Für ein "anderes Klima"

Nouri schickt Yatabare, Diagne und Maxi Eggestein zur U 23

+
Fallou Diagne wurde zurück zur U23 geschickt.

Bremen - Alexander Nouri zieht sein Ding knallhart durch. Der neue Cheftrainer hat drei Spieler aus seinem Trainingskader gestrichen und zur U 23 geschickt. Und es sind nicht irgendwelche No-Names, die es getroffen hat. Für Fallou Diagne und Sambou Yatabare hat Werder im Sommer bzw. im Winter Millionen-Ablösen bezahlt. Nun sind sie bei den Profis durchgefallen, sollen mindestens bis zur nächsten Länderspielpause ab dem 7. November mit dem Nachwuchs trainieren, aber ob sie in der Dritten Liga auch spielen werden, ist noch offen. Anders als bei Talent Maximilian Eggestein. Dessen Abstufung wird als neue Bewährungschance bezeichnet.

„Wir dürfen doch nicht vergessen, dass Maxi erst 19 Jahre alt ist“, betont Nouri: „Durch diese feste Zuordnung zu einer Mannschaft soll er besser seine Rolle finden, um den nächsten Schritt zu machen.“ Eggestein ist im Mittelfeld der U 23 also gesetzt. Für das ebenfalls aussortierte Duo Yatabare/Diagne gilt das nicht. „Wir haben noch nicht entschieden, ob sie dort auch spielen sollen“, sagt Sportchef Frank Baumann. Schließlich handelt es sich um Werders Talentschuppen, da ist eigentlich kein Platz für zwei 27-Jährige. Sie würden die Eigengewächse blockieren. Doch wie sollen sich Yatabare und Diagne dann für eine Rückholaktion empfehlen? Laut Nouri sei dies durchaus das Ziel der Aktion: „Sie sollen die Situation professionell angehen. Die Tür zu uns bleibt offen.“

Aber erstmal hat der Coach die Tür zugeknallt – und das laut und deutlich. Entscheidend seien die Trainingsleistungen gewesen. „Da waren andere besser“, sagt Nouri. Im Fall Diagne ist das schon ein vernichtendes Urteil, denn seine Konkurrenz ist alles andere als namhaft. Milos Veljkovic und Lukas Fröde haben ihm den Rang abgelaufen, sind nun als Innenverteidiger-Ersatz vorgesehen, falls die Stammkräfte Lamine Sane und Niklas Moisander mal fehlen sollten. 

Was für ein Absturz von Diagne, den Werder im Sommer für eine Ablöse von 1,5 Millionen Euro von Stade Rennes zurück in die Bundesliga geholt hatte. Der Ex-Freiburger sollte mit Sane, Moisander und Caldirola um die beiden Plätze im Abwehrzentrum kämpfen. Zwei Mal durfte er in der Bundesliga ran – in München (0:6) und Mönchengladbach (1:4), zwei Mal gab es dafür nicht nur von dieser Zeitung die Note sechs. „Das waren keine einfachen Spiele für ihn, manchmal brauchst du als Spieler auch ein bisschen Glück“, nimmt Baumann seinen Einkauf erst noch in Schutz, gesteht aber auch: „Natürlich gibt es da bei mir eine Enttäuschung.“ Aber als Fehleinkauf will er den Senegalesen nicht bezeichnen. Und es sei auch nicht geplant, Diagne im Winter abzugeben: „Es ist zu früh, darüber nachzudenken.“

