Bringt Hannover ihm diesmal Glück?

Arnautovic hofft auf die nächste Wende

Er sieht nicht danach aus, aber Marko Arnautovic hat durchaus diplomatische Fähigkeiten. ·

Bremen - Wenn seine Aussagen ironisch gemeint waren, dann hat sich der feine Unterton geschickt hinter dem Wiener Dialekt versteckt. Marko Arnautovic spricht sehr diplomatisch über seine Situation als Reservist, meidet dabei jede Silbe, die ihm als Aufmüpfigkeit ausgelegt werden könnte. „Der Trainer“, erklärt der Stürmer, „stellt immer die beste Elf auf. Der Trainer wird schon nichts falsch machen.“

Dass er aber wirklich meint, was er sagt, darf zumindest zaghaft in Zweifel gezogen werden. Denn Arnautovic war seit der Winterpause nur einmal Bestandteil jener besten Elf, für die sich Coach Thomas Schaaf entschieden hatte. Dreimal wurde der Österreicher gar nicht berücksichtigt, dreimal spielte er nur den Joker. Markus Rosenberg bekam jeweils den Vorzug, traf aber in der Rückrunde noch kein einziges Mal. Arnautovic dagegen schon doppelt.

Zum Kronprinzen hinter König Pizarro ist er deshalb aber nicht aufgestiegen. Ändert sich das auch am Sonntag gegen Hannover 96 nicht, wird Arnautovics anerzogene Sanftmut auf eine neue Probe gestellt. Bisher deutet er seinen Frust über die Lage der Dinge nur an. „Ich will immer spielen. Den Rest könnt ihr euch ja denken“, meint der 22-Jährige, der seinen Status als Ersatzspieler am vergangenen Dienstag erneut vor Augen geführt bekam. Gegen Eintracht Lüneburg agierten fast ausschließlich die zuletzt wenig beschäftigten Werder-Profis. Also auch Arnautovic.

Aber – und das attestierten ihm auch Thomas Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs – der Angreifer machte etwas draus, zeigte großen Einsatzwillen. „Die Spielfreude war da. Marko hat seine Situation nicht verschlechtert“, urteilte Allofs über den Auftritt des bulligen Stürmers. Ein Tor steuerte Arnautovic zum 7:1-Sieg bei, mindestens drei weitere hätten es sein können. Doch entweder fehlte die Präzision im Abschluss oder er wollte es besonders schön machen. Schaaf registrierte es, mäkelte aber nicht: „In diesem Fall kann ich da locker drüber weggucken, weil Marko sehr engagiert war.“

Pluspunkte also für Sonntag? Dann kommt Hannover 96 ins Weserstadion, und für Arnautovic könnte sich ein Kreis schließen. Im Hinspiel hatte er gegen die Niedersachsen nach einer rüden Attacke Rot gesehen, der mühsam erkämpfte Stammplatz war anschließend futsch. „Vielleicht“, hofft der österreichische Nationalspieler, „bringt Hannover ja wieder die Wende für mich.“ · csa

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