Hannover-Held Wetklo will auch gegen Werder im Mainzer Tor stehen / Miese Heimbilanz

Aufbruchstimmung dank der Nummer zwei

Mainz-Keeper Christian Wetklo nach dem gehaltenen Elfmeter in Hannover. ·

Mainz - Um einen lockeren Spruch sind die Mainzer nie verlegen. Egal, ob Präsident Harald Strutz, Manager Christian Heidel oder die meisten Spieler: Beim selbst ernannten Karnevalsverein wird tatsächlich öfter gelacht und gescherzt als bei anderen Bundesligisten, aber natürlich lösen auch hier vor allem Erfolge die Zunge.

Und so rief am Mittwochabend im Kabinengang tatsächlich Torwart Christian Wetklo heraus: „Gehaltserhöhung!“ Gerade war Heidel vorbeigegangen, und was der 31-Jährige damit bei bester Laune ausdrücken wollte, war ja weniger eine wirkliche Anhebung der Bezüge, sondern eine gesteigerte Achtung vor seinen Leistungen. Wetklo spielt schon seit der Jahrtausendwende für den FSV und hat alle Höhen und Tiefen mitgemacht – inklusive der prägenden Ära unter Jürgen Klopp.

Dass gerade dieser verlässliche Torsteher mit seinem gehaltenen Elfmeter in der Nachspielzeit den 1:0-Pokalerfolg bei Hannover 96 möglich machte, ist pikant, weil Wetklo erst in einer „Bauchentscheidung“ zum Saisonstart von Trainer Thomas Tuchel zum Ersatzmann degradiert wurde. Die Nummer eins war bislang Heinz Müller. „In der Sache war das mit Argumenten nicht zu stützen. Zwischen Heinz und ‚Wetti‘ war eigentlich kein Unterschied zu erkennen“, gestand Tuchel nun ein. Und der 38-Jährige ist auch so ehrlich, den Konkurrenzkampf der Keeper fürs Heimspiel gegen Werder wieder für offen zu erklären. „Es kann sein, dass die Entscheidung jetzt wieder ein Stück weit offen ist.“ Der überaus ehrgeizige Wetklo, der auch im Training bei jedem Gegentor schäumt, hat seine Position schon mal so dargelegt: „Ich bin ja nicht geboren, um mein Leben auf der Bank zu verbringen. Man sitzt und sitzt und sitzt. Ich hatte da schon ein paar mentale Probleme.“

Andere mussten sich ebenfalls länger gedulden, etwa der 2,5 Millionen Euro teure Neuzugang Anthony Ujah (ein 21-jähriger Nigerianer) und der 19-jährige Deutsch-Türke Yunus Malli, geholt aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach. Beide durften in Hannover in der Startelf ran. Tuchel ist in dieser Hinsicht ohnehin unberechenbar – Personal und System wechseln stetig, letzteres sogar häufig während des Spiels. Tuchel, ein emotionaler Vertreter, wird seinen Profis nun predigen, die positiven Errungenschaften der Zu-Null-Spiele von Hannover und Berlin mit in die Bremen-Partie zu retten – auch wenn sein Ensemble in der Liga seit acht Spielen sieglos ist. In der neuen schmucken Coface-Arena gab es sogar erst einen Sieg am ersten Spieltag gegen Bayer Leverkusen, danach folgten vier Heimpleiten. Präsident Strutz spricht davon, die „prickelnde Atmosphäre vom Bruchwegstadion“ noch nicht den einen Kilometer weiter an den Mainzer Europakreisel transportiert zu haben.

Aber der Verein bewahre trotz aufkommender Kritik der treuen Fans die Ruhe. Denn, betont Strutz: „Außer Dortmund, Leverkusen und Bayern kann es jeder Mannschaft zum Saisonstart passieren, erst mal unten drin zu stehen.“ · mb

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