Kein Auftrag zur Clubsuche

Arnautovic bleibt auf Wiedervorlage

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Marko Arnautovic

Werder-Bremen - Marko Arnautovic hat es getan – er ist gewechselt. Allerdings nicht zu einem anderen Club, sondern zu einer Beratungsfirma (wir berichteten). Die namhafte Agentur Rogon von Roger Wittmann soll ihn nun vertreten – und verkaufen? „Nein“, sagt Arnautovic und versichert: „Ich habe Roger Wittmann nicht beauftragt, einen Club zu suchen. Ich stelle mich darauf ein, dieses Jahr bei Werder zu spielen.“

Eine Endgültigkeit bedeutet das aber noch lange nicht. Natürlich hält sich Arnautovic eine Hintertür offen. „Im Fußball kann immer irgendetwas passieren“, sagt der 24-Jährige. Und auch sein Club lässt die Zukunft seines schlagzeilenträchtigsten Mitarbeiters bewusst offen. Schließlich ist die Verbannung nach der nächtlichen Spritztour im Abstiegskampf am Ende der vergangenen Saison gerade erst aufgehoben worden. „Ich werde hier nichts in Stein meißeln, was ich in vier Wochen vielleicht anders sehe“, erklärt Sportchef Thomas Eichin.

Arnautovics Beraterwechsel, bislang hatten sich darum sein Bruder Danijel, der Bremer Firat Aktas sowie der Spielervermittler Giacomo Petralito gekümmert, ist für Eichin kein Indiz dafür, dass der Österreicher weg will. Er habe auch keine entsprechenden Signale erhalten. Weder von Wittmann noch von Arnautovic selbst. Ernst zu nehmende Angebote von anderen Clubs soll es ebenfalls nicht geben. „Momentan ist da nichts, worüber ich mir Gedanken machen muss“, behauptet Eichin, macht aber zugleich klar: „Wenn es Dinge gibt, die zu diskutieren sind, dann werde ich das tun, das ist meine Aufgabe.“

Denn Eichin muss aufs Geld schauen. Und da ist die Personalie Arnautovic in diesem Sommer eine ganz besondere. Der Vertrag des Angreifers läuft nach der Saison aus. Dann könnte er ablösefrei wechseln. Für Werder ein inakzeptables Szenario, schließlich hat der Bundesligist vor drei Jahren 6,5 Millionen Euro für das Talent von Inter Mailand bezahlt. Viel bekommen hat Werder dafür bislang nicht. Eine ordentliche Hinserie in der Vorsaison, viel mehr gab es nicht von Arnautovic. Deshalb würden Eichin und Co. bei einem guten Angebot von mindestens fünf Millionen Euro mehr als nachdenklich werden. Zumal der eigenwillige Arnautovic auch immer eine Gefahr für den in dieser Spielzeit so in den Blickpunkt gerückten Teamgeist ist.

Andererseits: Eichin weiß nur zu gut, dass Arnautovic auf dem Platz den Unterschied ausmachen kann. Wenn der neue Trainer Robin Dutt den Österreicher tatsächlich zu konstant guten Leistungen treibt, dann darf Arnautovic eigentlich nicht gehen.

„Ich bin nicht so geil auf Geld“

Deshalb spielt Eichin auch in Sachen Vertragsverlängerung auf Zeit. „Wir werden die Situation jeden Tag neu bewerten und dann auch schauen, was der Spieler will“, sagt der Sportchef und lobt Arnautovic: „Er soll sich hier voll einbringen – und das sieht momentan ganz gut aus.“

Auch der Spieler ist zufrieden: „Ich fühle mich gut, ich fühle mich wohl, Das Trainerteam ist sensationell. Ich hatte ein gutes Gespräch mit Robin Dutt. Es ist alles geklärt, es ist alles gut. Wir versuchen, Werder wieder nach oben zu schießen.“ Über eine Vertragsverlängerung habe er ebenso wenig nachgedacht wie über die Aussicht, in einem Jahr ablösefrei zu sein: „Ich bin nicht so geil auf Geld. Sonst wäre ich in Kiew.“ Die Ukrainer hatten ihn im Frühjahr mit einem angeblich sehr lukrativen Angebot gelockt – allerdings vergeblich.

Arnautovic ist immer noch Bremer, aber wie lange noch? Es ist aus mehreren Richtungen zu hören, dass er eigentlich gerne weg will. Also bleibt das Thema mindestens so lange auf Wiedervorlage – bis Ende August der Transfermarkt schließt. · kni

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