Werder weiß um die Gefahren, wähnt sich aber auf einem guten Weg

Ein Aufwärtstrend im harten Abstiegskampf

„Wir müssen uns derzeit jeden Punkt sehr hart erkämpfen“, meint Rechtsverteidiger Clemens Fritz.

Bremen - Von Malte Rehnert - Der Drehbuchautor der Bundesliga hätte in dieser Saison einen Oscar verdient – für seine Geschichte über den Abstiegskampf. So eng, so verbissen, so elektrisierend ging’s im Keller des deutschen Fußball-Oberhauses schon lange nicht mehr zu.

Der halben Liga schlottern die Knie. Doch selbst den Skriptschreiber dürfte es mächtig überraschen, wer sich dort unten so alles tummelt. Zum Beispiel der VfB Stuttgart, der VfL Wolfsburg – und auch Werder Bremen.

Weil keiner sich richtig absetzen kann, wird das Hauen und Stechen um den Klassenverbleib vermutlich noch bis Saisonende so weitergehen – auch, wenn Werder-Sportchef Klaus Allofs auf ein Herzschlagfinale liebend gerne verzichten würde: „Ich hätte das gerne vorher geklärt.“ Der 54-Jährige sieht aber auch, dass die Bundesliga in diesem Jahr extrem schwer einzuschätzen ist: „Auch die anderen gefährdeten Mannschaften können jederzeit punkten. Wolfsburg kann zum Beispiel mal eine Serie hinlegen. Da muss man mit allem rechnen. “

Das wissen auch die Bremer Profis. „Die Konstellation der Liga ist interessant. Zwischen dem Kampf um die internationalen Plätze und dem Abstiegskampf klafft eine große Lücke. Bis Köln auf Platz zehn hängen da alle Mannschaften mit drin – das ist alles sehr, sehr eng. Wir müssen uns derzeit jeden Punkt sehr hart erkämpfen“, meint Rechtsverteidiger Clemens Fritz. „Es ist eine kuriose Situation für alle Mannschaften, die da unten stehen“, findet Mittelfeldmann Tim Borowski und fügt an: „Die Anspannung bleibt, da darf man sich nicht ausruhen.“

Das will Werder, derzeit Zwölfter, auch nicht tun. „Wir haben als Mannschaft begriffen, dass jeder für den anderen arbeiten muss“, unterstreicht Fritz. Diese Arbeit brachte bislang allerdings nur recht bescheidenen Lohn. Zwar haben die Bremer von den letzten sechs Begegnungen nur eine vergeigt (0:4 in Hamburg) und zuletzt drei Mal hintereinander nicht verloren, trotzdem stehen sie in der Rückrundentabelle mit zehn Punkten aus neun Spielen (zwei Siege, schon vier Remis und drei Niederlagen) lediglich auf Platz 14 – immerhin besser als einige Konkurrenten, aber dennoch stark verbesserungswürdig.

Findet auch Allofs, der die kleine Serie mit dem 2:2 gegen Leverkusen, dem 3:1 in Freiburg und dem 1:1 gegen Mönchengladbach nicht überbewertet: „Es ist doch nicht so, dass man im Abstiegskampf nur mal kurz anziehen muss und dann da raus ist. Das muss permanent weitergeführt werden – und zwar über 90 Minuten.“ Gegen Gladbach, als Werder in der Nachspielzeit das Gegentor kassierte, „haben wir das nicht ganz hingekriegt“. Doch selbst wenn Werder das Schlusslicht geschlagen hätte, „wären wir mit 31 Punkten da unten nicht richtig raus gewesen“, urteilt Allofs.

Trotz der gebotenen Vorsicht im unberechenbaren Abstiegskampf: Werder spürt auch den Aufwärtstrend, den selbst das bittere 1:1 gegen Gladbach nicht wirklich bremsen konnte. „Das wirft uns nicht zurück, es waren viele gute Ansätze zu sehen“, betont Borowski: „Die Mannschaft ist gefestigt, wir finden uns immer mehr.“ Auch Allofs glaubt nicht, „dass wir jetzt wieder in alte Fehler verfallen. Das 0:2 ge-

▪ „Nicht auf andere

▪ angewiesen“

gen Leverkusen aufzuholen und der Sieg in Freiburg – das hat gutgetan. Es haben sich viele kleine Dinge verändert, das macht den Aufschwung aus.“ Und Kapitän Torsten Frings ergänzt: „Wir haben jetzt immerhin drei Mal in Folge nicht verloren. Unser Weg nach oben geht weiter.“

Und dabei will Werder gar nicht großartig nach links oder rechts schauen. „Was die anderen machen, interessiert nicht“, sagt Torwart Tim Wiese: „Wir spielen noch gegen viele Gegner von unten. Diese Spiele müssen wir gewinnen – und dann schauen wir mal.“ Kollege Fritz sieht’s genauso: „Wir schauen von Woche zu Woche. Auf die Tabelle müssen wir da gar nicht gucken. Wenn wir unsere Arbeit machen, sind wir nicht auf andere angewiesen.“

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