Die Hüfte zwingt ihn zum Karriereende

Ausgelutscht! Frings hört auf

+
Die aktive Karriere ist vorbei, jetzt will Torsten Frings erstmal richtig ausspannen, dann die zweite Laufbahn in Angriff nehmen – als Trainer.

Toronto / Bremen - Der „Lutscher“ dankt ab! 21 Monate nach seinem Weggang von Werder Bremen hat Torsten Frings gestern seine erfolgreiche Karriere beendet.

Wegen anhaltender Hüft-Probleme hat der 36-Jährige seinen noch bis Jahresende laufenden Vertrag beim kanadischen Club Toronto FC aufgelöst und einen Schlussstrich gezogen. „Es ist ein emotionaler Tag für mich. Aber ich bin glücklich mit der Entscheidung“, sagte der 79-fache deutsche Nationalspieler.

Mit den fast schon zum Markenzeichen gewordenen langen Haaren und Vollbart saß Frings in Toronto vor Presse-Vertretern und erklärte, warum er wenige Tage vor Saisonstart der Major League Soccer (MLS) am Samstag plötzlich abtritt von der Fußball-Bühne. „Meine Hüfte macht nicht mehr mit. Und es wäre gegenüber dem Verein nicht fair gewesen, es weiter zu probieren“, sagte er.

Frings war in Toronto einer der drei „designated player“, die mehr als 350 000 Dollar pro Saison verdienen dürfen. Dieses Privileg weiter zu nutzen, aber keinen Gegenwert liefern zu können – nein, das wollte der Kapitän des TFC nicht. „Es hätte einfach zu lange gedauert, bis ich wieder fit gewesen wäre.“ Frings war im vergangenen September an der Hüfte operiert worden. „Nichts Dramatisches“, glaubte er damals und hegte keinen Gedanken an ein unfreiwilliges Karriereende.

Jetzt kam es anders. Frings einigte sich mit Club-Präsident Kevin Payne auf eine Vertragsauflösung. Es ist der Abschluss nach 18 Profi-Jahren mit 402 Bundesliga-Spielen (326 für Werder, 47 für Borussia Dortmund und 29 für Bayern München) und 32 Einsätzen in der MLS. Zweimal nahm Frings an Weltmeisterschaften teil. Kurzum: Er war ein Großer im deutschen Fußball. Und er wird der Branche erhalten bleiben. „Jetzt beginnt ein neues Kapitel in meinem Leben. Ich möchte Trainer werden, möchte die Lizenz erwerben.“

Und die ersten Schritte zum Trainer-Dasein will Frings bei Werder Bremen machen. So hatte er es vor seinem Abgang im Mai 2011 mit dem damaligen Geschäftsführer Klaus Allofs vereinbart. „Das hat nach wie vor auch Gültigkeit“, sagte Frings im vergangenen September. Etwas zurückhaltender äußert sich nun Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry. Eine Zusammenarbeit könne „vernünftig diskutiert“ werden. Vorstellbar ist ein ähnlicher Ausbildungsweg wie ihn derzeit Manager-Lehrling Tim Borowski bei Werder geht – aber eben mit dem Berufsziel Trainer.

Die Karriere von Frings in Bilder

Torsten Frings

Erstmal will Torsten Frings aber die Beine baumeln lassen. „Ich habe eine lange, großartige Karriere hinter mir und muss jetzt erstmal zur Ruhe kommen“, sagte er gestern Abend im Telefonat mit dieser Zeitung. Nach einer angemessenen Pause will er dann das Gespräch mit Werder suchen. Vorerst bleibt Frings noch in Kanada – dort, wo er an seinem Karriereabend „tolle Erfahrungen“ gesammelt hat: „Ich kann nur Danke sagen. Das Engagement hat sich gelohnt.“ · csa

Das könnte Sie auch interessieren

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Wie werde ich Winzer/in?

Wie werde ich Winzer/in?

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Schaaf wehrt sich gegen Gerüchte

Schaaf wehrt sich gegen Gerüchte

Kommentare