Werder heute bei der taumelnden Hertha / Schaaf warnt, Rehhagel rätselt

„Auf alles vorbereitet“

Werder-Coach Thomas Schaaf rechnet heute Nachmittag in Berlin mit einer „intensiven Partie“. ·

Bremen - Bis kurz vor 15.30 Uhr wird heute Nachmittag das Blitzlichtgewitter dauern, dann sitzen Otto Rehhagel und Thomas Schaaf im Berliner Olympiastadion auf ihren Trainerbänken. Und dann geht’s nicht mehr um Rehhagels großes Wiedersehen mit Werder und Schaaf, sondern um Bundesliga-Fußball – und um ganz wichtige Punkte.

Für beide. Die Bremer wollen nach dem 0:1-Heimpatzer gegen Nürnberg zurück in die Erfolgsspur und mindestens Platz sechs behaupten, die Herthaner überhaupt mal wieder irgendetwas holen.

Berlin spielt eine unfassbare schlechte Rückrunde: sechs Spiele, null Punkte, 1:14 Tore – eine desaströse Zwischenbilanz, die den Hauptstadt-Club bis auf den Relegationsplatz runterriss und die der als Retter verpflichtete Rehhagel schleunigst schönen soll. Doch sein Einstand vor einer Woche beim 0:3 in Augsburg ging gründlich in die Hose. Bei vielen mehren sich schon die Zweifel, ob der 73-jährige Altmeister den freien Fall stoppen kann.

Abschlusstraining vorm Hertha-Spiel

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Bei Werder sind sie trotz der rasanten Berliner Talfahrt aber sehr vorsichtig. „Hertha ist ganz sicher gefährlich, sie haben nichts mehr zu verlieren. Da müssen wir aufpassen und wieder Vollgas geben“, fordert Verteidiger Francois Affolter. Stürmer Marko Arnautovic, der auf eine Rückkehr in die Startelf hofft, ergänzt: „Wenn wir Berlin unterschätzen, wird‘s richtig schwierig. Wir brauchen volle Konzentration und Kraft.“ Coach Thomas Schaaf wird ohnehin nie sagen, dass ein Kontrahent leichte Beute sein könnte. Seine Warnung: „Ich rechne mit einer sehr intensiven Partie. Hertha wird alles tun, um die Situation zu ändern und eine andere Richtung aufzunehmen.“

Diese Werder-Spieler brachte Otto groß raus

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Doch die Bremer, die das Hinspiel dank Claudio Pizarros Kopfballtor in der Nachspielzeit glücklich und am Ende in doppelter Überzahl mit 2:1 gewonnen hatten, fühlen sich gewappnet. „Egal, ob der Gegner defensiv eingestellt ist oder mitspielen will – wir sind auf alles vorbereitet“, betont Schaaf. Ein bedingungsloser Sturmlauf ist von den Berlinern aber eher nicht zu erwarten. „Hertha wird tief stehen und auf Konter lauern“, glaubt Werders Mittelfeldmann Tom Trybull und fügt an: „Da wird sich zeigen, ob wir unsere Lehren aus dem Nürnberg-Spiel gezogen haben.“ Gegen den „Club“ hatten sich die zu ideenlosen Bremer nur wenige Chancen herausgearbeitet – und die dann auch noch vergeben. „Wir müssen effizienter und konsequenter sein“, sagt Affolter. Linksverteidiger Florian Hartherz sieht’s ähnlich: „Wir müssen unsere Tore machen, dann wird es schon seinen Lauf nehmen.“

Werders Wiedersehen mit Otto Rehhagel

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Der Gegner aus Berlin wäre froh, wenn er in diesem Jahr schon so viele Treffer erzielt hätte wie Werder (7). Stürmer Pierre-Michel Lasogga gelang beim 1:2 gegen den HSV das einzige Hertha-Tor in der Rückrunde. In Nürnberg (0:2), Stuttgart (0:5), Augsburg (0:3) sowie gegen Hannover (0:1), Dortmund (0:1) und im DFB-Pokal gegen Gladbach (0:2) ging die Hertha komplett leer aus. Die Frage, wer denn beim Aufsteiger für die so dringend benötigten Erfolgserlebnisse sorgen soll, ist aber längst nicht die einzige elementare. Schafft es Rehhagel, dem Berliner Spiel Struktur zu verschaffen? Und wie stellt er angesichts der enormen Personalprobleme heute auf? „Ich weiß ja noch nicht, wer wirklich fit ist“, rätselt der 73-Jährige. Bangen muss er vor allem um Innenverteidiger Roman Hubnik (Zehenverletzung) und Vize-Kapitän Christian Lell. Der Rechtsverteidiger war nach einer Muskelverletzung im Oberschenkel und rund einem Monat Pause erst am Mittwoch ins Training zurückgekehrt, ist aber erneut angeschlagen.

Sicher fehlen werden heute Nachmittag Andreas Ottl (Rotsperre), der Ex-Bremer Peter Niemeyer (fünfte Gelbe Karte) und Fabian Lustenberger (Mittelfußprellung) – alle drei sind defensive Mittelfeldspieler, so dass Rehhagel auf der „Doppelsechs“ total umbauen muss. Vermutlich zieht er die beiden Außenverteidiger Levan Kobiaschwili und Christoph Janker nach vorne. · mr

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