Volle Offensive gegen Gladbach – auf und neben dem Platz / Optimist Arnautovic

Attacke statt Abwarten: Werder auf „Fohlenjagd“

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Werders Offensivmann Marko Arnautovic glaubt fest an einen Bremer Heimsieg gegen Gladbach: „Wir spielen zu Hause und wollen die drei Punkte.“

Bremen - Die Gefahr ist groß, der Erfolgsdruck enorm. Wenn Werder Bremen heute Abend (18.30 Uhr) sein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach verliert, droht im schlimmsten Fall der Absturz auf einen Abstiegsplatz.

Doch die Bremer, derzeit Zwölfter mit sieben Punkten, begegnen der Bedrohung mit Offensive – auf dem Platz und auch verbal. Attacke statt Abwarten!

Bilder vom Abschlusstraining

Werder-Abschlusstraining ohne Prödl

„Sorgen? Nein, die habe ich nicht. Ich bin auf jeden Fall optimistisch. Wir spielen zu Hause und wollen die drei Punkte“, betont Offensivmann Marko Arnautovic. „Wenn der Gegner keine Luft zum Atmen hat, macht er auch wenig“, sagt Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic und kündigt damit schon mal an, wie Werder heute auftreten wird.

Trotz schon 13 Gegentoren in sieben Spielen weicht Werder-Coach Thomas Schaaf, so die Trainingseindrücke, nicht von seiner sehr offensiven Ausrichtung ab. Stattdessen ergreift er die Flucht nach vorne. Man müsse „schauen, was auf uns zukommt“ und Ideen entwickeln, um die inzwischen sattelfestere Defensive des Tabellen-Zehnten zu knacken. „Die Gladbacher haben schon ein bisschen was einstecken müssen und viele Gegentore kassiert. Aber da haben sie noch offensiver gespielt. Das haben sie verändert, sind jetzt kompakter“, weiß Schaaf.

Seine favorisierte Idee, um die Deckung aufzureißen, ist scheinbar ein intensives Pressing. Schaaf will die Gladbacher „Fohlen“ früh jagen und unter Druck setzen. Im Training am Donnerstag ließ er auf verkleinertem Spielfeld das sofortige und energische Attackieren des Gegners üben. Das sah, auch gestern im Abschlusstraining, nicht schlecht aus – und wirkte wie das Proben des Ernstfalls, zumal die Co-Trainer Matthias Hönerbach und Wolfgang Rolff penibel auf Abseitspositionen achteten. Hatte die A-Formation den Ball erobert, wurde flott kombiniert und versucht, über die Flügelspieler Marko Arnautovic und Eljero Elia Gefahr zu entwickeln. In der Mitte lauerte Nils Petersen als zentraler Stürmer. Im Mittelfeld spielten Junuzovic (auf der „Sechs“) sowie Aaron Hunt und Kevin De Bruyne auf den Halbpositionen, wobei sich De Bruyne mehrfach ein Stück zurückfallen ließ, um Junuzovic zu unterstützen.

Personell wird Schaaf wohl – bis auf die notwendige Umstellung in der Abwehr – nur eine Änderung vornehmen: Petersen stürmt für Joseph Akpala. Das war’s. Philipp Bargfrede, eine Option als zweiter „Sechser“ und damit für eine etwas defensivere Variante, spielte vorgestern und auch gestern lediglich in der B-Mannschaft.

Wichtiger als das System oder die Besetzung sind aber ohnehin die mannschaftliche Geschlossenheit und die Disziplin, findet Junuzovic. „Die Kritik am Augsburg-Spiel war berechtigt, da haben wir schlecht gespielt und uns nicht als Mannschaft präsentiert.

Allofs: „Es ist Zeit,

nachzulegen“

Das müssen wir abstellen, wieder als Team auftreten. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, das ist der Schlüssel zum Erfolg“, glaubt der 25-jährige Österreicher und fügt mit Blick auf die notwendige Balance zwischen Defensive und Offensive an: „Wenn wir nur Hauruck-Fußball nach vorne spielen, sind wir hinten offen. Wir müssen kontrolliert agieren.“

Und ingesamt deutlich besser auftreten als beim peinlichen 1:3 in Augsburg vor zwei Wochen, wie Schaaf verlangt: „So eine Leistung wird nicht reichen. Sie hat in Augsburg nicht gereicht und wird gegen Gladbach erst recht nicht reichen.“ Auch Sportchef Klaus Allofs nimmt seine Bremer in die Pflicht und sagt: „Sieben Punkte sind zu wenig. Das wissen wir. Es ist Zeit, nachzulegen.“ · mr

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