Augsburgs „Bulle“ Raul Bobadilla – ein Dreierpack als Einstimmung 

Der mit den „großen Steaks“ hat Riesenhunger

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Gefeierter Mann gegen Alkmaar: Die Augsburger Teamkollegen beglückwünschen Matchwinner Raul Bobadilla (vorne).

Augsburg  - Von Günter Klein. Wenn über Raul Bobadilla gesprochen wird, landet man immer gleich im Bereich der Land- und Viehwirtschaft. „Er ist unser Bulle“, sagen die Augsburger Teamkollegen über ihn, wahlweise auch „unser Stier“. Philipp Max berichtet staunend, „dass ich noch keinen Spieler gesehen habe, der so große Steaks isst wie Raul“ – was wohl als Ausdruck der Bewunderung zu verstehen ist.

Die Fleischzufuhr scheint dem Argentinier, der seit kurzem für die Nationalmannschaft Paraguays spielt, zu bekommen. Auch in einer Saison, die den FCA in der Bundesliga auf den derzeit letzten Platz geschleudert hat, ist er die mit Abstand beste Offensivkraft – und das 4:1 gegen AZ Alkmaar war sein Spiel. Ein Freistoßtreffer, zwei vollendete Soli – machte drei Tore. Plötzlich ist der FCA wieder gut dabei, Gruppenzweiter in der Europa League – und mit einem Mal sind weder Körper- noch gesprochene Sprache die eines Teams in der Krise. „Das gibt uns Selbstvertrauen für die Bundesliga“, sagt der Mittelfeldarbeiter Dominik Kohr. Am Sonntag (17.30 Uhr) kommt Werder Bremen in die Augsburger WWK-Arena. „International ist alles in Ordnung, jetzt schauen wir, dass wir es auch national richten“, meint Trainer Markus Weinzierl.

Was ist ausschlaggebend dafür, dass wieder „der alte FCA“ (Dominik Kohr) zu sehen ist? Es gebe nicht den einen Grund, eine Analyse würde zu sehr ins Detail gehen, wehrt Weinzierl ab. Aber man könne seiner Truppe nicht mehr nachsagen, sie würde aus ihren Chancen nichts machen: „Wir haben in den letzten drei Spielen zehn Tore geschossen.“ 3:0 gewann Augsburg im DFB-Pokal in Freiburg, „der Gegner hatte richtig Angst vor uns“, bemerkte Kohr; es folgten das 3:3 gegen Mainz (bei drückender FCA-Überlegenheit) und das 4:1 gegen Alkmaar. Neben dem bewährten Raul Bobadilla („Wir haben Bremen gezeigt, dass wir wieder da sind“) ließ Weinzierl zuletzt den Brasilianer Caiuby und den Slowenen Tim Matavz stürmen, hinter ihnen agiert der Südkoreaner Dong-Won Ji, der sich aus einer über ein Jahr währenden Krise zu lösen scheint – etablierte Spieler wie Werner und Esswein hält der Trainer in der Hinterhand; so schlecht ist es um die Breite im Kader also nicht bestellt. Der FCA hat die Europa League angenommen, „wir schenken sie nicht ab“, so der Coach.

Zu viel Lobgesang auf Bobadilla wollte Weinzierl nicht hören. Sein prominentester Spieler neigt dazu, launisch zu sein – aus dem Steak-Verzehr resultiert oft schwer kontrollierbare Kraft. „Insgesamt hat die Mannschaft gut gespielt, sie ist im Aufwärtstrend. Raul hat sich selbst gut in Szene gesetzt, er ist aber auch gut in Szene gesetzt worden“, sagte Weinzierl.

Bobadilla verriet hinterher mit einem Grinsen, was er seinem drei Wochen alten Sohn Noah Gabriel vor dem Spiel versprochen habe: „Als ich von zu Hause weggegangen bin, habe ich ihm einen Kuss gegeben und gesagt: Ich mache zwei Tore für dich.“ Es wurden sogar drei.

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