Bremen rückt BVB und Bayer auf die Pelle, muss aber eine ungerechte Sperre für Frings verkraften

Angriff ohne Anführer

Bremer Freude nach dem frühen 1:0 durch Per Mertesacker (Mitte). Torsten Frings, Claudio Pizarro, Sebastian Prödl und Clemens Fritz (v.l.) bejubeln den Blitzstart.

Bremen - Von Carsten Sander · Eigentlich war es ein perfekter Spieltag für Werder Bremen. Der eigene 4:2-Sieg über den 1. FC Nürnberg, die Leverkusener 0:2-Pleite gegen Schalke 04, das 0:0 von Borussia Dortmund bei Hertha BSC, das 0:1 des Hamburger SV in Mönchengladbach – Werder-Herz, was willst du mehr?

Nach oben haben die Bremer Kontakt aufgenommen und sich nach unten Luft verschafft. Die Ergebnisse nähren die Hoffnung, im Saisonendspurt doch noch Platz drei und damit die Qualifikationsrunde für die Champions League zu erreichen. Doch gleichzeitig trübt eine sehr seltsame Rote Karte eben dieses Hochgefühl.

Es erwischte ausgerechnet Torsten Frings, den Kapitän und Vorkämpfer. Ohne ihn muss Werder am Samstag das Spiel bei Tabellennachbar Borussia Dortmund bestreiten. Eine Partie, die Per Mertesacker direkt nach dem Sieg über Nürnberg in den Rang eines Endspiels erhob. „Dann wird sich zeigen, wer noch eine Chance auf die Champions League hat“, sagte er.

Die Einzelkritik: Einmal die Eins

Werder vs. Nürnberg: Die Einzelkritik

Frings wird dieses „Finale“ verpassen. Und das nur, weil Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) in der 82. Minute eine Tätlichkeit gesehen haben wollte, die keine war. Im Zweikampf mit Nürnbergs Thomas Broich hatte sich Frings durchgesetzt, bei einer Körperdrehung erwischte er seinen Gegenspieler mit der linken Hand im Gesicht. Nichts Dramatisches. Doch Broich fiel, schrie, machte Theater. Schmidt zückte „Rot“ und versetzte alle Bremer in Erstaunen bis Entsetzen. Ein „absoluter Witz“ sei der Platzverweis gewesen, meinte Mertesacker. „Lächerlich“ nannte Tim Borowski die Entscheidung. „Das war nicht mal Freistoß“, ereiferte sich Geschäftsführer Klaus Allofs und glaubte an eine Fata Morgana im Weserstadion: „Das muss eine falsche Wahrnehmung des Schiedsrichters gewesen sein.“

Die Bilder zum Spiel

Werder - Nürnberg: Die Bilder zum Spiel

Definitiv war’s eine, das bewiesen die Fernsehbilder. Frings hofft nach dem „ersten glatten Rot meiner Karriere“ (im 365. Bundesligaspiel!) auf eine „milde Strafe“. An einen Freispruch glaubt er nicht. Doch den will Allofs irgendwie durchsetzen – gegen alle Erfahrungen und gegen den Schutz der Tatsachenentscheidung. Die ist vor Fußball-Gerichten ein unumstößliches Gut, weil es die FIFA sogar per Statut so verfügt. Allofs hält mit Argumenten dagegen: „Dass der Schiedsrichter mal einen Fehler macht, kann passieren. Aber dann muss es auch einen Freispruch geben. Wir müssen uns jetzt schlaumachen, ob es eine andere Möglichkeit als eine Sperre gibt.“ Dafür müsste Schmidt allerdings im Spielbericht oder per Aussage einräumen, dass er falsch gelegen hat. Öffentlich tat er nichts dergleichen. Schmidt schwieg, lehnte eine Stellungnahme ab. Wenig wahrscheinlich also, dass er seine Entscheidung revidieren wird.

Torsten Frings wird folglich um eine Sperre von mindestens einem Spiel nicht herumkommen. So ist das im Fußball. „Bitter“ findet er das – „für mich persönlich und für die Mannschaft richtig blöd.“ Denn bei Borussia Dortmund, seinem Ex-Verein, hätte der 33-Jährige am Samstag liebend gerne mitgeholfen, die Jagd auf Platz drei und das nur noch fünf Punkte entfernte Leverkusen fortzusetzen. „Es ist nicht zu verstehen, dass wir jetzt auf ihn verzichten müssen“, kritisierte auch Thomas Schaaf die Rote Karte.

Für den Werder-Coach gab es jedoch noch mehr zu meckern. Denn wieder einmal hatte sein Team zwei Gesichter gezeigt. Erst das gute, als die Bremer nach einem Kopfball-Doppelpack von Per Mertesacker (1./20.) und einem Treffer von Tim Borowski (36.) 3:0 führten. Dann das schlechte, als Nürnberg alle Freiheiten gelassen wurden, was der „Club“ mit Toren von Mike Frantz (47.) und Eric-Maxim Choupo-Moting (63.) bestrafte. Es wurde hektisch – mit dem erfundenen „Rot“ als Höhe- sowie dem Treffer von Clemens Fritz ins leere Nürnberger Tor (90.+2) als Schlusspunkt. „Ruhige und einfache Spiele“, seufzte Schaaf mit der nach vier Spielen in zehn Tagen angemessenen Gnade, „gibt’s bei uns eben nicht.“

Schärfer bewertete Klaus Allofs die Turbulenzen, in die Werder selbstverschuldet geraten war: „Alles, was in der zweiten Halbzeit passierte, war völlig unnötig. Daran müssen wir arbeiten, weil uns dieses Verhalten limitiert. Solange wir diese Fehler machen, reicht es nicht für ganz oben.“ Wobei „ganz oben“ für ihn in dieser Saison der dritte Platz ist.

Schreckliches Busunglück in Italien: Bilder

Schreckliches Busunglück in Italien: Bilder

So zeigte sich das Präsidentenpaar Donald und Melania Trump

So zeigte sich das Präsidentenpaar Donald und Melania Trump

Schwarzenegger in Kitzbühel: „Trinkt's viel Schnaps und Bier“

Schwarzenegger in Kitzbühel: „Trinkt's viel Schnaps und Bier“

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Meistgelesene Artikel

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Kleinheisler wechselt nach Budapest

Kleinheisler wechselt nach Budapest

Kommentare