Werder steckt mehr Geld ins Weserstadion – und will mehr herausholen / Bezahlen bald bargeldlos

Allofs: „Wir wollen es besser“

An der Osttribüne des Bremer Weserstadions wird seit Monaten intensiv gearbeitet.

Malte Rehnert · Das war schon eine Hausnummer, die Klaus Allofs am Montagabend bei der Mitgliederversammlung von Werder Bremen aufrief. Der Umbau des Weserstadions wird 16 Millionen Euro teurer als angenommen (wir berichteten) – statt 60 nun 76 Millionen, das ist eine Steigerung von über 25 Prozent!

Verzockt hätten sich die Bremer bei der Planung allerdings nicht. „Das ist eine hohe Zahl“, gestand Werder-Boss Allofs, „aber wir haben in vielen Bereichen gesagt: Wir wollen es besser. Und wir haben uns dazu entschlossen, das Stadion so umzubauen, dass es konkurrenzfähig ist.“

Werder stand vor der Entscheidung: Die Budgetgrenze strikt einzuhalten – „oder auf die neuen Anforderungen zu reagieren und das Stadion noch zukunfstauglicher zu machen“ (Allofs). Die Bremer entschieden sich für zweiteres, sie wollen ihren Fans „einen besseren Service bieten. Das Weserstadion war schon immer ein Schmückstück, aber eines der etwas älteren Art. Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit stärken“, sagte Allofs.

Gedeckt werden die zusätzlichen Kosten – wie auch die ursprünglichen – von der Weserstadion GmbH, an der Werder als Gesellschafter zu 50 Prozent beteiligt ist. Die andere Hälfte gehört der Stadt Bremen, die den Umbau allerdings nicht finanziell unterstützt. Das heißt für die Werder Bremen GmbH & Co KG aA: Sie muss mehr investieren. Aber dies, versicherte Allofs, gehe nicht zu Lasten des operativen Geschäfts: „Wir nehmen kein Geld, das für Spieler vorgesehen ist. Wir wollen auch mit der Mannschaft konkurrenzfähig bleiben.“ Der Vorsitzende der Geschäftsführung hofft, „dass wir das, was wir jetzt zusätzlich investieren, in den nächsten Jahren wieder reinholen“ – vor allem durch den vergrößerten VIP- und Hospitality-Bereich. Mehr reinstecken, mehr rausholen – das ist Werders Devise.

Der Umbau des Weserstadions

Umbau des Weserstadions

„Wir sind überzeugt davon, dass diese Maßnahmen erforderlich sind“, meinte Allofs. Aber welche sind es genau, warum wird der Umbau so viel teurer? „Es gibt nicht einen Hauptkostenpunkt. Es sind verschiedene Dinge“, sagte Werders Mediendirektor Tino Polster. Seit der anfänglichen Veranschlagung von 60 Millionen Euro im März 2008 habe der Verein einige Entscheidungen getroffen, die teuer sind, die Attraktivität im Weserstadion aber steigern sollen. Die Gründe für die Zusatzkosten:

Technik

„Wir wollen die technische Infrastruktur verbessern“, betonte Allofs. Hierzu gehört vor allem eine elektronische Zugangskontrolle und bargeldloses Bezahlen. Zum Beispiel beim kommenden Gegner FC Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr) wird seit Jahren nur noch über Plastikkarten abgerechnet, die vorher aufgeladen werden müssen. Ein solches Modell gibt’s bald auch im Weserstadion. Polster dazu: „Ich hoffe, ab der nächsten Saison.“

Ostkurve

Dieser Bereich wird fast komplett neu gebaut. Vor allem auf der so genannten „Ebene 1“ tat beziehungsweise tut sich einiges. Neue Kabinen für Spieler und Trainer, ein Medizinzentrum, ein neuer Pressebereich, ein neues Indoor-Trainingszentrum – dazu, wie im kompletten Stadion, eine neue IT-Ausstattung. „Wir hatten die einmalige Chance, die Infrastruktur im Innenleben zu verändern“, erklärte Polster.

Exklusivität

Die VIP-Plätze in der Westkurve, wo der Umbau weitestgehend abgeschlossen ist, sind alle ausgebucht. Ein Anlass für Werder, nun auch im „Osten“ mehr Exklusivität zu schaffen. „Bei vielen Vereinen ist das schon Standard“, weiß Allofs, der nach Abschluss dieser Arbeiten deutlich höhere Erträge aus diesem Bereich erwartet.

Verzögerungen

„Wir mussten den Umbau teilweise unterbrechen; im letzten Winter – oder, um das Stadion zwischendurch spielfähig zu machen“, erläuterte Allofs. Etwa beim Heimspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Sampdoria Genua, als Werder Provisorien erstellte. Und beim Umbau der Westkurve im vergangenen Winter konnten die Bauarbeiter wegen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zehn Wochen lang kein Beton gießen.

Insgesamt ist der Umbau laut Polster aber „voll im Plan“. Spätestens Ende der Saison sollen alle Arbeiten beendet sein. Zum Start der Rückrunde sei die Osttribüne überdacht und die Nutzung der dortigen Sitzplätze möglich. „Wir sind noch mittendrin“, urteilte Allofs, „aber ich bin mir sicher: Es wird toll werden.“

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