Disco-Keilerei: Werder-Profi beteuert Unschuld / „Entweder Hass oder Alkohol“

Arnautovic: „Ich bin von hinten geschlagen worden“

Nach dem unangenehmen Disco-Vorfall freut sich Marko Arnautovic umso mehr auf den Urlaub, der am Freitag startet: „Dann geht‘s erst einmal in meine Heimatstadt Wien.“ ·

Von Björn Knips - Mal wieder stand Marko Arnautovic im Mittelpunkt, mal wieder ging’s weniger um Fußball – doch irgendwie war gestern alles etwas anders.

„Jetzt ist es schon so, dass ich unschuldig in die Zeitung komme“, meinte der diesmal sehr auskunftsfreudige Profi des SV Werder Bremen nach dem Training und grinste schelmisch. Der Österreicher weiß nur zu gut um seinen doch arg ramponierten Ruf. Die Disco-Keilerei ist zwar keine schöne Geschichte, aber Arnautovic spielte dort am Samstag eben nur eine Nebenrolle. Die Polizei führt ihn als Zeugen (wir berichteten); er selbst sieht sich sogar als Opfer.

„Ich bin von hinten geschlagen worden“, berichtete Arnautovic von dem Vorfall in der Disco „La Viva“ in der Nähe des Bremer Hauptbahnhofs und deutete auf eine kleine Schramme unter seinem linken Auge: „Ich habe auch noch Schmerzen.“ Auf eine Anzeige hat er allerdings verzichtet, denn „ich will, dass Ruhe einkehrt“. Und das hofft er auch für seinen Bruder Danijel. Der hatte sich laut Polizei mit einem Gast geprügelt, woraufhin beide Beteiligten sich gegenseitig wegen Körperverletzung anzeigten. Als Zeuge würde er natürlich bereit stehen, erklärte Arnautovic und gab eine Kostprobe seiner möglichen Aussage: „Es war so gegen 2 Uhr, wir wollten gerade gehen. Mein Bruder war vor mir, da wurde er plötzlich rumgeschubst. Er wollte sich da rausdrängeln – und da habe ich was abbekommen. Ich habe diese Jungs noch nie gesehen, aber ich denke, da war eine Menge Alkohol im Spiel.“ Das gelte allerdings nicht für ihn und seinen Bruder: „Wir waren nicht alkoholisiert. Ich trinke sowieso nichts, weil Alkohol Mord ist und die Menschen verändert. Und mein Bruder trinkt nur wenig.“

Werder-Testspiel gegen FC Verden 04

Werder-Testspiel gegen FC Verden 04

Warum es zu dem Vorfall kam, weiß Arnautovic nicht. „Es gab vorher keine Beschimpfungen oder so“, erinnerte er sich: „Wahrscheinlich war’s Zufall, wie so etwas eben in einer Disco leider mal passieren kann.“ Doch je länger er darüber nachdenkt, desto mehr kommen auch andere Gedanken auf: „Entweder war’s der Alkohol oder doch Hass. Vielleicht störte es die Jungs, dass ich in dieser Saison so wenige Tore geschossen habe.“ Bislang habe er deshalb in Bremen noch keine Probleme gehabt, auch nicht zu fortgeschrittener Stunde im „La Viva“. „Da hat mich noch nie jemand angemacht“, beteuerte Arnautovic: „Die Leute in Bremen sind eigentlich alle okay.“

Wirklich alle? Vor einigen Wochen war Arnautovic’ Haus in Oberneuland beschmiert worden. „Ich denke, das waren Kinder“, meinte der Werder-Profi. Die Geschichte habe er längst abgehakt – und er sieht da auch keinerlei Verbindung zum Disco-Vorfall. Arnautovic fühlt sich in Bremen keineswegs unerwünscht.

Bliebe noch die Frage: Wäre es von Arnautovic nicht cleverer gewesen, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen und auf einen Disco-Besuch zu verzichten? Schließlich hatte ihm das „La Viva“ nicht gerade Glück gebracht. Sein Besuch zwei Tage vor dem Dortmund-Spiel bescherte ihm für diese Partie eine Verbannung auf die Tribüne. Doch Arnautovic verteidigte seine neuerliche Partynacht in der Disco, in der viele Werder-Profis regelmäßig feiern: „Ich bin von einem Freund zum Geburtstag eingeladen worden, und der hat nun einmal dort gefeiert. Soll ich da etwa nein sagen? Ich denke nicht.“

Spektakuläre Rutschen auf Kreuzfahrtschiffen

Spektakuläre Rutschen auf Kreuzfahrtschiffen

Kreta, Korfu, Kos: Welche griechische Insel passt zu mir?

Kreta, Korfu, Kos: Welche griechische Insel passt zu mir?

Eine Flusskreuzfahrt auf der Donau

Eine Flusskreuzfahrt auf der Donau

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Meistgelesene Artikel

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

China lockt Kruse mit Mega-Gehalt

China lockt Kruse mit Mega-Gehalt

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Kommentare