Sebastian Boenisch und der Ruf der Polen / Allofs: „Für Deutschland spielen“

Balance-Akt zwischen den Stühlen

Mit der deutschen U 21 Europameister, bald im Trikot der polnischen Nationalmannschaft? Sebastian Boenisch (re.).

Bremen (flü) · Die WM im kommenden Jahr wird Sebastian Boenisch vor dem Fernseher verfolgen. Werder Bremens Linksverteidiger, immerhin in diesem Jahr mit der deutschen U 21 Europameister geworden, ist von einer Nominierung durch Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft meilenweit entfernt.

Das weiß Boenisch – und er weiß, dass ihn der Ruf des Bundestrainers auch in absehbarer Zeit nicht erreichen wird. Der 22-Jährige will aber wissen, woran er beim DFB ist. Bekommt er eine Chance? Oder ist er kein Thema mehr? „Ich möchte Klarheit haben“, fordert Boenisch. Laut Mediendirektor Harald Stenger sieht der DFB derzeit allerdings keinen Anlass, sich zu erklären.

Boenisch steckt also zwischen Baum und Borke fest. Und in diesem Zustand der Ungewissheit kommt das Angebot aus dem Nachbarland, ihn für die polnische Nationalmannschaft zu gewinnen, scheinbar gerade recht. Denn die Polen zeigen Flagge, geben Boenisch das Gefühl, gebraucht zu werden. Und das scheint dem Linksfuß zu gefallen. „Es imponiert mir, dass sie sich sehr um mich bemühen“, räumt Boenisch ein.

Im polnischen Gleiwitz geboren, darf der Abwehrspieler, der 22-mal für deutsche Juniorenteams gespielt hat, den Verband noch wechseln, solange er für Deutschland noch kein Pflicht-A-Länderspiel absolviert hat. Einen Schnellschuss wird es von Boenisch aber nicht geben. „Ich will erst mit dem DFB und Werder über die Situation sprechen“, sagt der ehemalige Schalker.

Die Antwort von Bremens Sportdirektor Klaus Allofs ist eindeutig. „Es gibt nur eins: für Deutschland zu spielen“, fordert der 52-Jährige von seinem Spieler ein klares Bekenntnis zum DFB: „Alles andere kann ich nicht nachvollziehen.“ Boenisch, so Allofs, habe ein „unglaubliches Potenzial, aber er weiß auch, dass er noch vieles verbessern muss.“ Wenn das geschehe, dann sei sein Spieler auch ein Thema für Löw. Fragt sich nur, ob Sebastian Boenisch diese Geduld aufbringt, oder sich doch für den Weg des geringeren Widerstands entscheidet.

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