Lobende Worte für Werders "Problem-Boy":

Arnautovic betreibt Imagepolitur

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Durchsetzungsvermögen: Marko Arnautovic (l., gegen Mikael Lustig) überzeugte gegen Schweden.

Bremen/Wien - Marko Arnautovic hat – aufgepasst! – ein dickes Lob bekommen. Genau genommen nicht nur eines, sondern gleich mehrere. Nach dem wichtigen 2:1-Sieg der österreichischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Schweden feierte die Presse im Alpenland das ganze Team – und hob Arnautovic sogar noch hervor.

„Der vermeintliche Problem-Boy“, schrieb „sport10.at“, „beeindruckte mit seiner Leistung“. Dabei war der bei Werder Bremen suspendierte Arnautovic in seinem ersten Spiel seit sieben Wochen nur einem der einfachsten Grundsätze im Fußball gefolgt. „Meine Aufgabe war es, dass ich mir den Arsch für die Mannschaft aufreiße. Das habe ich getan. Es zählt nur das Team“, sagte er nach dem Abpfiff.

Sollte da jemand richtig begriffen haben, wie Fußball funktioniert? Bei Werder war der 24-Jährige in den letzten vier Partien aus dem Kader verbannt worden, weil er jenen Kollektiv-Gedanken eben nicht verinnerlicht, geschweige denn gelebt hatte. Im Nationalteam hat es geklappt – jedenfalls für 90 Minuten. „Gut so“, meinte Werder-Sportchef Thomas Eichin. Er hatte auf so eine Reaktion zwar nicht unbedingt gesetzt – gesteigerte Erwartungen an Arnautovic sind schließlich gefährlich –, aber doch gehofft: „Marko weiß auch, dass er etwas gutzumachen hat. Sein Ruf ist erstmal ruiniert, jetzt muss er ihn wieder aufbauen. Und das geht am besten über die Nationalmannschaft, wenn man 90 Minuten rauf und runter rennt.“

Das hatte Arnautovic getan – übrigens auf der linken Seite, nicht wie bei Werder rechts. Er rannte, er arbeitete und er suchte immer wieder den Torabschluss. Getroffen hat er aber nicht. „Das hebe ich mir für das nächste Länderspiel auf“, sagte der gebürtige Wiener mit dem ihm eigenen Selbstvertrauen. Das hat offenbar unter der Suspendierung nicht gelitten. Auch der Hang zur Extravaganz ist geblieben. So belohnte sich Arnautovic nach dem Sieg über Schweden wie sich wohl nur Arnautovic belohnt: mit einem neuen Tattoo. Bei Tätowierer „Slim Heli“ ließ er sich in Wien weiter verzieren.

Mit dem Erfolg haben die Österreicher Platz zwei in der Qualifikationsgruppe C vorerst behauptet – hinter Spitzenreiter Deutschland. „Wir sind jetzt die Gejagten, genau das wollten wir sein“, sagte Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic, der zweite von drei Bremern im österreichischen Team. Nummer drei war Sebastian Prödl, der kurz vor Ende der ersten Halbzeit eingewechselt worden war. Gemeinsam brachten sie den Sieg nach Hause. . Die Ausgangslage spricht jetzt für uns“, meinte Junuzovic.

Marko Arnautovics persönliche Lage hat sich sogar verbessert. Das Vertrauen von Nationalcoach Marcelo Koller hat er gerechtfertigt. Nun geht’s – das ist jedenfalls der aktuelle Stand – ab dem 6. Juli bei Werder weiter. Coach Robin Dutt will ihm dann vorurteilsfrei begegnen. Sportchef Eichin auch? Nach der Absage des Bulgaren Aleksandar Tonev ist Werder ein Stück mehr auf eine Versöhnung mit Arnautovic angewiesen. „Natürlich fangen wir bei null an“, sagte Eichin. Und dennoch: Sollte sich bis dahin ein Kaufinteressent mit passablem Angebot melden, ist ein Transfer des bis 2014 gebundenen Angreifers sehr wahrscheinlich.

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