Angst setzt Kräfte frei: Nächste gefährliche Hürde auf dem Weg nach Europa

Vorsicht, Werder! Hannover hat „das Messer am Hals“

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Blick nach oben, doch für morgen gewarnt: Werder-Trainer Viktor Skripnik weiß um die Gefahr, die von angeschlagenen Gegnern ausgeht. Von seinen Profis fordert er mehr „Mut zum Erfolg“ und weniger „Angst vor dem Verlieren“.

Bremen - Und wieder ein unangenehmer Gegner von ganz unten! Zum vierten Mal in vier Wochen wartet auf Werder morgen einer dieser Abstiegskandidaten, „die das Messer schon am Hals haben“, mahnt Bremens Sportchef Thomas Eichin vor dem Auftritt bei Hannover 96. Auch Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic ist gewarnt: „Sie kämpfen um ihre Existenz!“ Wie sich das auf dem Platz darstellt, wissen er und seine Kollegen spätestens nach ihrem Last-Minute-K.o. in Stuttgart, dem knappen 1:0 über den HSV und dem glücklichen 2:2 in Paderborn. „Aber wir haben zur richtigen Zeit gemerkt, was für uns noch drin ist“, versichert Eichin. Die Europa League ist nämlich drin – und auf dem Weg dorthin darf der Bundesliga-Siebte nicht beim Vorletzten stolpern.

Eichin hat „ein gutes Gefühl, dass wir diese Griffigkeit und den Siegeswillen für die letzten drei Spiele haben. Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt erlebt, dass die Mannschaft immer den Willen hatte“, erinnert der Manager an den 1:0-Sieg vom Samstag. Allerdings, gibt Innenverteidiger Assani Lukimya zu bedenken, „war es für uns gegen Frankfurt ein leichteres Spiel als gegen den HSV“.

Mit Blick auf morgen klingt das nicht so optimistisch. Denn wie Hamburg steht Hannover „extrem unter Druck“, weiß Junuzovic, „und Angst setzt viele Kräfte frei – das kennen wir von uns selbst.“

Vor dem Hinspiel gegen Hannover im Dezember (3:3) stand Werder nämlich noch exakt dort, wo die „Roten“heute rangieren – auf Platz 17. Damals gab 96-Boss Martin Kind einen Europacup-Platz als Ziel aus, den nun die Bremer vor Augen haben, wie Chefcoach Viktor Skripnik zugibt: „Die Spieler gucken auf einen anderen Wettbewerb und genießen diese Zeit.“ Doch bei allem Genuss: Eines hätte Junuzovic gern aus dem Abstiegskampf mit herübergerettet – die Einstellung. „Wir müssen es schaffen, ebenfalls diese Mentalität aufzubauen, als ob es für uns um alles geht. Nur so wirst du da bestehen können“, fordert der Österreicher. Durch Hannovers Grusel-Serie von 15 Spielen ohne Sieg dürfe sich hingegen niemand blenden lassen. „Wenn wir uns darauf verlassen, haben wir schon verloren“, ahnt der 27-Jährige.

Außerdem muss die Mannschaft aus ihren vorherigen Auftritten gegen die vermeintlichen Underdogs lernen. Skripnik nennt Beispiele: „In Stuttgart haben wir drei Gegentore bekommen, von denen zumindest das dritte unnötig war. Da sind wir in Überzahl marschiert, hatten Ballverluste, und hinten stimmte die Ordnung nicht.“ In Paderborn war ihm sein Team wiederum zu ängstlich: Auch dort bestritt Werder die Schlussphase mit einem Mann mehr – ging aber nicht ins Risiko. „Mit gutem Selbstvertrauen gewinnst du dort vielleicht noch 3:2“, mutmaßt der Werder-Coach. Etwas mehr „Mut zum Erfolg“ und weniger „Angst vor dem Verlieren“ wünscht sich der 45-Jährige – wie zuletzt in der zweiten Hälfte gegen Frankfurt.

Und morgen? „Da treffen wir auf eine sehr gute Mannschaft – aber wir wissen nicht, wie sie tickt“, sagt Skripnik. Sehr wohl wisse allerdings jeder, „was passieren kann, wenn ein neuer Trainer kommt“, erinnert er mit Blick auf Kollege Michael Frontzeck, der vor gut zwei Wochen den erfolglosen Tayfun Korkut ablöste: „Jeder Spieler versucht, ihm etwas Besseres zu zeigen. Und wer dann bisher auf der Bank gesessen hat oder in der zweiten Reihe stand, ist plötzlich ein wichtiger Spieler.“

Ein neuer Trainer haucht einem Team neues Leben ein – wie Skripnik selbst seit Beginn des Bremer Aufschwungs. Werder ist also gewarnt.

ck

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