Werder-Boss Allofs peilt noch Rang acht an, will aber auch von der Fast-Rettung nichts wissen

Attacke statt Abstiegsangst

Nach dem 3:1-Sieg im Abstiegskrimi gegen St. Pauli gab es den Dank des kompletten 16-Kaders für dieses Spiel.

Von Björn Knips - Klaus Allofs ist hin- und hergerissen: Glückwünsche zum Klassenerhalt nerven den Boss von Werder Bremen, „weil wir noch nicht durch sind“. Aber Abstiegsangst ist auch nicht so sein Ding, deshalb bläst Allofs nach dem 3:1-Sieg beim FC St. Pauli lieber zur Attacke:

„Wir haben das unten im Blick, aber wir schauen nach vorne und wollen noch ein, zwei, drei Plätze nach vorne kommen.“

Der Tabellenelfte (38 Punkte) hat Platz acht ins Visier genommen, weil Freiburg (41), Hoffenheim (40) und Schalke (40) in Schlagweite sind. Fehlt eigentlich nur noch eine Kampfansage an den Hamburger SV. Doch der Nordrivale ist mit 43 Zählern bei nur noch drei ausstehenden Partien etwas zu weit enteilt. Andererseits: Geht’s in die umgekehrte Richtung ist das mit dem Punktepolster so eine Sache.

Werder in der Einzelkritik

Werder-Pauli: Die Noten

Sechs Zähler beträgt Werders Vorsprung auf den VfL Wolfsburg, der den Relegationsplatz einnimmt. Das klingt erst einmal gut, aber aus sechs könnten schon am Freitag nur noch drei werden, denn im Weserstadion kommt’s zum direkten Duell. Und ausgerechnet jetzt sind die „Wölfe“ gefährlich geworden und haben mit dem 4:1-Sieg am Ostersonntag gegen den 1. FC Köln den ersten Sieg unter Trainer Felix Magath gelandet.

Ostertraining

Training am Ostersonntag

„Deshalb habe ich doch kein mulmiges Gefühl“, behauptet Allofs: „Okay, bei Wolfsburg hat alles gepasst, aber der Gegner hatte auch nicht viel drauf. Köln war an diesem Tag mit sich beschäftigt und nicht der Prüfstein.“ Zudem verweist der Sportchef auf die eigene Serie von acht Spielen ohne Niederlage und die starke zweite Halbzeit gegen Pauli. Am Millerntor machte Werder aus einem 0:1 noch ein am Ende souveränes 3:1. Allofs‘ Ärger über die missratene erste Hälfte ist mittlerweile verflogen. Schließlich hätten die Spieler nach der klaren, allerdings nicht lauten Kabinenpredigt von Trainer Thomas Schaaf die richtige Reaktion gezeigt, sich endlich besser bewegt und ihre sportlichen Fähigkeiten ausgespielt. Doch die Profis müssen sich in Acht nehmen, der Boss schaut ganz genau hin: „Die letzten drei Spiele werden kein Austrudeln sein. Jeder muss sich auch schon für die kommende Saison positionieren. Die Leistungen werden sich auf unsere Überlegungen auswirken, was wir auf welchen Positionen tun werden.“

Und es wird einiges passieren, denn weder die Rettung noch ein Sprung auf Rang Acht würden Allofs‘ Enttäuschung über die Saison wirklich mindern. „Wir werden ganz sicher nicht feiern oder sogar spezielle T-Shirts oder Schals drucken“, scherzt der Clubchef: „Am Ende der Saison wird stehen, dass wir unter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Und daraus werden wir die entsprechenden Schlüsse ziehen.“

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