Fieber beim Mittelfeld-Leader / Eichin fordert gegen Fortuna „echte Typen“

Auch das noch: Werder geht ohne Hunt ins Nervenspiel

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Fehlt in Düsseldorf: Werders Aaron Hunt ist krank.

Bremen - Wende oder zittern bis zum Ende! Die Bedeutung der Partie morgen (15.30 Uhr) ist riesig. Mit einem Sieg bei Fortuna Düsseldorf kann sich Werder Bremen der größten Abstiegssorgen entledigen. Aber ausgerechnet jetzt wird die Personaldecke immer dünner. Neuester Ausfall: Aaron Hunt. Der Vize-Kapitän und seit drei Spielen einzige Bremer Torschütze hat Fieber, muss das Kellerduell sausen lassen. Wie acht oder neun andere Spieler auch. Werder geht am Stock – und das nicht nur personell.

Auch die mentale Stärke ist in den vergangenen Wochen nach und nach abhanden gekommen. Sieben Spiele ohne Sieg – mit dem unnötigen 0:2 gegen Schalke 04 als jüngstem Negativ-Erlebnis – haben Spuren hinterlassen. Trainer Thomas Schaaf: „Wir strotzen aktuell natürlich nicht vor Selbstbewusstsein.“ Wenn dann auch noch einer wie Hunt ausfällt, muss das erstmal verkraftet werden. Der 26-Jährige hatte beim 2:2 gegen Fürth nach seiner Einwechslung doppelt getroffen und auch das 1:1 in Mainz erzielt. Ohne ihn fehlt der Kopf im Mittelfeld. Ohne ihn hätte Werder in den letzten Wochen gar nichts an Punkten geholt. Ohne ihn sähe es noch düsterer aus. Pardon, sieht es noch düsterer aus. Schaaf klagt: „Die Summe der Ausfälle begrenzt unser Spiel insgesamt. Aaron ist dabei ein Verlust, der sich deutlicher bemerkbar macht.“

Neben Hunt sind Clemens Fritz, Aleksandar Ignjovski, Mehmet Ekici und Lukas Schmitz sowie die Langzeitverletzten Niclas Füllkrug, Raphael Wolf und Joseph Akpala nicht spielfähig. „Ein großes Fragezeichen“, so Schaaf, steht auch hinter dem Einsatz von Tom Trybull. Den defensiven Mittelfeldspieler plagt eine Sehnenreizung im Fuß. Und bei Philipp Bargfrede (Knieprobleme) zeigt die Tendenz ebenfalls in eine negative Richtung. „Es sieht so aus, dass es nicht geht“, sagt Schaaf.

Der gesunde Rest – inklusive der Rückkehrer Zlatko Junuzovic und Theodor Gebre Selassie – muss es morgen richten. Unbedingt. Die Partie bei der seit sechs Spielen sieglosen Fortuna wird Abstiegskampf pur. Wie es eben so ist, wenn der Tabellen-14. beim 15. gastiert. Beide stehen zwar noch deutlich über dem Strich (sieben bzw. fünf Punkte), beide müssen aber angesichts der eigenen fortwährenden Erfolglosigkeit eine Aufholjagd des FC Augsburg oder der TSG 1899 Hoffenheim fürchten. Es wird, das ist klar, auch ein Nervenspiel. „Wir befinden uns in einer Phase der Saison, wo schon mal mentale Schwierigkeiten auftreten“, sagt Werder-Sportchef Thomas Eichin und will beim eigenen Personal genau hinschauen – auch, um Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. In einem Spiel wie diesem „wird sich zeigen, wer in der Lage ist, den Druck auszuhalten. Ich bin mir sicher, dass wir die Spieler dafür haben.“

Tatsächlich? Zuletzt war der Eindruck ein total anderer. Immer, wenn ein Befreiungsschlag möglich war, versagte Werder. Ob beim 0:1 gegen den FC Augsburg oder beim 2:2 gegen Greuther Fürth. Und gegen Schalke brachen die Bremer zuletzt förmlich ein, taumelten nach guter erster Halbzeit letztlich mutlos der Pleite entgegen. Eine Wiederholung gegen Fortuna Düsseldorf wäre fatal. Eichin fordert deshalb: „Wir brauchen echte Typen, die Verantwortung übernehmen. Es reicht nicht, dass einer vorneweg geht, alle sind gefordert. Jetzt ist für jeden Spieler die Chance da, zu zeigen, dass er es drauf hat.“

Klingt wie ein Spruch aus dem Kino-Boxer-Epos „Rocky“. Der hat – einmal richtig angestachelt – meistens seine Gegner vermöbelt. Ob Werder das, auf den Fußball übertragen, auch noch kann? Es sei keine Frage der Qualität oder des Personals, sagt Stürmer Nils Petersen, „es geht darum, dass wir kratzen, beißen, spucken. Das kann jeder.“ Sein Wort in den Ohren der Kollegen. · csa/mr

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