Werder will sich in der oberen Tabellenhälfte festsetzen

Außergewöhnliches Augsburg: Kohfeldt hat da einen Plan

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Florian Kohfeldt will seine Mannschaft optimal auf die Besonderheiten des FC Augsburg einstellen.

Bremen - Vier Wochen ist die Bundesliga-Saison nun schon alt, aber für Werder und Co. ging es bislang erst um neun Zähler. Die Länderspielpause lässt grüßen. Umso rasanter geht es nun weiter.

Die nächsten neun Punkte gibt es für Werder in nur acht Tagen zu holen. Coach Florian Kohfeldt will anschließend nur auf die Tabelle schauen, „wenn wir gewonnen haben“. Dabei lacht er, fügt dann aber mit ernster Miene an: „Wir können uns in dem Bereich festsetzen, in dem wir sein wollen.“ Es gilt, Platz sieben zu verteidigen oder sich sogar noch zu verbessern. Gegen den FC Augsburg, Hertha BSC und den VfB Stuttgart ist das nicht unmöglich.

Kohfeldt: „Dann kannst du gleich wieder nach Hause fahren“

Die schwierigste Aufgabe erwartet Werder zuerst. Kohfeldt bezeichnet den heutigen Gastgeber FC Augsburg (15.30 Uhr) als „eine außergewöhnliche Mannschaft, die einen völlig anderen Spielstil als die anderen 17 Bundesligisten pflegt“. Die Augsburger jagen ihre Kontrahenten gerne über das gesamte Spielfeld – und zwar mannorientiert. „Augsburg gibt einem keine Ruhe“, sagt Kohfeldt: „Aber das öffnet auch Räume.“ Will heißen: Werden Zweikämpfe gewonnen oder Probleme durch mutiges Kombinationsspiel gelöst, dann bietet das gute Chancen für schnelle Angriffe.

Kohfeldt ist bekannt dafür, seine Mannschaft perfekt auf Besonderheiten des Gegners einstellen zu können, einen guten Matchplan zu erarbeiten. In dieser Saison will er aber auch mehr den eigenen Stärken vertrauen. „Es wird viele Zweikämpfe geben, viele Pressing-Situationen, darauf müssen wir uns einstellen. Wir müssen es aber trotzdem schaffen, unsere Spielweise durchzusetzen und mehr Tempo und Tiefe in unser Spiel zu bekommen“, fordert der Coach und warnt: „Wenn du da hinfährst und erst mal versuchst, ins Spiel zu kommen, dann kannst du gleich wieder nach Hause fahren. Dieser Gegner gibt dir keinen Rhythmus, dieser Gegner ist unangenehm.“

Das liegt auch an besonderen Einzelspielern. Zum Beispiel Michael Gregoritsch. Sechs Mal hat der Österreicher in der Bundesliga gegen Werder gespielt, sechs Mal hat er getroffen – immerhin nicht in jedem Spiel, so wie bei der 1:3-Heimpleite am 27. Spieltag der vergangenen Saison. Aber im Trikot des FCA und auch des Hamburger SV sind ihm schon zwei Doppelpacks gegen die Bremer gelungen. Drei Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen lautet seine Bilanz. Der FCA steht noch viel besser dar. Von den bislang 14 Duellen gewannen die Schwaben bemerkenswerte acht und verloren nur vier. Den Titel Angstgegner haben sich die Augsburger redlich verdient.

Doch es gibt auch Bremer Mutmacher. Natürlich besagter 3:1-Erfolg im vergangenen März. Es war eine der besten Leistungen der Kohfeldt-Truppe in der vergangenen Saison. Claudio Pizarro spielte damals noch für den 1. FC Köln. Jetzt ist er wieder da – und auch der Peruaner hat eine sehr schöne Augsburg-Geschichte zu bieten. Nach seiner vorletzten Rückkehr 2015 gelang ihm beim 2:1-Sieg in der WWK-Arena sein erstes Saisontor, sein 90. übrigens im Werder-Dress. Anschließend scherzte Rekordtorschütze Marco Bode: „Zehn Tore darf er noch machen, aber dann wird er sofort gewinnbringend verkauft.“ So schnell konnte der Aufsichtsratschef aber gar nicht mehr handeln, denn nur vier Monate später hatte Pizarro dessen Bestmarke von 101 Toren erreicht. Mit 104 Treffern ist der 39-Jährige inzwischen alleiniger Rekordhalter.

Pizarro gegen Augsburg ein gutes Mittel?

Allerdings: In dieser Saison ist der Stürmer noch ohne Tor, aber auch noch ohne Startelf-Einsatz. Zwei Mal wurde er eingewechselt, zwei Mal spielte Werder danach besser. Gegen Nürnberg verzichtete Kohfeldt auf eine Einwechslung. Dabei hätte Pizarro der verunsichert wirkenden Mannschaft in der Schlussphase mit seiner Erfahrung und Ballsicherheit vielleicht ganz gutgetan. Gegen die wilden Augsburger wäre Pizarro möglicherweise auch ein gutes Mittel, um vorne die Ruhe zu bewahren, Bälle festzumachen, ohne dabei ungefährlich zu werden. Denn der 39-Jährige ist abgezockt genug, um den Gegner zu beschäftigen und zu ärgern.

Kohfeldt lässt sich nicht in die Karten blicken. Er sagt lediglich, dass die Englische Woche bei seinen Aufstellungen eine Rolle spielen wird. Da kommt ihm natürlich entgegen, dass der Kader in dieser Saison auch in der Breite so gut besetzt ist wie schon lange nicht mehr. Das könnte sich bei drei Spielen in acht Tagen auszahlen – und zwar in möglichst vielen Punkten.

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Quelle: DeichStube

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