Auch Mosquera war nur kurz in Changchun

Middendorp witterte Betrug und floh

Changchun - Der Mann hat schon überall auf der Welt trainiert und so manch Skurriles erlebt, aber diese Geschichte war selbst für Ernst Middendorp ein Stück zu krass. Nach nur drei Monaten und drei Tagen schmiss er vor sechs Jahren die Brocken bei Yatai Changchun hin. Just dem Club, auf den der SV Werder heute Abend (19.30 Uhr/Ortszeit) bei seiner ersten Station der China-Reise trifft.

Was war passiert im November 2008? „Ich kann nichts belegen. Aber bei zwei Spielen hatte ich so ein gewisses Unwohlsein“, berichtete Middendorp damals der „Bild“. Das Wort Wettmanipulation nahm er nicht in den Mund, erklärte aber vielsagend: „Unser 6:0 gegen Guangzhou und das 0:3 in Yuandong hatten einen faden Beigeschmack.“ Beim Kantersieg gegen den Tabellennachbarn wunderte sich Middendorp, dass zwei Stars des Gegners auf der Bank saßen. „Das wäre so, wenn Jürgen Klinsmann mal eben Luca Toni und Franck Ribery draußen lassen würde“, befand der damals 50-Jährige und wunderte sich über die Begründung des Guangzhou-Trainers: „Den beiden Spielern war es im Norden des Landes zu kalt…“ Und vor der 0:3-Pleite beim Schlusslicht meldeten sich Middendorps Stammtorwart und zwei Schlüsselspieler kurzfristig krank. Die Ersatzleute zogen bei drei Eckstößen Hände und Köpfe weg.

Middendorp ging zur Vereinsführung – und flog enttäuscht nach Hause: „Man sagte mir nur ,don’t worry’. Meine Vermutungen wurden nicht ernst genommen.“

Der ehemalige Coach von Arminia Bielefeld ist übrigens nicht der einzige Deutsche, den es mal nach Changchun zog. Auch Thomas Ritter (ehemals 1. FC Kaiserslautern) spielte 2000/01 dort. Und einige Werder-Fans werden sich sicher noch an den Kolumbianer John Jairo Mosquera erinnern, der bei seiner Odyssee durch die Fußball-Welt von 2006 bis 2011 in Bremen unter Vertrag stand, aber ständig ausgeliehen wurde. Der Stürmer spielte 2013/14 bei Changchun, wechselte dann vorzeitig zu Energie Cottbus und ist inzwischen bei Gil Vicente in Portugal gelandet.

Die beste Zeit erlebte Changchun 2007 mit dem Meistertitel. In der vergangenen Saison reichte es nur zu Platz 14. In dieser Spielzeit belegt der 1996 durch die Yatai-Gruppe, einem Mischkonzern aus Changchun, gegründete Club nach 14 Spieltagen Rang elf. Trainer ist der Serbe Dragomir „Dragan“ Okuka.

kni

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