Außenmeniskusriss – Lorenzen fällt mindestens sechs Wochen aus / Kein Nachkauf

„Das ist ein tiefer Schlag in die Magengrube“

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Die Schmerzen sind nicht zu übersehen: Melvyn Lorenzen wird nach seiner Knieverletzung von Physiotherapeut Florian Laurerer (links) und Teamkollege Julian von Haacke vom Platz geführt. Anschließend ging es auf Krücken in die Kabine.

Bremen - Die Stimme war gedämpft und sehr leise. „Ich bin total down, das ist ein tiefer Schlag in die Magengrube“, meinte Melvyn Lorenzen gestern Abend am Telefon. Etwa sieben Stunden zuvor hatte sich der Werder-Profi im Training ohne Fremdeinwirkung einen Außenmeniskusriss zugezogen. Mindestens sechs Wochen wird der Stürmer ausfallen. Ausgerechnet er. Denn der 20-Jährige hatte sich erst im November nach über einem Jahr Verletzungspause ins Rampenlicht geschossen. Er war so etwas wie Werders Geheimwaffe im Abstiegskampf – und da stellt sich natürlich sofort die Frage, ob der Bundesligist noch Ersatz besorgt.

„Wir verfallen nicht in Panik“, meinte Sportdirektor Rouven Schröder und schloss schon mal einen Schnellschuss aus. Trainer Viktor Skripnik sah gestern auch keinen Grund, Ersatz zu fordern. „Ich bin froh, dass wir Levin Öztunali geholt haben, der kann auch weiter vorne spielen.“ Die Leihgabe aus Leverkusen ist normalerweise eher im Mittelfeld beheimatet – allerdings im offensiven.

Mit Lorenzen fällt nun zwar kein Stammspieler aus, aber einer, der Druck ausgeübt hat. Vornehmlich auf Davie Selke, mit dem er in der Vorbereitung um den Platz neben dem gesetzten Franco Di Santo gekämpft hat. Die Aussichten waren gut, dass Lorenzen seinen bislang vier Bundesliga-Einsätzen (in dieser Saison waren es zwei mit einem Tor) weitere hinzugefügt hätte. Nun könnte es eine Nullnummer werden.

„Ich hatte das vor vier Jahren schon mal, damals bin ich vier, fünf Monate ausgefallen“, erinnerte sich Lorenzen. Aber damals sei der Meniskus genäht worden, diesmal soll ein Teil entfernt werden – und das stimmt den 20-Jährigen vorsichtig optimistisch: „Ich hoffe, dass ich in sechs Wochen wieder dabei bin.“

Wo Lorenzen unters Messer kommt, ist noch offen. Kniespezialist Dr. Ulrich Boenisch steht in Augsburg gerade nicht zur Verfügung, deshalb wird nach einer anderen Lösung gesucht. „Hauptsache es geht jetzt schnell“, meinte Lorenzen, „es tut nämlich ganz schön weh, weil der Meniskus eingeklemmt ist.“

Nach der Operation beginnt sofort die Reha. Damit kennt sich Lorenzen aus. Ein Jahr lang hat er sich nach seinem Knorpelschaden für das Comeback gequält. Betroffen war auch damals das rechte Knie. „Meine Schwachstelle“, seufzte Lorenzen: „Aber diese Verletzung hat damit nichts zu tun. Das war einfach nur Pech. Ich habe beim Fünf-gegen-Zwei den Ball gepasst, dann hat es geknackt.“

Von den Kollegen gab es viel Zuspruch – natürlich auch von Trainer Skripnik: „Es tut mir echt leid für ihn. Er hatte sich super zurückgekämpft. Wir werden ihn total unterstützen – und er muss wissen, dass er nur stärker zurückkommen kann.“

Lorenzen verletzt

Lorenzen weiß das, er gab sich am Ende des gestrigen Gesprächs schon wieder kämpferisch. „Ich will in dieser Saison unbedingt noch einige Spiele machen“, kündigte der Stürmer an – und nicht nur das: „Ich hoffe, es geht für mich wieder so schnell nach oben – und dann bleibe ich auch oben.“

kni

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