Bremer trifft heute auf seinen Ex-Club, bei dem er nie glücklich wurde / Wiedersehen mit Kumpel Sneijder

Arnautovic: „Kein Mitleid mit Inter Mailand“

Verstehen sich prima: Werder-Stürmer Marko Arnautovic (unten) und Inter Mailands Superstar Wesley Sneijder (hier nach dem Gewinn des italienischen Pokals).

Werder-Bremen - Von Arne Flügge · Wenn Marko Arnautovic an Mailand denkt, dann bekommt er Glücksgefühle. Aber nur wegen der Stadt, der Inter-Fans, des Giuseppe-Meazza-Stadions und seiner Freunde in der italienischen Metropole.

Sportlich dagegen war das vergangene Jahr für den 21-Jährigen ein Reinfall. Nur drei Einsätze unter Trainer Jose Mourinho in der Serie A. In der Königsklasse hat Arnautovic für die Mailänder gar nicht gespielt, und so fühlt er sich der Angreifer, der von Twente Enschede an Inter ausgeliehen war, auch nicht als Champions-League-Sieger, obwohl er im Finale von Madrid gegen die Bayern im Kader war. Als erster Österreicher übrigens seit Wolfgang Feiersinger 1997 mit Borussia Dortmund. Aber darauf bildet er sich nichts ein. „Ich habe ja nichts dazu beigetragen“, sagt der Offensivspieler von Werder Bremen.

Gestern Morgen ist Marko Arnautovic mit seinen neuen Kollegen aus der Hansestadt in den Flieger nach Mailand gestiegen. Am Abend tritt Werder im zweiten Spiel der Gruppe A in der Königsklasse beim Titelverteidiger und haushohen Favoriten an – und der Österreicher würde „gerne helfen“, Mailand, seinen Ex-Club, „zu schlagen“.

Die Chancen stehen nach dem Ausfall von Claudio Pizarro gut. Und Arnautovic ist heiß: „Ich hoffe, dass ich spiele. Ich möchte gegen Inter unbedingt dabei sein.“

Wenn der Bremer von seinem ehemaligen Club spricht, dann tut er dies mit Respekt, sieht aber auch eine Chance für Werder. Inter Mailand, so Arnautovic, habe zwar weiterhin eine sehr gute Mannschaft, die fast unverändert geblieben ist. „Dennoch ist das Team nicht mehr so eng zusammen wie noch im letzten Jahr“, hat Arnautovic ausgemacht. Das liege einerseits vielleicht am neuen Trainer Rafael Benitez, der anders arbeite als Mourinho, andererseits am System. „Sie spielen anders Fußball“, sagt Arnautovic, der das Geschehen in Mailand regelmäßig verfolgt.

Besonders wegen der Freundschaft zu seinen Ex-Kollegen Samuel Eto‘o und Wesley Sneijder. „Ich freue mich sehr, sie wiederzusehen“, erklärt der junge Mann, der zu Saisonbeginn für 6,5 Millionen Euro Ablöse von Twente Enschede an die Weser gekommen war. Vor allem mit dem Niederländer Sneijder steht Arnautovic regelmäßig in Kontakt. „Aufgrund der vielen Spiele haben wir beide natürlich momentan auch ein bisschen Stress, aber wenn es die Zeit erlaubt, telefonieren wir. Er ist einfach ein guter Junge, mit dem man über alles reden kann“, berichtet der Bremer: „Und er gibt mir wertvolle Tipps.“

Die nimmt Marko Arnautovic auch gerne an, wie er sagt: „Wesley ist ein erfahrener Spieler, einer der besten der Welt. Da ist es doch nur gut, wenn ich Unterstützung von so einem Top-Mann bekomme.“

Und was hat Sneijder dem Bremer zuletzt geraten? „Er hat mir gesagt, dass ich mich jetzt bei Werder behaupten und hier meinen Weg gehen muss. Ich muss Gas geben und dadurch mehr Einsatzzeiten bekommen. Und damit hat er Recht“, sagt Arnautovic.

Seine Freundschaft zu Wesley Sneijder geht nun aber nicht so weit, dass er seinem Kumpel heute Abend den Sieg gönnt. Im Gegenteil. „Ich fahre jetzt mit meinem neuen Club Werder nach Mailand, um dort auch etwas mitzunehmen. Inter hat am Wochenende gegen Rom verloren. Sie sind also verwundbar“, weiß der 21-Jährige – und kündigt an: „Wenn ich auf dem Platz stehe, gibt’s für mich kein Mitleid mit Inter. Ein Tor zu erzielen oder eines vorzubereiten und am Ende gewinnen – das wäre super.“

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