Für Minuten tobt in Enschede der Mob, danach bleibt’s ruhig

Ausbruch der Gewalt

Alles unter Kontrolle? Nicht von Anfang an. Erst nach einem Überraschungsangriff deutscher Hooligans auf Twente-Fans bekam die niederländische Polizei die Lage in den Griff.

Werder-Bremen - ENSCHEDE · Um 12.35 Uhr machte der Mob mobil. Circa 50 Hooligans stürmten auf eine Kneipe voller Twente-Fans am Alten Markt von Enschede zu. Einer schrie: „Jetzt geht’s los.“ Dann knallten Bierflaschen an die Hauswand, Stühle flogen.

Holländische Hooligans stürmten aus dem Lokal, wehrten sich mit Bar-Hockern und allem Verfügbarem. Für wenige Minuten tobte der Fan-Krieg. Dann zogen die Angreifer ab, verfolgt von den Angegriffenen. Die Polizei, offenbar überrascht von der frühen Eskalation, trennte die Gruppen. Es war ein kurzer, heftiger Ausbruch der Gewalt. Doch es blieb rund um die Partie zwischen Twente Enschede und Werder Bremen der einzige. Sandra Tiethoff, Sprecherin der Polizei Enschede: „Der Rest des Tages ist ruhig verlaufen.“

Auch, weil die Polizei nach dem Zusammenprall der Hooligan-Gruppen durchgriff. Der Alte Markt wurde quasi abgeriegelt, auf allen Zugangswegen wurden Personen kontrolliert, deutschen Fans oder Touristen wurde zur eigenen Sicherheit der Zugang zum Marktplatz verwehrt. Insgesamt knapp 50 deutsche „Fans“, die nicht im Besitz einer Eintrittskarte für das Spiel waren, wurden zu ihren Fahrzeugen zurückgeleitet. Es kam zu insgesamt sieben Festnahmen.

Die echten, an Fußball interessierten Werder-Freunde wurden zum größten Teil direkt zum Stadion „De Grolsch Veste“ geleitet.

Die Hooligans, die das Lokal angegriffen hatten, wurden von der Polizei dagegen in die Gegenrichtung bis zur Grenze eskortiert. Wieder hineinzu- kommen, gestaltete sich schwierig. Die Kontrollen an den Grenzen waren engmaschig. Wobei nicht nur Fahrzeuge mit Bremer Kennzeichen im Fokus standen, sondern auch Autos und Busse aus Bochum, Essen, Gelsenkirchen. Denn während die Werder-Fraktion eine Freundschaft mit RW Essen pflegt, sind Twente-Fans eng mit Schalke-Anhängern verbunden, die wiederum von Bochumern wenig gemocht werden. Ein wirres Geflecht, eine explosive Mischung aus Sym- und Antipathien. Die am kommenden Donnerstag beim Rückspiel in Bremen irgendwie beherrscht werden muss. Dann werden 1 500 bis 2 000 Twente-Fans erwartet – sowie eine nicht einzuschätzende Zahl an Unterstützern aus Gelsenkirchen und Essen.

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