Der 20-jährige Florian Grillitsch soll verlängern

Aufpassen auf den „alten Hasen“

Florian Grillitsch haut sich rein – mit Erfolg: Der Österreicher ist inzwischen Stammspieler bei Werder. - Foto: nph

Bremen - Der junge Mann ist erst 20 Jahre alt, steckt mit Werder Bremen tief im Abstiegskampf und spielt erst seit ein paar Monaten vor Mega-Kulissen wie zuletzt in Dortmund. Beim 2:3 waren die meisten der 81.359 Zuschauer für den Gegner. Alles kein Problem, meint Florian Grillitsch. Nervosität?

Offenbar keine! „Vor über 80 000 Zuschauern zu spielen, ist ein Highlight in der Saison. Und wenn man die Heimmannschaft ärgern kann, motiviert einen das auch“, sagt der Österreicher. Dass man dem besten Bundesliga-Tabellenzweiten aller Zeiten so lange Paroli geboten habe, gebe „Selbstvertrauen für das nächste Spiel“ am Samstag (15.30 Uhr) gegen Abstiegs-Konkurrent FC Augsburg.

Und da wird Grillitsch wohl wieder in der Bremer Anfangsformation stehen. Der Mittelfeldmann ist Werders Senkrechtstarter der Saison. Nach holprigem Start ist er seit Oktober regelmäßig dabei, stand zuletzt acht Mal in Folge in der Startelf und spielte fast immer durch. „Er hat sich top-entwickelt und bringt seine Leistung auch auf den Platz“, lobt Sportchef Thomas Eichin: „Wir freuen uns, dass es aus unserem großen Kreis der Talente einer wieder richtig gepackt hat. Letztes Jahr war es Davie Selke, nun ist es Grillitsch.“ Auch Eichin staunt immer wieder, wie abgezockt der Österreicher nach nicht mal einem Jahr im Profibereich auftritt: „Er spielt wie ein alter Hase, ist ein cooler Hund.“

Sogar im knallharten Abstiegskampf wirkt Grillitsch überhaupt nicht hibbelig, angespannt oder eingeschüchtert. Der Riesendruck scheint an ihm abzuprallen. Sein Erfolgsrezept dafür klingt total simpel: Spaß haben und nicht zu viel grübeln – und sei die Situation noch so alarmierend. „Wenn ich Fußball spiele, habe ich generell Spaß. Den darf man auch nie verlieren“, betont Grillitsch: „Ich bin froh, dass ich das Vertrauen bekomme.“ Dass Werder auch in dieser Saison nahe am Abgrund steht, lässt ihn freilich nicht kalt. Er schafft es aber, dass ihm das auf dem Platz nicht anzumerken ist. „Ich mache mir selbst keinen großen Druck. Vielleicht ist es auch ein bisschen Veranlagung. So bin ich einfach. Ich gehe da ganz locker

ran, natürlich aber fokussiert und konzentriert. Wir müssen alle eine gewisse Lockerheit behalten. Wenn wir verkrampfen und mit Angst spielen, ist das nicht gerade vorteilhaft.“

Grillitsch war in dieser Saison eigentlich nur ein Mal richtig neben der Spur. Beim Hinrunden-Finale in Frankfurt hatte er der Eintracht mit einem Fehlpass im eigenen Sechzehner den 2:1-Siegtreffer auf dem Silbertablett serviert. Hinterher gab es auch noch einen ordentlichen Anpfiff von Keeper Felix Wiedwald. „Es war gut, dass danach direkt die Winterpause kam“, sagt Grillitsch rückblickend: „Da war ich bei meiner Familie in Österreich – weg vom Fußball, mal abschalten.“

Im Urlaub habe er seinen Fauxpas „schnell verarbeitet und abgehakt“. Mit frischer Energie kam er dann zurück und verpasste in der Rückrunde lediglich eine Partie (gegen Gladbach wegen einer Fußprellung). Sonst steckte Trainer Viktor Skripnik den 20-Jährigen immer in die Anfangsformation – meistens im defensiven Mittelfeld. An die neue Rolle hat sich der eigentlich eher offensiv ausgerichtete Österreicher erstaunlich schnell gewöhnt. „Es wird immer besser, weil ich die Abläufe kenne“, meint Grillitsch: „Als Sechser ist es wichtig, dass man Zweikämpfe gewinnt. Dass hinten nichts anbrennt, ist eine meiner Hauptaufgaben. Bisher hat es ganz gut geklappt.“

Findet auch Eichin. Deshalb will er den noch bis 2017 laufenden Vertrag möglichst schnell verlängern. „Wir wollen ihn langfristig an uns binden, reden mit ihm und seinem Agenten. Die Bereitschaft ist auf beiden Seiten da“, sagt Eichin, ergänzt jedoch: „Wir müssen aufpassen – es ist auch anderen Vereinen aufgefallen, wie gut er spielt.“

Grillitsch weiß, dass er Begehrlichkeiten geweckt und sich seine Verhandlungsposition enorm verbessert hat: „Man steht anders da, als wenn man null Bundesligaspiele hätte. Das ist klar.“ Intensiver mag er sich mit seiner Zukunft aktuell – zumindest öffentlich – aber nicht beschäftigen. „Das interessiert mich gerade wenig, weil ich mich auf Fußball konzentrieren will. Mein Berater weiß, dass ich jetzt einen klaren Kopf brauche. Wir wollen die Klasse halten. Dann sehen wir weiter.“ - mr

Mehr zum Thema:

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Meistgelesene Artikel

Platzt der Selke-Deal?

Platzt der Selke-Deal?

"Richtig Lust auf das große Klassentreffen"

"Richtig Lust auf das große Klassentreffen"

Franke auf dem Weg zu Werder?

Franke auf dem Weg zu Werder?

Baumann: "Nouri meine beste Entscheidung"

Baumann: "Nouri meine beste Entscheidung"

Kommentare