Werder-Coach Schaaf nahm sich Mertesacker und Naldo zur Brust – „und das merkt man im Spiel“

Auch Vorbilder brauchen Nachhilfe

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Ein Teil des neuen Werder-Bollwerks. „Naldo und ich rufen jetzt genau das Potenzial ab“, meint Per Mertesacker.

Bremen - Von Björn Knips · Quizfrage: Wie lange spielt Per Mertesacker schon für Werder Bremen? Etwas über drei Jahre. Na, wer hat’s gewusst? Klaus Allofs glaubt jedenfalls, „dass die Leute das Gefühl haben, Per wäre schon 100 Jahre bei uns“.

Was einerseits ein großes Lob für den Spieler ist, kann andererseits – so der Werder-Boss – auch zum Problem werden: „Die Leute vergessen, dass Per erst 25 Jahre alt ist. Manchmal erwarten sie zu viel von ihm. Dabei kann auch er sich noch entwickeln, das Potenzial hat er jedenfalls.“

Den Beweis dafür gab’s am vergangenen Samstag, als Mertesacker beim 2:0-Sieg gegen Hoffenheim eine Weltklasse-Leistung ablieferte. Ein Produkt harter Arbeit und deutlicher Worte von Coach Thomas Schaaf, wie Mertesacker gesteht: „Der Trainer war am Anfang der Saison nicht so zufrieden und hat vor allem mit uns Innenverteidigern, also Naldo und mir, sehr viel gesprochen. Dabei hat er uns deutlich dargestellt, wie es besser geht. Und das merkt man jetzt im Spiel.“

Die Werder-Abwehr ist endlich mal wieder ein Bollwerk, lässt kaum noch Gegentore zu (siehe Extra-Text). „Naldo und ich rufen jetzt genau das Potenzial ab, das uns zugesprochen wird“, freut sich Mertesacker. Irgendwie hatte es ihn in der Vergangenheit schon ein wenig verwundert, „dass wir nie in Frage gestellt wurden, obwohl wir bei Werder so viele Gegentore bekommen haben“. Die Trefferflut wurde aber fast ausschließlich auf die zu offensive Spielweise geschoben. „Ich fand auch, dass wir oft mit zu hohem Risiko gespielt haben“, sagt Mertesacker.

Der Trainer verordnete dem Team aber in dieser Saison nicht nur eine Prise mehr Defensive, sondern stellte auch seine zwei Innenverteidiger neu ein. „Diese Arbeit hat unheimlich gefruchtet“, meint Allofs und erklärt: „Auch bei sehr guten Spielern können sich im Laufe der Zeit plötzlich kleine Fehler mit durchaus großer Wirkung einschleichen, weil man Dinge falsch verinnerlicht hat. Darauf hat der Trainer hingewiesen – und die Spieler haben es sehr gut umgesetzt.“

Naldo und Mertesacker gelten dabei allerdings auch als absolut pflegeleicht. „So stellt man sich Profis vor“, schwärmt Allofs: „Sie haben den nötigen Ehrgeiz und die richtige Einstellung, mit solchen Situationen klarzukommen.“

Dass Mertesacker kürzlich in einem Interview erklärt hat, dass er möglichst bald wieder in der Champions League spielen will und deshalb einen Wechsel nicht ausschließe, nimmt Allofs ihm nicht übel. „Er darf sich auch mit nichts weniger als der Champions League zufrieden geben“, sagt Allofs: „Wir wissen, dass Per irgendwann auch für ausländische Vereine interessant werden könnte. Und bis dahin müssen wir die finanziellen Voraussetzungen so hinbekommen, damit er noch viele Jahre bei uns bleibt.“

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