„Wir müssen ihn über diese Phase bringen“

Allofs will Borowski helfen

Glücklich sieht anders aus: Tim Borowski kommt einfach nicht in Fahrt.

Werder-Bremen - BREMEN (kni) · Er war ausgezogen, um in München das ganz große Ding zu landen. Aber nach nur einem Jahr kehrte Tim Borowski im vergangenen Sommer schon wieder nach Bremen zurück.

Beim FC Bayern war der Mittelfeldspieler gescheitert, auch wenn er gerne das Gegenteil behauptet. Egal, bei Werder sollte alles anders, besser und Borowski wieder ein Leistungsträger werden. Doch der Plan ging schief. Der Ex-Nationalspieler liefert bislang eine enttäuschende Saison ab. Aber warum nur? Mit 29 Jahren ist Borowski eigentlich im besten Fußballer-Alter, um ein Führungsspieler zu sein. Und die notwendige Klasse hat er in seiner ersten Bremer Zeit oft genug nachgewiesen.

„Natürlich haben wir von Tim mehr erwartet“, gesteht Klaus Allofs. Aber der Werder-Boss ist weit davon entfernt, den Rückkehrer bereits als Fehleinkauf abzustempeln. Das würde freilich auch ein schlechtes Licht auf die eigene Arbeit werfen, schließlich hat er Borowski nach langem Hin und Her mit den Bayern verpflichtet. Der Sportchef versucht lieber, den schwächelnden Mittelfeldspieler wieder flott zu machen – mit Zuckerbrot und nicht mit der Peitsche.

„Man merkt Tim doch an, dass er nicht mit sich im Reinen ist. Er hat auch viel mehr von sich erwartet“, berichtet Allofs. Schon häufiger habe er sich mit Borowski unterhalten und dabei auch festgestellt: „Dieses Jahr in München hat stärkere Spuren hinterlassen, als man dachte.“

Bei den Bayern war Borowski fast nur Reservist und landete dadurch auf der Kann-weg-Liste. In Bremen wollte er es dann allen zeigen, „und verkrampfte“, sagt Allofs: „Tim setzt sich zu sehr unter Druck.“

Dabei geht’s ihm aktuell gar nicht so schlecht. Der Kreis der Konkurrenten im Mittelfeld ist nach den Verletzungen von Philipp Bargfrede und Daniel Jensen mehr als überschaubar. Trainer Thomas Schaaf brachte ihn trotz einer schwachen Leistung in Frankfurt auch gegen die Bayern wieder von Beginn an. Ohne Erfolg, Borowski war gegen seinen Ex-Club ein Statist. Nach nur 18 Ballkontakten und lediglich einem gewonnenen Zweikampf war für ihn nach 58 Minuten Schluss, Schaaf brachte Markus Rosenberg.

„Über diese Phase müssen wir ihn jetzt hinwegbringen“, sagt Allofs. Wunderdinge erwartet er nicht, sondern wünscht sich „eine Politik der kleinen Schritte“. Allerdings drängt die Zeit. Werder braucht keine Statisten, sondern Protagonisten, um aus der Krise zu kommen. Allofs traut Borowski diese Rolle zu und räumt mit einem Vorurteil auf: „Tims Körpersprache ist sicher nicht immer die glücklichste und bietet immer wieder eine Angriffsfläche für Kritiker. Aber ich weiß, dass er die Erwartungen unbedingt erfüllen will.“

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