Fritz mahnt zur Fairness, Eichin hofft auf friedliche Fans / „Sicherheitsgipfel“ von Filbry und Jarchow

Appelle zur Ruhe vor „geilstem Spiel der Liga“

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Clemens Fritz weiß um die „besondere Konstellation“ in der Tabelle. ·

Bremen - Bremen will Flagge zeigen. Grün und weiß sollen das Stadtbild dominieren. Doch einige haben diese Aufforderung zum großflächigen Schmücken völlig falsch verstanden.

Aufkleber mit Parolen wie „Scheiß HSV“ und übleren Schmähungen auf grünem Grund „zieren“ seit Tagen Straßenzüge und Schilder rund ums Weserstadion, wo heute der Hamburger SV mit seinen Fans zum 100. Bundesliga-Nordderby antritt. Provokation pur, die es dem SV Werder und der Bremer Polizei nicht gerade einfacher macht, die Emotionen abzukühlen. Auch Werder-Sportchef Thomas Eichin appellierte noch einmal an die Besonnenheit der Anhänger und wünschte sich einen „friedlichen Rahmen: Die Vereine tun einiges dafür, und ich hoffe, auch beide Fan-Lager tun einiges dafür.“

Marcell Jansen freut sich auf die „geilste Paarung der Bundesliga“. ·

Wenige Stunden später folgte der Sicherheitsgipfel nahe Sittensen: Auf halber Höhe zwischen beiden Hansestädten trafen sich die Vorsitzenden der Geschäftsführung beider Clubs, Werders Klaus Filbry und Hamburgs Carl-Edgar Jarchow, in einem Lokal. Ihre gemeinsame Werbebotschaft: ein fairer Umgang miteinander – auf dem Platz und abseits davon. Ginge es allein nach Werders Kapitän Clemens Fritz, wäre das alles kein Problem: „Eine gesunde Aggressivität ist notwendig, aber wir dürfen es nicht übertreiben. Auf dem Platz darf es ruhig hart zur Sache gehen, aber mit fairen Mitteln“, fordert der wieder genesene Rechtsverteidiger. Andererseits rechnet er mit Blick auf den Abstiegskampf in beiden Lagern mit einem heißen Tanz: „Man kann diesmal schon von einer besonderen Konstellation reden.“

HSV-Trainer Mirko Slomka formuliert das so: „Die Brisanz hat weniger mit der Derby-, als mit der Tabellensituation zu tun. Der 16. spielt beim 14. – das ist brisant genug.“

Angesichts dieser brenzligen Ausgangslage hat die Bremer Polizei Verstärkung aus allen benachbarten Bundesländern geordert. Die genaue Anzahl nennen die Beamten vor solchen Hochrisikospielen generell nie, aber „wir haben einen sehr hohen Kräfteeinsatz“, schilderte eine Polizeisprecherin, die vom „für uns wohl schwierigsten Bundesliga-Spiel überhaupt“ sprach: „Wir wissen, dass sich viele aufrüsten, appellieren aber an alle, ein friedliches Drumherum zu gewährleisten.“

Dann stünde allein der Fußball im Vordergrund – und das Spiel bekäme jenes Prädikat, das es laut HSV-Verteidiger Marcell Jansen schon längst verdient hat: „Es ist die geilste Paarung in der Bundesliga!“ · ck

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