Innenbandanriss – sechs Wochen Pause

Auch Petersen fällt aus: Sturm-Alarm bei Werder

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Nils Petersen verzieht das Gesicht vor Schmerzen. Bei der letzten von drei vergebenen Großchancen zog sich der Mittelstürmer einen Innenbandanriss im Knie zu.

Bremen - Erst kein Tor gegen Freiburg, jetzt keinen Angreifer mehr für Wolfsburg – Werder Bremen hat ein gewaltiges Sturm-Problem.

Weil sich Mittelstürmer Nils Petersen beim 0:0 gegen den SC Freiburg eine Innenbandverletzung im linken Knie zugezogen hat und nun sechs Wochen ausfällt, zudem Franco Di Santo mit einem Muskelfaserriss weiter nicht einsatzfähig ist, steht Trainer Robin Dutt plötzlich ganz ohne etablierten zentralen Stürmer da.

Rächt es sich jetzt, dass Werder im Sommer in Niclas Füllkrug, Johannes Wurtz und Joseph Akpala gleich drei Mittelstürmer abgegeben hat? Fakt ist: Für die Partie beim VfL Wolfsburg am Samstag muss Dutt auf Nachwuchskräfte zurückgreifen. Melvyn Lorenzen (18), der zuletzt zu zwei Kurzeinsätzen bei den Profis kam, wäre ein Kandidat. Oder Martin Kobylanski, der gestern beim 3:1 der U 23 gegen den SV Wilhelmshaven zweimal traf. Vielleicht bekommt auch U 19-Nationalspieler Davie Selke (18) eine Chance. „Wir haben genügend junge Spieler, die wir ins kalte Wasser werfen können“, meint Petersen. Vielleicht lässt Dutt aber auch ganz ohne zentralen Mann in der Spitze spielen. „Wir werden sicher eine gute Lösung finden“, verspricht er.

Eine Trainingswoche hat der 48-Jährige Zeit, ein Modell auszutüfteln. Gestern galt es erstmal, die Nachricht der Petersen-Verletzung zu verdauen. „Für Nils tut es mir leid, weil er gerade wieder auf den erfolgreichen Weg gefunden hat. Es schmerzt, dass in Nils und Franco gleich zwei Stürmer ausfallen“, meinte Dutt, der am Samstagnachmittag noch nicht geahnt hatte, was auf ihn zukommen würde. Ein Pferdekuss sei der Grund für Petersens Auswechslung in der Schlussminute gewesen, teilte er noch eine Stunde nach dem Abpfiff und völlig unbesorgt mit. Zu der Zeit war Petersen schon bei Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski zur Untersuchung. „Ich war von drei bis sechs Tagen Pause ausgegangen. Als der Doc sagte, ich würde vermutlich sechs Wochen ausfallen, dachte ich, der will mich veräppeln“, schilderte der 24-Jährige den ersten Check im Stadion. Bei einer MRT-Untersuchung gestern Morgen bestätigte sich dann Dr. Dimanskis Verdacht: Innenbandanriss im linken Knie. „Das ist jetzt bitter, aber damit muss ich leben können“, sagte Petersen.

Passiert war es in der Schlussminute. Nach einem Pass von Özkan Yildirim kam Nils Petersen von halblinker Position zum Abschluss – die dritte Top-Chance für ihn. Und die dritte, die er vergab. Bei der Aktion verdrehte er sich das Knie – ohne Einwirkung von Gegenspieler Fallou Diagne, der noch zur Grätsche angesetzt hatte. „Ein Foul war es nicht“, so Petersen: „Ich wollte unbedingt das Tor machen, wollte den Torwart tunneln. Aber in der Bewegung verdrehe ich mir das Knie.“

Die Noten: Werder Bremen - Freiburg

Die Noten: Werder Bremen - Freiburg

Fotos vom Spiel

Werder - Freiburg 0:0

Der mit drei Toren bislang erfolgreichste Bremer Torschütze winkte sofort um Hilfe, wollte dann aber sogar noch weiterspielen: „Ich war so unter Adrenalin…“ Doch Dr. Dimanski pfiff die Partie für ihn ab, und heute beginnt im Grunde schon die Reha für Petersen: „Ich werde alles tun, damit ich die Pause verkürzen kann. Vielleicht bin ich ja schneller wieder zurück.“

Aktuell ist die Not aber groß. Einziger kleiner Hoffnungsschimmer: Franco Di Santo absolvierte gestern die erste leichte Laufeinheit, ist also auf dem Weg zurück. Laut Dutt muss Werder aber „noch weitere 14 Tage“ auf den Argentinier verzichten. · csa

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