Der Werder-Coach hat keine Angst vor Insider Allofs / Appell an die Bremer Fans

Auch Schaaf weiß, was zu tun ist

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Aus Partnern werden Gegner: Thomas Schaaf (links) und Klaus Allofs treffen sich morgen in Wolfsburg.

Bremen - Alle machen sich Sorgen, dass Klaus Allofs den SV Werder an seinen neuen Club verrät – nur einer nicht: Thomas Schaaf. Der Bremer Chefcoach gibt sich vor dem Duell mit dem VfL Wolfsburg (morgen, 15.30 Uhr, VW-Arena) betont entspannt und verlässt sich dabei auf sein eigenes Wissen und den Blick in die Vergangenheit.

„Früher war es so: Kaltz flankt auf Hrubesch, und der nickt ein. Jeder wusste das, aber man konnte es nicht verhindern“, erinnert Schaaf an das Hamburger Traumduo aus den 70er/80er Jahren. Dem 51-Jährigen ist es ziemlich egal, dass der nächste Gegner in Allofs einen perfekten Insider in seinen Reihen hat. Und böse ist er dem Kumpel schon einmal gar nicht, dass der aus dem Nähkästchen plaudern wird: „Es wäre fahrlässig, wenn Klaus das nicht machen würde.“

Schaaf bleibt ganz cool, will seine Marschroute auf dem Platz inklusive Spielsystem auf keinen Fall verändern: „Man muss an den Dingen festhalten, die man gut gemacht hat.“ Ausrechenbar sei Werder deshalb nicht – selbst nicht von Allofs, behauptet der Coach: „Wir haben große Individualisten in unserem Team, die immer wieder für Überraschungen sorgen.“

Natürlich könne Allofs auch da den einen oder anderen nützlichen Tipp geben, doch Schaaf kann absolut dagegenhalten. Schließlich setzt Wolfsburg auf Diego und Naldo. An der Weser sind die beiden Brasilianer zu Stars geworden. Ihr Lehrmeister damals: Thomas Schaaf. „Wir haben auch die Möglichkeit, in uns zu gehen, um zu wissen, wie ein Diego agiert oder wie ein Naldo seine Freistöße schießt.“ Torwart Sebastian Mielitz werde jedenfalls gut vorbereitet sein, verspricht der Trainer und grinst.

Schaaf versucht die Aufregung um diese Partie auch ein wenig wegzulächeln. „Es wird sicher sehr, sehr viele Bilder geben“, blickt er mit einem Schmunzeln voraus. Wohl wissend, dass jeder Schritt, jede Geste von ihm in der Nähe von Allofs unter größtmöglicher Beobachtung stehen wird. Das amüsiert ihn, und er entschuldigt sich verschmitzt dafür, dass er den Medien nicht noch mehr bieten kann: „Aber Klaus und ich gegeneinander auf dem Platz – das geht leider nicht mehr. Deshalb heißt das Spiel auch Wolfsburg gegen Werder – und nicht irgendwie anders.“

Nach der ersten Enttäuschung, den kongenialen Partner bei Werder verloren zu haben, wirkt Schaaf nun so gelöst wie lange nicht mehr. Die Pressekonferenz vor dem Wolfsburg-Spiel muss er alleine bewältigen – ohne Allofs. Dessen Platz ist frei. Bei unangenehmen Fragen kann sich der Trainer nicht mehr auf den Sportchef verlassen, der irgendwie immer noch die richtigen Worte fand. Jetzt muss Schaaf immer ran – und er macht das ziemlich souverän. Dazu gehört auch sein Appell an die Fans nach der Frage, ob er morgen Nachmittag Pfiffe gegen Allofs aus dem Werder-Block erwarte: „Man sollte nie vergessen, was Klaus Allofs alles für Werder geleistet hat.“

Werder soll sich möglichst auf Werder konzentrieren, eine gute Leistung abrufen und drei Punkte holen. Denn bei dem ganzen Hype um diese Partie, stellt Schaaf fest, sei das immer noch das Wichtigste im Fußball. · kni

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