Yatabares und Diagnes Weg in Werders U23

GER, 1.FBL, Werder Bremen, Sambou YatabarÈ / Yatabare (Bremen #5) Mixedzone
Sambou Yatabare wechselte in der Winterpause von Olympiakos Piräus zum SV Werder. Seit dem Transfer an die Weser kam der Malier bisher nur auf zwölf Pflichtspieleinsätze. © nordphoto
GER, Bundesliga, 22. Spieltag, FC Ingolstadt 04 vs SV Werder Bremen
Sein Debüt feierte der Mittelfeldakteur am 22. Spieltag der vergangenen Saison. Werder verlor auswärts mit 0:2 gegen FC Ingolstadt. © nordphoto
GER, 1.FBL. Werder Bremen vs VFL Wolfsburg
In den ersten Monaten war der 27-Jährige durchaus eine Option in Werders Mittelfeld. Gegen Wolfsburg schoss er sein erstes und bisher einziges Saisontor. © nordphoto
Mit seinem Treffer hatte Yatabare großen Anteil am so wichtigen 3:2-Erfolg gegen die Wölfe. Demzufolge war die Freude groß. © imago
GER, Bundesliga, 1. Spieltag, Saisoneroeffnung,FC Bayern Muenchen vs Werder Bremen
Der Malier baute jedoch nach und nach ab. Zum Anfang der neuen Spielzeit kam er zwar noch zum Einsatz, doch nach dem Trainerwechsel spielte Yatabare keine Rolle mehr. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Schließlich schickte Neu-Coach Alexander Nouri den Offensivmann in die U23. © nordphoto
GER, 1.FBL, Tag der Fans 2016 - SV Werder Bremen - Mannschaftsvorstellung
Gleiches gilt für Fallou Diagne, der in der Sommerpause von Stade Rennes zu Werder Bremen wechselte. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Der 27-Jährige sollte eigentlich einen Platz in der Abwehr besetzen, da mit Jannik Vestergaard, Papy Djilobodji und Alexander Galvez die komplette Innenverteidigung den Verein verlassen hatte. © nordphoto
AUT, TL Werder Bremen 2016 - Training Tag 04
Doch von einem Stammplatz bei den Profis ist der Senegalese derzeit weit entfernt. Nach den Transfers von Niklas Moisander und Lamine Sane war ohnehin zu erwarten, dass es für Diagne eng wird. © nordphoto
GER, Bundesliga, 1. Spieltag, Saisoneroeffnung,FC Bayern Muenchen vs Werder Bremen
Dennoch stand er am ersten Spieltag erstmals im Werder-Dress auf dem Platz. Und sein Debüt ging mächtig in die Hose. Bremen kassierte eine 0:6-Pleite in München, woran Diagne nicht ganz unschuldig war. © nordphoto
Seinen zweiten und bisher letzten Einsatz bekam der Abwehrmann am dritten Spieltag bei der 1:4-Auswärtspleite gegen Gladbach. © imago
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Nachdem Nouri das Kommande bei den Profis übernahm, schaffte es Diagne nicht mehr in den Kader und muss sich nun über Werders U23 anbieten. © nordphoto

Das gilt auch für Yatabare. Den hatte Baumanns Vorgänger Thomas Eichin kurzfristig im Januar als Ersatz für den verletzten Sechser Philipp Bargfrede verpflichtet. Keine ganz billige Lösung: 2,5 Millionen Euro zahlte Werder an Olympiakos Piräus. Die Griechen hatten Yatabare nach Belgien an Standard Lüttich ausgeliehen. Nur als Bargfrede-Ersatz spielte der Mann aus Mali nie, Skripnik sah ihn mehr als Alternative für den Flügel. Nouri denkt ähnlich und verweist nun auf die große Konkurrenz (Gnabry, Hajrovic, Bartels, Kainz): „Wir haben uns dort für die anderen entschieden.“

Kainz darf also bei den Profis bleiben – wie auch Petsos. Die beiden Sommer-Neuzugänge galten ebenfalls als Wackelkandidaten, spielten unter Nouri bislang keine Rolle. Genauso wie Johannes Eggestein, das große Talent bleibt dennoch oben. Gleiches gilt für Niklas Schmidt.

Für Yatabare und Diagne geht es dagegen runter. Die Frage ist nur wann. Denn beide haben sich vor Tagen krank abgemeldet, Yatabare mit einem grippalen Infekt, Diagne mit Rückenproblemen. Ende der Woche sollen sie wieder fit sein.

Nouri wird es nur am Rande interessieren. Der 37-Jährige freut sich auf die Arbeit mit seiner auf 22 Feldspieler verkleinerten Trainingsgruppe. Konzentrierter und intensiver soll es jetzt werden und zudem in der Kabine „ein anderes Klima“ entstehen. Dafür hat der noch junge Coach hart durchgegriffen.

kni

Das könnte Sie auch interessieren

EU will angeschlagener May helfen - aber nur mit Worten

EU will angeschlagener May helfen - aber nur mit Worten

Wer ist im Dschungelcamp dabei?

Wer ist im Dschungelcamp dabei?

Nordseeurlaub mit Gegenwind auf Hallig Hooge

Nordseeurlaub mit Gegenwind auf Hallig Hooge

Gaunerzinken: Mit diesen Geheimcodes verständigen sich Einbrecher

Gaunerzinken: Mit diesen Geheimcodes verständigen sich Einbrecher

Meistgelesene Artikel

Autos von Eggestein und Veljkovic aufgebrochen

Autos von Eggestein und Veljkovic aufgebrochen

Frings vor Comeback beim Bremervörder SC?

Frings vor Comeback beim Bremervörder SC?

Nuri Sahin wird immer mehr zum Trainer

Nuri Sahin wird immer mehr zum Trainer

Sahin ist verrückt nach Guardiola

Sahin ist verrückt nach Guardiola

Kommentare