Argentinier überrascht mit seinem ersten Interview fast ohne spanische Hilfe

„Ihr müsst schreiben: Garcia spricht sehr gut Deutsch“

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Santiago Garcia hat Spaß, Deutsch zu sprechen – nur einmal musste er sich gestern im Gespräch mit Journalisten von einer Werder-Mitarbeiterin auf Spanisch helfen lassen.

Bremen - Ein, zwei Sätze auf Deutsch hatte Santiago Garcia gegenüber Journalisten schon mal zum Besten gegeben, doch dann ging es entweder ins Englische oder ein Dolmetscher half dem Argentinier. Bis gestern. Da feierte der Werder-Profi nach nur einem Jahr in Bremen seine deutsche Interview-Premiere – und forderte mit breitem Grinsen: „Ihr müsst schreiben: Garcia spricht sehr gut Deutsch.“

Der Zeitpunkt dafür hätte nicht besser gewählt werden können. Denn eigentlich standen ja ein paar kritische Fragen zum Benehmen des 26-Jährigen auf dem Programm. Schließlich hatte Garcia seinem Berliner Kontrahenten Hosogai beim Stand von 0:2 rotwürdig ins Gesicht gefasst, war aber mit Gelb davongekommen. In Unterzahl hätte Werder wohl nicht mehr ein 2:2 geschafft. So sah es auch Garcia, der mit seinen Sprachkünsten nicht wirklich vom Thema ablenken wollte: „Die Aktion war nicht gut. Für mich nicht, für die Mannschaft nicht. Nicht beim Stand von 0:2 und nicht im ersten Saisonspiel.“ Schon nach dem Spiel hatte er sich dafür deutliche Worte von Trainer Robin Dutt und Sportchef Thomas Eichin anhören müssen. Am Abend folgte eine Standpauke von Freundin Carla, die aber auch Verständnis für ihren „Santi“ hatte. „Nach einer Stunde“, wie Garcia lachend berichtete.

Auch Eichin konnte dem Linksverteidiger nicht wirklich böse sein. „Er ist immer mit dem Herzen dabei und puscht die Mannschaft. Er gräbt die ganze Welt für uns um“, sagte der Sportchef, forderte aber zugleich: „Er muss einfach schlau sein und den Mittelweg finden. Er soll den Gegnern nicht ins Gesicht fassen, und er soll die Schiedsrichter in Ruhe lassen.“

Zumal die ihn nun auch immer besser verstehen. Da ist Vorsicht geboten. „Ich werde nicht mehr mit zu viel Herz auftreten“, versprach Garcia. Das hat er vergangene Saison schon einmal, nachdem ihm sein Temperament in Augsburg eine Ampelkarte beschert hatte. Danach gab es Probleme. Garcia agierte zu zaghaft, war irgendwie seiner Stärke beraubt. Aber nur kurz. Er kämpfte sich – wie auch sonst – wieder zurück.

Bloß nie locker lassen, lautet sein Credo. Deshalb ruht er sich auf seinem ersten Interview in Deutsch auch nicht aus, es geht weiter zu Sprachlehrer Arne Kops – „zwei-, dreimal die Woche“.

kni

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