Enschedes Trainer Steve McClaren muss auf Kapitän Blaise Nkufo verzichten

Angst vor fehlenden Glauben

Gestern stellte Steve McClaren eine verkniffene Miene zur Schau. Wird Twentes Coach heute zum Strahlemann?

Bremen - Von Sven Marquart · Angestrengt lauschte Steve McClaren den Fragen der Journalisten. Emotionslos und ohne eine Miene zu verziehen, formulierte der Trainer von Twente Enschede seine Antworten. Doch plötzlich musste selbst der 48-jährige Engländer schmunzeln.

Mit welcher Ausrichtung er denn Gegner Werder Bremen im Europa-League-Rückspiel erwarten würde – „massive attack?“, fragte ein niederländischer Reporter. McClaren konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Eigentlich ist dem  Übungsleiter das Lachen seit seiner Zeit als englischer Nationaltrainer gründlich vergangen. Seitdem wird Steve McClaren im Mutterland des Fußballs ob seiner inkonsequenten Amtsführung als „McClown“ verspottet. Die 15-monatige Dienstzeit bei den „Three Lions“ endete bekanntlich im November 2007 mit der verpassten Qualifikation für die Europameisterschaft 2008.

McClarens Spaßfaktor stieg erst wieder mit Beginn seines Engagements bei den „Tukkers“ im Jahr 2008, wo er seinen Ruf wieder gründlich aufpolierte: Einen Punkt hinter Spitzenreiter PSV Eindhoven belegt Twente derzeit den zweiten Platz in der Eredivisie – und schickt sich nach dem 1:0 im Hinspiel an, das Achtelfinale der Europa League zu erreichen. „Das wäre für uns ein Bonus. Wir haben in den vergangenen 18 Monaten große Fortschritte gemacht – und das wäre eine gute Möglichkeit für das Team, weiter zu wachsen“, meint McClaren.

Doch dem steht mit Werder seiner Meinung nach „eine der besten Mannschaften Europas“ entgegen: „Und das wird ein ganz anderes Spiel als letzte Woche. Das Tempo wird viel höher sein“, glaubt der Engländer. Eine besondere Bedeutung käme den ersten 20 Minuten bei. „Wenn wir gut verteidigen, werden wir unsere Chance bekommen“, sagt McClaren. „Aber selbst, wenn wir ein oder zwei Gegentore bekommen, sind wir noch im Spiel.“

Verzichten muss Enschedes Coach auf Blaise Nkufo. Twentes Kapitän und Sturmtank hat sich am vergangenen Sonntag im Liga-Spiel gegen Willem II eine Zerrung im linken Oberschenkel zugezogen. Doch das lässt McClaren kalt: „Wir werden abwarten, wer spielt. Es gibt andere Optionen.“

Die wahrscheinlichste heißt Luuk de Jong. Der 19-jährige Nachwuchsstürmer gilt als kopfballstark und technisch beschlagen, ist aber eben auch jung und unerfahren. „Man darf nicht zu viel von ihm erwarten, aber er wird seinen Job machen, und ich weiß, dass er der Mannschaft helfen kann“, bekräftigt Steve McClaren. Er freut sich auf „eine weitere große Herausforderung“. Seine einzige Sorge: „Dass mein Team nicht genug an sich glaubt.“

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