Entfesselte Offensive, entblößte Defensive – der Werder-Wahnsinn ist wieder da

Mit den alten Stärken und Schwächen zurück ins Glück

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Freude vor der Fankulisse: Am Ende zählte gegen Freiburg das Ergebnis und am wichtigsten war zu sehen, dass die Bremer wieder Spaß an der Arbeit haben.

Bremen - Mit der Rückkehr des Werder-Wahnsinns zurück in die Liga-Spitze? Werder Bremen hat mit dem spektakulären 5:3 (2:1)-Erfolg über den SC Freiburg nicht nur an die guten Zeiten vor der Katastrophen-Saison 2010/11 erinnert, sondern auch alte Ansprüche neu belebt.

Mit bestem Hurra-Fußball waren die Bremer zum Stammgast in der Champions League geworden, mit bestem Hurra-Fußball meldete sich Werder jetzt zurück.

Sechs Punkte und Tabellenplatz fünf nach drei Spieltagen – damit liegen die Bremer voll auf Kurs. Wichtiger aber als alle Zahlen: Die Bremer haben wieder Spaß an der Arbeit. „Es ist schön, mal wieder so ein Spiel zu erleben“, lachte Marko Marin, schränkte aber ein: „Wenn man es auch gewinnt.“

Werder in der Einzelkritik

Die Einzelkritik: Vorne hui, hinten pfui

Das war gegen den SC Freiburg bis in die Nachspielzeit hinein nicht garantiert. Zu wackelig präsentierte sich die Defensive. Zu wackelig seien deshalb auch die Prognosen, dass Werder auf dem Weg zu alter Klasse sei. Sagte jedenfalls Per Mertesacker und verwies auf die drei Gegentreffer als negative Begleiterscheinung der entfesselten Spielweise: „Wir gehen nach vorne extrem hohes Risiko und werden dafür auch belohnt. Aber unser Defensiv-Verhalten ist einfach zu schlecht.“ Sein Fazit der nervenaufreibenden Partie fiel deshalb weit weniger euphorisch aus als der Jubel auf den Rängen: „Wir sind noch kein Top-Team, müssen uns erst wieder dahin entwickeln.“ Spekulationen über Tabellenplätze oder herausposaunte Saisonziele seien dabei noch hinderlicher als Löcher in der Abwehr. „Wir sollten nicht propagieren, wo wir stehen, sondern uns in Ruhe Stück für Stück verbessern“, riet der Kapitän.

Sieg gegen Freiburg

Werder besiegt Freiburg 5:3

Der SC Freiburg, gewiss kein großes Kaliber in der neuen Saison, hatte es in der Tat sehr leicht, dem Bremer Angriffswirbel mit eigenen Toren entgegenzutreten. Papiss Cisse drückte zweimal aus kürzester Distanz ein (7./48.), Stefan Reisinger einmal (84.). Macht in der Summe drei Szenen, in denen Werder eiskalt ausgespielt worden war. Gut nur, dass die eigene Torfabrik im Akkord arbeitete. Clemens Fritz (30.), Claudio Pizarro (34.), Marko Arnautovic (65.), Aaron Hunt per Foulelfmeter (86.) und Wesley (90.+3) sorgten für den Fünferpack und damit für den 700. Bundesliga-Sieg der Werder-Geschichte.

Fans in Feierlaune

Bremer Fans vor dem Spiel

„Ein tolles Ergebnis“, lobte Geschäftsführer Klaus Allofs, konnte aber auch nicht umhin, die Mängel anzuprangern. „Dass so ein Spiel auch kippen kann, darf man nicht zulassen. Wir müssen noch Korrekturen vornehmen, ganz klar. Die Moral war klasse, aber es gibt auch noch sehr viel Raum, um uns zu verbessern.“

Arnautovic Biltz-Tor

Arnautovic' Blitz-Jokertor

Ein Bremer Mannschaftsteil präsentierte sich allerdings in absolut bestechender Form: die Ersatzbank. Dort saßen zum Anpfiff die späteren Torschützen Arnautovic und Wesley sowie Mehmet Ekici, der den Elfmeter, der Werder entscheidend in Front brachte, herausholte. „Wir haben mittlerweile extrem gute Spieler. Das ist ein Plus, das sich langsam herauskristallisiert“, meinte Mertesacker. Als „belebend für das Geschäft“ bezeichnete Clemens Fritz die Situation, mehr als nur drei Mann in der Hinterhand zu haben – wie es in der vom Verletzungspech verseuchten Vorsaison oft der Fall war. Und Klaus Allofs stellte zufrieden fest: „Wenn man Arnautovic, Wesley und Ekici bringen kann, ist das schon eine Qualität. Die brauchen wir auch, um oben mitzuspielen.“ · csa

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