Führung, Unterzahl, Rückstand – am Ende erkämpfen leidenschaftliche Bremer ein 2:2 gegen Gladbach

Angriffsschlacht ohne Sieger

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Nach zuletzt mehr als enttäuschenden Leistungen meldete sich der Tabellensiebte gestern mit einer Vorstellung voller Leidenschaft zurück.

Bremen - Was für ein Spiel, was für eine Verwandlung von Werder Bremen! Nach zuletzt mehr als enttäuschenden Leistungen meldete sich der Tabellensiebte gestern mit einer Vorstellung voller Leidenschaft zurück.

Zwar reichte es vor eigenem Publikum gegen Champions-League-Anwärter Borussia Mönchengladbach nur zu einem 2:2 (1:0), was im Kampf um die Europa-League-Plätze möglicherweise zu wenig sein könnte. Aber die Art und Weise, wie 63 Minuten in Unterzahl spielende Bremer agierten, nötigte Hochachtung ab.

Die Tore in einem bis zum Ende mitreißenden Spiel erzielten Markus Rosenberg (18.) und Naldo für Werder (74.) sowie zweimal Mike Hanke für die Borussia (52./67.). Sebastian Boenisch hatte nach einer Notbremse Rot gesehen (27.).

„Wie die Mannschaft das in Unterzahl gemacht hat, damit kann man sehr zufrieden sein“, lobte Werders Coach Thomas Schaaf das Herz und die Hingabe seiner Profis, die die Abwehr allerdings fast schon irrwitzig oft entblößt hatten.

Die Bilder vom Spiel

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 2:2

Schaaf überraschte gestern mit einer bislang einmaligen Aufstellung. Naldo kehrte nach auskuriertem Muskelfaserriss zwar in die Startelf zurück, aber nicht in die Viererkette. Der Brasilianer wurde ins defensive Mittelfeld beordert. Hinten rechts begann Sebastian Boenisch, Kapitän Clemens Fritz rückte auf die Halbposition im Mittelfeld vor.

Das machte in der Summe sechs Verteidiger. Von einer stabilen Abwehr konnte dennoch nicht die Rede sein. Der Borussia boten sich viele Freiräume, immer wieder beschworen Bälle durch die Schnittstellen Gefahr herauf. Marco Reus, dessen Einsatz wegen einer Oberschenkelprellung fraglich gewesen war, hatte die erste Großchance, verzog aber (7.). Weitere Top-Möglichkeiten folgten: Bei einem Kopfball von Roman Neustädter rettete Lukas Schmitz auf der Linie (10.), Patrick Herrmann verfehlte blank aus acht Metern (17.).

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Die Führung für den Tabellenvierten lag in der Luft – aber das Tor fiel auf der anderen Seite. Nach Pass von Claudio Pizarro patzte Gladbachs Kult-Verteidiger Dante, und Rosenberg überlupfte Marc-Andre ter Stegen (18.). Ein toller Abschluss des Schweden und ein großer Mutmacher für alle Bremer im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion.

Die Euphorie wurde nur wenig später drastisch gedämpft. Denn nach nur 27 Minuten war für Sebastian Boenisch der erste Startelf-Einsatz seit dem 28. August 2010 schon wieder beendet. Der Grund: Ein Foul, über dessen Charakter sich streiten ließ. Letzter Mann, Notbremse und damit Rot? Oder taktisches Foul und damit Gelb? Fakt war: Patrick Hermann ging von der Mittellinie auf und davon, gefolgt von Boenisch und Francois Affolter. Boenisch holte den Gladbacher ein, Affolter auch. Weshalb die Entscheidung von Schiedsrichter Marco Fritz (Korb), Rot für Boenischs kurze Berührung zu zücken, sehr hart war.

Aber Hut ab vor Werder: Die Bremer suchten auch in Unterzahl den Weg nach vorne, boten der Gefahr Gladbacher Konter mutig die Stirn. Bis zur Pause ging das gut, länger nicht. Erst traf Hanke mit einem tollen Schuss aus 18 Metern (52.), dann ließ er nach Reus-Vorlage das Gladbacher 2:1 folgen (67.). Zwischendrin hatte ter Stegen bei einem Schlenzer von Pizarro das Bremer 2:1 verhindert (55.).

Nach dem Rückstand riskierte Werder alles – und wurde belohnt: Naldo köpfte das 2:2 (74.), womit andere Teams wohl zufrieden gewesen wären. Werder nicht. Die Bremer brauchten drei Punkte für das Ziel Europa League und spielten auch so. Mehr Mut, mehr Herzblut geht nicht. Als sich das Spiel immer mehr zu einem spektakulär offenen Schlagabtausch hochschaukelte, hatte Pizarro nach Zuspiel von Rosenberg das 3:2 auf dem Fuß, wurde aber gerade noch geblockt (81.). Finaler Höhepunkt der Angriffsschlacht: Gladbachs Joker Alexander Ring knallte den Ball an die Latte (88.) – und Werder-Keeper Tim Wiese war noch dran. · csa/kni

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