Werders Gegner VfB Stuttgart kämpft gegen Erfolglosigkeit / Kein Schub durch Labbadias Vertragsverlängerung

Aufbruchstimmung endet im Absturz

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Genervt: Stuttgarts Torwart Sven Ulreich sieht einige Unzulänglichkeiten in seinem Team. ·

Werder-Bremen - Von Manfred BockSTUTTGART · Es ist noch nicht allzu lange her, da hat Gerd Ernst Mäuser die Zukunft des VfB Stuttgart rosarot gemalt.

Anfang Januar war das, als der redselige Präsident des VfB Stuttgart an der türkischen Riviera eintraf, um sich am Trainingsplatz in verwaschenen Jeans, winddichter Winterjacke und roter Mütze mit VfB-Emblem eine sonnige Zukunft vorzustellen. „Wir haben doch ein geiles Jahr gehabt“, schwadronierte der 54-Jährige damals, „und wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben, bin ich guter Dinge.“ Denn: „Wir sind mit Bayern und Dortmund der einzige Verein, der noch in drei Wettbewerben spielt.“ In der Bundesliga wolle man auf die europäischen Startplätze schauen, dazu seien die Gegner im DFB-Pokal (VfL Bochum) und in der Europa League (KRC Genk) gewiss schlagbar. Es hat sich wirklich gut angehört, was das Oberhaupt damals von sich gab – doch dummerweise stellt sich nur wenige Wochen später die Lage gänzlich anders dar.

Der VfB Stuttgart hat es sogar geschafft, nach einem Belek-Trainingslager noch schlechter aus den Startlöchern zu kommen als Werder Bremen. Nach drei Pleiten im neuen Jahr (jeweils 0:2 gegen den VfL Wolfsburg und FC Bayern, dann 1:3 bei Fortuna Düsseldorf) ist die Aufbruchstimmung verflogen. Und es hat nichts genützt, dass in der Vorwoche endlich auch Trainer Bruno Labbadia ein neues Arbeitspapier bis Sommer 2015 unterzeichnete. Sein nicht unumstrittener Assistent Eddy Sözer verlängerte gleich mit. Doch nun wissen längst nicht mehr alle in Bad Cannstatt, ob das wirklich die richtigen Signale waren. Morgen steigt ein Schlüsselspiel.

„Ich habe den Club in einem gefährlichen Stadium übernommen, was für mich absolutes Neuland und nicht einfach war. Der Abstiegskampf hat mich dann kompletter als Trainer gemacht“, hat Labbadia noch vor einer Woche gesagt. Aber ausgerechnet vor dem Heimspiel gegen Werder – ein Club, über den der einstige Strafraumstürmer und Ex-Bremer stets mit Hochachtung spricht – hängt nun der Haussegen schief. Sportdirektor Fredi Bobic mag „nicht in Aktionismus“ verfallen, gleichwohl wirft das stete Auf und Ab dieses schwer erziehbaren Kaders Fragen auf. Vor der Kritik von Kapitän Serdar Tasci an den Führungsspielern (wir berichteten) hatten sich bereits andere Profis zu Wort gemeldet.

Sven Ulreich hatte auf seiner Facebook-Seite seinem Unmut über den „verpatzten Jahresauftakt“ Luft gemacht. „Mannschaftlich, persönlich, Tabelle, Leistung. Uns fehlt einiges, um euch und auch uns wieder zufrieden zu stellen“, schrieb der VfB-Schlussmann an die Anhänger. Und: „Das nervt gewaltig.“ Leicht vorstellbar, wie das notorisch unruhige Publikum reagiert, wenn die Heimelf auch gegen die Hanseaten in Rückstand gerät. Denn es gab schon VfB-Mannschaften, die mehr Identität stifteten. Dass beispielsweise Noteinkauf Felipe (kam aus Wolfsburg) in der Innenverteidigung dem Eigengewächs Antonio Rüdiger vorgezogen wird, können viele nicht verstehen.

Obwohl sich Stuttgart immer noch für seine Jugendarbeit rühmt, dominiert auf dem Rasen Multikulti. Von den zuletzt eingesetzten 14 Spielern in Düsseldorf waren in Person von Ulreich, Tasci und Christian Gentner nur noch drei deutsche. Stattdessen beschäftigen die Schwaben Profis aus 13 Nationen. Weil sich darunter aber auch der Ex-Bremer und Österreicher Martin Harnik sowie die lange in Deutschland spielenden Vedad Ibisevic oder Tamas Hajnal befinden, versichert Labbadia: „Das Team hat einen guten Geist.“

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