Marko Arnautovic beendet seine Torflaute – und will künftig nur noch positive Schlagzeilen schreiben

„Astronautovic“ zündet die Rakete

Marko Arnautovic beendet seine Torflaute – und will künftig nur noch positive Schlagzeilen schreiben

Von Arne Flügge · Da war er, der Marko Arnautovic – so wie ihn sich Trainer und Clubführung vorstellen: Schnell, geistesgegenwärtig und eiskalt im Abschluss. Nach wochenlanger Torflaute hatte „Astronautovic“, wie ihn die Fans nennen, endlich mal wieder die Rakete gezündet.

Sein Tor in der 49. Minute zum 2:0 gegen Inter Mailand, als er Hugo Almeidas Hereingabe – scharf attackiert von Esteban Cambiasso – mit links volley in die Maschen hämmerte, war wirklich klasse gemacht.

Wer aber nun darauf gewartet hatte, dass Arnautovic nach diesem feinen Genie-streich abhebt, der irrte. Der 21-Jährige öffnete kurz nach Spielschluss selbst den Bremsschirm und sagte bescheiden: „Ich bin zufrieden, aber klar: Mir ist noch nicht alles gelungen.“

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Zuletzt hatte Arnautovic am 20. Oktober in der Champions League beim 1:1 in Enschede getroffen. Seine letzten Bundesliga-Tore liegen noch weiter zurück: Ein Doppelpack am 28. August gegen den 1. FC Köln. „Ich hoffe, dass es mit den Toren jetzt mehr wird“, meinte der Offensivspieler, dem die torlose Zeit ziemlich zugesetzt hat. „Der Ball wollte zuletzt einfach nicht rein. Man hat schon Chancentod zu mir gesagt. Ich hoffe, dass das jetzt gelaufen ist.“ Der Treffer, so Arnautovic, „gibt mir sehr großes Selbstvertrauen. Ich hoffe, dass ich jetzt am Samstag in der Liga gegen Dortmund nachlegen kann.“

Die Kritik, die in den vergangenen Wochen auf ihn niedergeprasselt ist, habe er sich schon zu Herzen genommen, wie Arnautovic beteuerte. Manchmal sei sie berechtigt gewesen, manchmal „haben die Leute aber auch mehr daraus gemacht als es war, und dann war es ein Drama.“ Ab sofort will Arnautovic nur noch für positive Schlagzeilen sorgen und keine Skandalstorys mehr liefern. „So etwas wird man künftig nicht mehr über mich lesen“, versprach der Österreicher.

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Trainer Thomas Schaaf und Sportchef Klaus Allofs werden das gerne hören. Vielleicht zahlt sich ihre Geduld mit dem nicht immer einfachen Profi jetzt aus. Doch sie wissen auch, dass ein schwieriger Charakter wie Arnautovic nicht Rückfall-resistent ist. Und daher mischte sich bei beiden in das Lob für ein gutes Spiel gegen Inter Mailand auch die erneute Aufforderung, es noch besser zu machen. „Marko hat in Ansätzen gezeigt, was er kann“, meinte Schaaf, „aber er kann noch viel mehr. Er kann nonstop unterwegs sein, noch besser abschließen.“ Und wenn die Mannschaft insgesamt besser funktioniert, „werden auch seine Qualitäten mehr zum Tragen kommen“, ist sich der Bremer Coach sicher.

Auch Allofs sprach davon, dass bei Arnautovic noch viel Luft nach oben sei: „Er kann es noch sehr viel besser spielen.“ Das Tor sei natürlich wichtig für ihn und sein Selbstvertrauen gewesen, meinte der Werder-Boss. Doch das dürfe jetzt nicht dazu führen, dass sich Arnautovic auf den frisch erworbenen Lorbeeren ausruht. „Es wird noch harte Arbeit auf ihn zukommen. Hier wird ihm nichts in den Schoß fallen“, meinte Allofs, „ich erwarte jetzt keine Wunder, aber er muss dranbleiben. Seine Leistung war ein kleiner Schritt. Ich denke, das weiß er auch.“

Schließlich hatte Arnautovic nur schwer ins Spiel gefunden. Ein Hackentrick beispielsweise, der schon im Ansatz keine Chance auf Erfolg gehabt hatte, zeigte an diesem Abend auch das alte, andere Gesicht des Offensivspielers. Hatte es während des Spiels dafür noch grimmige Blicke von den Kollegen gehagelt, war die schlampige Aktion nach dem 3:0-Sieg später verziehen. „Er hat sehr mannschaftsdienlich gespielt und sich mit dem Tor belohnt“, sagte Landsmann Sebastian Prödl.

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