese Bilanz sowie vier Tore und vier Assists zeigen, welchen Wert der 21-Jährige für die Bremer Mannschaft hat. Aber: Im Sommer muss der Leihspieler laut Vertrag zum FC Chelsea zurück. Doch möglicherweise gibt es noch eine Chance für Werder. Der Londoner Club steckt in sportlichen Turbulenzen. Nach der Trainingseinheit gestern Vormittag sprach Kevin De Bruyne in einer spontanen Runde mit Journalisten über seine Zukunft. Das Gesprächsprotokoll.

Beim FC Chelsea hat es vor zwei Wochen einen Trainerwechsel gegeben. Rafael Benitez hat Roberto Di Matteo abgelöst. Was ändert das für Sie?

Kevin De Bruyne:Nichts. Schauen Sie: Geholt hat mich André Villas-Boas, dann kam Di Matteo. Jetzt ist es Benitez, er ist wohl die Interimslösung. Und es ist nicht mal klar, ob er bis zum Saisonende bleibt. Chelsea ist ein schwieriger Club für Trainer. Wenn der Erfolg ausbleibt, wird schnell gewechselt.

Auch Spieler werden geholt und wieder weggeschickt. Machen Sie sich keine Gedanken, was mit Ihnen passieren wird?

De Bruyne:Nein, ich spiele nur Fußball. Das ist das Wichtigste für mich, das macht mich glücklich. Ich denke nicht darüber nach, was in einem halben Jahr sein wird. Für mich ist das eine lange Zeit. Ich denke an diese Woche, vielleicht an die nächste – weiter nicht.

Hatten Sie zuletzt Kontakt zum FC Chelsea?

De Bruyne:Ja, vergangene Woche wurde ich angerufen. Chelsea hält immer den Kontakt. Sie gucken, was ich mache, verfolgen jedes meiner Spiele. Und sie haben mir gesagt, dass sich durch den Trainerwechsel nichts an meiner Situation geändert hat.

Dennoch: Es kann passieren, dass der neue Trainer keinen Wert auf Ihre Dienste legt.

De Bruyne:Auf dem Platz musst du dich immer beweisen und verbessern. Es bringt nichts, über diese Dinge zu sprechen, so lange ich hier in Bremen bin. Ich versuche, mein Bestes zu geben und der Mannschaft zu helfen.

Könnte sich diese Hilfe über den Sommer hinaus ausdehnen? Zuletzt haben Sie gesagt, nichts sei unmöglich…

De Bruyne:Ich wollte damit sagen: Ich weiß, dass ich im Sommer zum FC Chelsea zurück muss. Aber im Fußball ändern sich die Dinge manchmal schnell. Wenn die Leute in London in dem Moment nicht glücklich sind mit mir – was natürlich möglich ist –, dann muss ich mich anders orientieren. Man weiß nie, was passiert.

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Sie sagen, Sie müssen zurück zu Chelsea – es ist doch auch ein Wollen, oder?

De Bruyne:Es ist beides. Natürlich möchte ich mich bei Chelsea beweisen. Jetzt habe ich erstmal gezeigt, dass ich in der Bundesliga zurechtkomme – das ist schon viel. Ich habe Erfahrungen gesammelt, bin stabiler geworden. Aber es ist immer noch mein Ziel, beim FC Chelsea zu spielen. Mein Vertrag dort läuft noch viereinhalb Jahre – viel Zeit, um es zu schaffen.

Marc Wilmots, Ihr Nationaltrainer in Belgien, hat Ihnen aktuell den Rat gegeben, einen Club auszusuchen, bei dem Sie viel spielen. Das sei das Wichtigste für Ihre Entwicklung.

De Bruyne:Klar, das ist richtig. Ich bin jetzt seit dreieinhalb Jahren Profi, habe in dieser Zeit eigentlich nur wegen Verletzungen nicht gespielt. Es wäre schwer für mich, viel auf der Bank zu sitzen. Ich weiß, dass ich dann unzufrieden mit mir selbst werden würde. Ich will immer spielen – und wenn es nicht Chelsea ist, dann vielleicht eine Stufe niedriger.

Wo ordnen Sie Werder ein? Eine Stufe unter Chelsea? Oder zwei?

De Bruyne:Ich denke, eine. Die Bundesliga ist stark und Werder ein gutes Team. Die Bundesliga und die Premier League sind die beiden besten Ligen der Welt.

Es ist also möglich, dass Sie in Bremen bleiben?

De Bruyne (seufzt):Im Moment muss ich sagen: Nein! Ich werde ganz sicher die Saisonvorbereitung beim FC Chelsea absolvieren. Dann muss ich sehen, was passiert. Chelsea ist mein Boss. Sie haben klar gesagt, dass sie mich in der Premier League spielen sehen wollen. Das war schon im Sommer so. Aber ich habe gesagt, ich will zu Werder, weil ich ein gutes Gefühl damit hatte. Sie haben das Okay gegeben, aber deutlich gemacht: Noch ein Jahr im Ausland soll es nicht sein. Deshalb: Es ist nicht so, dass ich nicht in Bremen bleiben will, sondern dass Chelsea einen anderen Plan hat.

Sie nennen Chelsea Ihren „Boss“ – ist der Club auch Ihre große Liebe?

De Bruyne:Ja, er ist auch meine Liebe. Ich hasse es, das Team momentan verlieren zu sehen. Ich muss jedoch eingestehen, dass ich mir nicht jedes Spiel anschauen kann. Es fehlt die Zeit. Aber ich bin sehr interessiert an Chelsea, aber auch auch am KRC Genk, wo ich meine Jugend verbracht habe. Auf diese Clubs achte ich sehr genau.

Es heißt, zu London hätten Sie eine besondere Beziehung.

De Bruyne:Ich bin schon oft in London gewesen. Meine Mutter ist dort aufgewachsen, mein Opa und mein Onkel leben dort. Als ich klein war, sind wir an Weihnachten immer in London gewesen.

Dieses Jahr wieder?

De Bruyne:Nein, es geht in den Senegal. Mit meinem Manager und ein paar Freunden will ich eine Woche relaxen. · csa

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