Augsburgs Manager Andreas Rettig stapelt extrem tief / Der Aufsteiger rechnet mit einem langen Abstiegskampf

„Auf Zehenspitzen reichen wir Werder bis zum Kinn“

Werder Bremen ist für Augsburgs Manager Andreas Rettig „das leuchtende Vorbild“. ·

Augsburg · Viele der Augsburger Anhänger verbinden mit Werder Bremen einen der schönsten Tage der Vereinsgeschichte.

Unvergessen ist ja, wie der damalige Zweitligist im März vergangenen Jahres bis ins Halbfinale des DFB-Pokals stürmte, doch dann bei den Pokal-Spezialisten von der Weser chancenlos war. Die Gastfreundschaft der Bremer als auch die „Lukas-Willkommensplakate“ sind unvergessen – und so ist für die Werder-Fans eigens ein „Augsburg Calling-Bremen Programm“ ausgetüftelt, das nach der Partie morgen unter anderem eine gemeinsame Party bis weit nach Mitternacht als auch am nächsten Morgen ein Frühstück in der Dominikanergasse inklusive anschließender Stadtführung vorsieht.

Das Image ist dem schwäbischen Emporkömmling wichtig, und dazu passt auch die Bescheidenheit von Geschäftsführer Andreas Rettig: „Schon zu meinen Freiburger Zeiten war die Bremer Unaufgeregtheit immer das leuchtende Vorbild.“ Und obwohl die Augsburger in den vergangenen vier Partien fünf Punkte ergatterten, ist der 48-Jährige weit davon entfernt, von einem Duell auf Augenhöhe zu sprechen: „Selbst wenn wir uns auf Zehenspitzen stellen, reichen wir denen nur bis zum Kinn. Ich bin überzeugt davon, dass Werder am Ende einen internationalen Platz ergattert.“

Rettig, zuvor Manager beim SC Freiburg sowie dem 1. FC Köln und seit 2006 beim FCA, ist nicht nur ein gut vernetzter Strippenzieher, sondern auch ein anerkannter Pragmatiker. „Es ist nicht so wichtig, wo wir nach zehn Spieltagen spielen – der FC Augsburg beschreitet eine andere Zeitachse. Wir wollen uns mittelfristig im bezahlten Fußball etablieren – möglichst in der Bundesliga.“ Doch es wäre verwunderlich, würde ein Aufsteiger, der mit einem Mini-Etat von 32 Millionen Euro und nur rund 15 Millionen Personalkosten hantiert, nicht bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf stecken. „Darauf sind wir alle eingestellt“, sagt Rettig, dessen Verein partout jenes Schicksal vermeiden will, das einst Eintagsfliegen wie den SSV Ulm, Fortuna Köln, Blau-Weiß 90 Berlin oder den VfB Leipzig ereilte.

In der Stadt der Puppenkiste solle Nachhaltigkeit entstehen, und die Elektroladestation an der neuen Arena, sagt Rettig, könne dafür als symbolhaft gelten. „Wir halten die Liga nicht um jeden wirtschaftlichen Preis.“ Ergo hat der Neuling wenig bis gar kein Geld für neue Spieler ausgegeben, „die meisten kannten die Bundesliga nur aus der Sportschau“. Akklimatisiert haben sich die Augsburger trotzdem – spätestens mit dem 1:0 am Samstag in Mainz. „Wir haben lange auf den ersten Sieg warten müssen“, sagt Trainer Jos Luhukay, der sich schon mit Vorwürfen konfrontiert sah, sein Ensemble sei nicht bundesligatauglich.

Und oft geistert auch noch das Thema Michael Thurk in Augsburg herum, obwohl Luhukay wie Rettig keinen Deut von der im August verkündeten Ausbootung des 35-jährigen Angreifers mit Kultstatus abrücken. „Wir können den Klassenerhalt nur über die Gruppe schaffen“, insistiert Rettig. Und in dieser ist der einstige Torjäger unerwünscht. · mb

Manchester: May will Trump auf undichte Stellen ansprechen

Manchester: May will Trump auf undichte Stellen ansprechen

Obama setzt sich von Trump ab - ohne ihn zu erwähnen

Obama setzt sich von Trump ab - ohne ihn zu erwähnen

Kreisverbandsschützenfest in Oerdinghausen

Kreisverbandsschützenfest in Oerdinghausen

Manchester-Stars feiern bewegenden Sieg

Manchester-Stars feiern bewegenden Sieg

Meistgelesene Artikel

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Begegnungen für den Telekom-Cup stehen

Begegnungen für den Telekom-Cup stehen

Lukimya verlängert beim Liaoning FC

Lukimya verlängert beim Liaoning FC

Kommentare