Werder-Stürmer: „Ich habe starke Kopfschmerzen“ / Franz rechnet mit Frings ab

Avdic bricht Training ab – wie schlimm ist es wirklich?

Wegen Schwindelgefühlen und starker Kopfschmerzen musste Denni Avdic gestern das Training abbrechen – Nachwirkungen vom Ellbogenschlag in Frankfurt.

Von Arne Flügge · Nach knapp einer Stunde Training wurde Denni Avdic gestern schummrig vor Augen. Werder Bremens Stürmer ging zu Physiotherapeut Holger Berger, setzte sich auf den Medizinkoffer und rieb sich das Gesicht.

Der Ellbogenschlag von Frankfurts Maik Franz, der Avdic im Gesicht getroffen und ihm eine schwere Jochbeinprellung zugefügt hatte, scheint im Nachhinein wohl doch größere Folgen zu haben als zunächst angenommen. Doch wie schlimm ist es wirklich?

Nach einem Gespräch mit Berger und Trainer Thomas Schaaf brach Avdic das Training ab. „Mir ist schwindelig geworden, und ich habe starke Kopfschmerzen“, sagte der 21-Jährige auf dem Weg in die Kabine.

Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Am Montag hatte der Schwede bereits wieder mit der Mannschaft trainiert – ohne größere Probleme. „Ich hatte mich eigentlich gut gefühlt“, berichtete der Angreifer. Doch danach seien die Kopfschmerzen wieder verstärkt aufgetreten. „Als ich zu Hause war, ging es los, außerdem habe ich mich sehr, sehr müde gefühlt“, sagte Avdic.

Und nachdem er gestern nun das Pensum in der Übungseinheit erhöht hatte, sei es noch schlimmer geworden. „Es ging nicht mehr“, begründete der Bremer Wintereinkauf seinen Trainingsabbruch, ehe er sich ins Krankenhaus begab: „Es kann eigentlich nicht sein, dass ich nach vier Tagen immer doch Kopfschmerzen habe. Ich werde das jetzt noch einmal gründlich untersuchen lassen.“ Vermutlich wird der Angreifer jetzt erstmal aussetzen müssen. „Ich werde jetzt schauen, was ist, und vielleicht für ein, zwei Tage eine Pause einlegen“, kündigte Avdic an.

Die Szene in der fünften Minute des Spiels zwischen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen (1:1) hatte am Freitagabend für helle Aufregung gesorgt. Eintracht-Kapitän Maik Franz hatte während eines Zweikampfes den Arm ausgefahren und Avdic im Gesicht getroffen. Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) ahndete die Attacke nicht. Dafür wurde der 29-jährige Franz später von den Bremern heftigst kritisiert. „Franz tritt die Fairness mit großen Schuhen. Er sollte sich darüber mal Gedanken machen“, hatte Werder-Trainer Thomas Schaaf geschimpft. Und Kapitän Torsten Frings giftete in Richtung Franz: „Er spielt immer an der Grenze. Und wenn der Schiri es zulässt, haut er auch mal einen ins Krankenhaus.“

Ein Angriff, den Franz, dem in der Liga das Rüpel-Image anhaftet, nicht auf sich sitzen lassen wollte. „Ich bin kein Kind von Traurigkeit, aber auch keiner, der rumweint. Es geht für uns ums Überleben, und ich lange auch mal hin. Aber was Frings da sagt, ist schlichtweg gelogen und dummes Geschwätz“, ereiferte sich der Frankfurter am Montagabend in der Sendung „Heimspiel“ des Hessischen Rundfunks.

Eine neuerliche Retourkutsche verkniff sich Werder-Kapitän Frings gestern auf Nachfrage: „Es ist mir völlig egal, was der gesagt hat. Der Typ interessiert mich nicht. Lasst mich mit Maik Franz in Ruhe. Das ist es nicht wert.“

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