Der Hamburger SV klammert sich an seine kleine Europa-League-Chance

Aufgeben ist verboten

Paolo Guerrero soll beim Hamburger SV trotz des „Flaschenwurf-Skandals“ einen neuen Vertrag erhalten.

Werder-Bremen - HAMBURG (csa/dpa) · Die Popularität des Nordderbys kennt keine Grenzen. Zumindest keine geographischen.

Ruud van Nistelrooy, niederländischer Stürmer in Diensten des Hamburger SV, der seine Fußballer-Karriere überwiegend in England und Spanien verbracht hat, ist jedenfalls bestens über die Bedeutung informiert: „Ich habe schon lange vor meinem Wechsel zum HSV von der Rivalität zwischen Werder und Hamburg gehört. Jetzt darf ich sie erstmals hautnah miterleben.“

Der in der Winterpause geholte Torjäger feiert am Samstag seine Derby-Premiere, dürfte deshalb frei sein von Revanchegelüsten. Der Rest des Teams vermutlich nicht – wenngleich sich Kapitän David Jarolim bemüht, die eigenen zu verbergen. „Ich werde keine großen Sprüche machen. Wir wollen nach Bremen fahren, ein gutes Spiel machen und hoffentlich gewinnen. In Bremen zu jubeln, wäre in unserer Situation natürlich schön.“

Es würde über die eine oder andere erlebte Enttäuschung hinweghelfen. Und vielleicht sogar noch den Weg in die Europa League ebnen. Allerdings sind die Hamburger als Tabellensiebter auf einen Ausrutscher des Sechsten VfB Stuttgart angewiesen. Die Schwaben müssen in Hoffenheim verlieren, die Hamburger in Bremen gewinnen – dann wären sie doch wieder drin im internationalen Geschäft. „Natürlich“, sagt Mladen Petric, „schielen wir darauf, was in Hoffenheim passiert.“ Jerome Boateng, der vor einem Wechsel zu Manchester City steht, ergänzt: „Aufgeben werden wir uns bestimmt nicht.“ Und Dennis Aogo erinnert an das Vorjahr, als der HSV zwar gleich drei Werder-Debakel erlebte, am letzten Spieltag aber tatsächlich den nicht mehr für möglich gehaltenen Sprung in die Europa League schaffte. Aogos Plan: Was einmal geht, geht auch zweimal: „Wir haben doch bewiesen, dass wir es können.“

„Flaschenwerfer“ Paolo Guerrero darf bei dem Vorhaben zwar nicht helfen, weil er immer noch gesperrt ist. Möglicherweise bleibt der Peruaner beim HSV aber ein Mann für die Zukunft. Laut „Hamburger Morgenpost“ bietet der Club dem 26-jährigen Stürmer einen neuen Dreijahresvertrag an. Guerrero ist nicht abgeneigt: „Ich möchte gern bleiben, die Leute und die Stadt gefallen mir.“

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