Arnautovic schießt Werder zum Sieg

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Marko Arnautovic bejubelt seinen zweiten Treffer.

Bremen - Von Arne Flügge - Dank eines übnerragenden Marko Arnautovic hat Werder Bremen den ersten Saisonsieg gefeiert. Gegen den 1. FC Köln siegten die Bremer dank zweier Treffer des Neuzugangs mit 4:2

Als Marko Arnautovic nach dem Abpfiff in die Ostkurve ging, lagen ihm die Fans bereits reihenweise zu Füßen. Werder Bremens Neuzugang hatte sie gestern im Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Köln regelrecht verzückt. Zwei Tore und eine Torvorlage – was für ein Startelfdebüt für den 21-jährigen Stürmer, und das auch noch im eigenen Stadion. Nach 90 dominanten Minuten hatte Werder hochverdient mit 4:2 (2:1) gewonnen und damit die 1:4-Auftaktpleite in Hoffenheim ausgebügelt.

Arnautovic-Gala gegen Köln

Arnautovic-Gala gegen Köln

„Ich kann mir keinen besseren Einstand vorstellen. Ich denke, meine Leistung war ganz in Ordnung“, sagte Arnautovic später und fügte bescheiden an: „Ich bin froh, aber nicht stolz auf mich, sondern auf die ganze Mannschaft.“ Und die gab das Lob zurück: „ Marko hat heute eine Superleistung gezeigt“, schwärmte stellvertretend Marko Marin.

Der kleine Mittelfeldspieler war am Erfolg aber auch nicht ganz unbeteiligt. Schwer in seinen Dribblings zu stoppen, holte der Nationalspieler in der 33. Minute einen Strafstoß heraus – Kölns Petit hatte den Bremer nur durch ein Foul bremsen können. Kapitän Torsten Frings verwandelte – hart und hoch in die Mitte – zum 1:0.

Was folgte, war eine ganz schlimme Pöbelei der Kölner Fans gegen Marin, die den Werder-Profis mit Sprechchören wie „Marin, du Ratte“, oder „Sohn einer Hure“ beschimpften. Werder-Sportchef Klaus Allofs war deswegen total wütend: „Eine Riesenschweinerei, das geht zu weit!“ Marin selbst nahm’s augenzwinkernd: „Sie haben ja ihre gerechte Strafe bekommen und verloren . . .“

Dafür war in erster Linie Marko Arnautovic verantwortlich. Der Stürmer lieferte läuferisch und kämpferisch eine klasse Partie ab, gepaart mit spielerischer Raffinesse und Torgefahr. Nur drei Minuten nach der Bremer Führung stand der Österreicher goldrichtig und köpfte eine „No-Look-Vorlage“ von Sturmpartner Claudio Pizarro zum 2:0 in die Maschen. Jubel bei Arnautovic, Frust bei Pizarro. Denn der Peruaner zog sich wenig später eine Zerrung im rechten Oberschenkel zu, musste raus und wird damit wohl sein Länderspiel-Comeback abhaken müssen.

Die Bremer hatten ihre Überlegenheit auch in Toren ausgedrückt, brachten sich durch schlampiges Defensivverhalten aber wieder selbst in Bedrängnis: Podolski traf nur 60 Sekunden nach dem 2:0 per Kopf zum 1:2 (37.). „Wir müssen in der Defensive einfach sicherer werden“, forderte Allofs. Verstärkung ist bekanntlich im Anflug: Abwehr-Star Mikael Silvestre (33) kommt heute nach Bremen und wird vermutlich schon morgen einen Zweijahresvertrag unterschreiben. „Ich hoffe, dass es schnell über die Bühne geht“, meinte Allofs.

Sorgen im Offensivbereich muss sich der Werder-Boss dagegen nicht machen. Denn die Gala von Marko Arnautovic, der in den vergangenen Wochen wegen seines Auftretens noch eine Menge öffentlicher und vor allem interner Kritik hatte einstecken müssen, ging auch nach der Pause weiter. Zunächst legte der 21-Jährige dem eingewechselten Hugo Almeida fantastisch auf – 3:1 (74.), dann traf der Offensivallrounder nach toller Vorarbeit von Clemens Fritz noch einmal selbst mit einem knallharten Linksschuss zum 4:1 (90.+1). Der erneute Anschlusstreffer der Kölner zum 2:4 (90.+3) war wieder einmal der Bremer Schlafmützigkeit in der Defensive geschuldet. Doch wie sagte Arnautovic später so schön: „Im Fußball zählen nicht die Tore, sondern es zählt, wer gewinnt.“ Auch ’ne Weisheit . . .

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