Klaus Allofs: Werder stand bei Mertesacker im Wort und brauchte das Geld

Auch wenn‘s weh tut: „Wir hatten keine andere Wahl“

Auch ohne Per Mertesacker glaubt Geschäftsführer Klaus Allofs (Bild) an eine erfolgreiche Werder-Saison. ·

Bremen - Klaus Allofs wollte nicht mehr warten. Er betrat das Podium im Mediensaal des Weserstadions, bereit, den Wechsel von Per Mertesacker zu Arsenal London sowie dessen Vor- und Nachteile für Werder Bremen trotz der zu diesem Zeitpunkt noch fehlenden offiziellen Bestätigung in aller Ausführlichkeit mit den Journalisten zu besprechen. Allofs saß noch gar nicht ganz, als sein Handy klingelte.

„Tschuldigung, ich muss da mal ran“, sagte er und verschwand um die Ecke. „Tschüss und alles Gute“, verstand man noch, dann klärte der Werder-Geschäftsführer auf: Es war Per Mertesacker, der sich gemeldet hatte, um mitzuteilen, dass er und Arsenal in allen Punkten Einigkeit erzielt hätten, der Transfer nun nur noch vom englischen Verband bürokratisch bearbeitet werden müsse. „Wir tun jetzt mal so, als ob das schon alles durch wäre“, sagte Allofs grinsend und gab damit das Signal: Feuer frei für die wichtigsten Fragen zum Elf-Millionen-Deal. Allofs über…

…die Entwicklung des Transfers

„Per hat immer gesagt, dass er gerne bei uns geblieben wäre. Das kaufe ich ihm auch ab, denn er ist von ganzem Herzen Werderaner. Aber er hat uns auch erklärt, dass Arsenal sein Wunschclub ist. Deshalb sind wir tief in die Verhandlungen eingestiegen. Am Dienstag haben wir uns mit Arsenal geeinigt – das ging zügig. Wir sind auch nicht aus allen Wolken gefallen, als das Angebot kam. Das war ja abzusehen gewesen.“

…die Unmöglichkeit, zum Wechsel Nein zu sagen

„Im Grunde hatten wir keine andere Wahl, als so zu entscheiden, wie wir entschieden haben. Dabei haben wir uns nicht nur auf die finanzielle Situation ausgerichtet. Wenn wir die Einnahme nicht gemacht hätten, wäre das Leben bei Werder auch weitergegangen. Wir mussten nicht um jeden Preis verkaufen. Aber wir konnten es Per nicht mehr abschlagen, zumal unsere finanziellen Forderungen erfüllt wurden. Letztes Jahr hatten wir Per nicht gehen lassen, aber vereinbart, dass wir uns in diesem Jahr mit einem Wechsel auseinandersetzen werden, wenn es sein ausdrücklicher Wunsch ist.“

…den entstandenen sportlichen Schaden

„Wenn der Kapitän, noch dazu ein Spieler mit einem Stammplatz in der Nationalmannschaft, geht, ist das ein riesiger Verlust. Das müssen wir gar nicht kleinreden. Das steht auf einer Stufe mit Diego oder Frings.

Pers Weggang ist ein Einschnitt. Wie wir das in den nächsten Tagen auffangen werden, weiß ich nicht.

Perspektivisch werden wir das aber hinkriegen. Das hängt natürlich auch von der Entwicklung bei Naldo ab. Insgesamt habe ich aber keine Angst, weil ich großes Vertrauen in den Rest der Abwehrspieler habe. Ob Sokratis die Position in der Innenverteidigung übernehmen wird, weiß ich nicht. Er macht das auf der rechten Seite sehr gut, vielleicht belässt es der Trainer dabei. Wir haben ja auch noch Sebastian Prödl, Andreas Wolf und Naldo – das sind schon einige Möglichkeiten.“

…die Verwendung der Ablösemillionen

„Es sind notwendige Einnahmen. Wir sind ein Club, der sich schon immer auch über Transfererlöse finanziert hat. Es ist auch unsereBestimmung, Spieler zu verkaufen. Dennoch schwimmen wir jetzt nicht im Geld. Wir werden vorsichtig damit umgehen, denn wir sind dabei, die Mannschaft neu aufzubauen.“

…Mertesackers Aussichten in der Premier League

„Ich glaube, Per passt in die Premier League und bin mir sicher, dass er sich durchsetzen wird. Klar ist, dass er sein Spiel anpassen muss. Aber dafür ist er intelligent genug.“

…das Bremer Saisonziel ohne Mertesacker

„Nach den bisher gezeigten Leistungen bin ich recht zuversichtlich, dass wir im oberen Tabellendrittel bleiben. Aber natürlich haben wir einen wichtigen Spieler verloren. Da müssen wir erstmal abwarten, wie wir das verkraften.“ · csa

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