Wolfsburg-Manager freut sich heute auf seine Rückkehr ins Weserstadion

Allofs: „Werder ist gerettet“

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Klaus Allofs kommt gut gelaunt nach Bremen und hat auch keine Angst vor den Reaktionen der Werder-Fans: „Mir bedeutet es nichts, ob ich gefeiert oder ausgepfiffen werde.“ ·

Wolfsburg - Es ist anderthalb Jahre her, als Klaus Allofs den SV Werder Hals über Kopf verließ und das Angebot des VfL Wolfsburg annahm. „Das ist eine lange Zeit im Fußball“, findet der 57-jährige Manager. In Wolfsburg darf er sich inzwischen wieder mit dem internationalen Fußball beschäftigen. Werder kämpft dagegen gegen den Abstieg.

Doch Allofs hat seinen Ex-Club, für den er über 13 Jahre lang gearbeitet und als Krönung 2004 das Double geholt hat, nicht abgeschrieben. Vor dem Bundesliga-Duell heute Abend im Weserstadion macht er Werder im Interview Mut, dass es irgendwann wieder nach oben geht.

Herr Allofs, Wolfsburg hat vier Mal in Folge nicht gewonnen – was ist los mit dem VfL?

Klaus Allofs:Man könnte auch sagen, wir haben zwei Mal nicht verloren. Aber natürlich sind wir mit den letzten vier Spielen nicht so zufrieden – vor allem nicht mit dem in Hoffenheim. Dieses 2:6 war schon schmerzhaft.

Gegen die Bayern gab es danach auch sechs Stück.

Allofs:Dabei haben wir das am Anfang noch sehr gut gemacht. Aber das sind halt die Bayern. Danach hatten wir das schwierige Derby gegen Braunschweig. Das ist ja von der Brisanz her nicht einmal mit Werder gegen HSV zu vergleichen. Unglaublich. Gegen Augsburg haben wir uns am Samstag zwar mehr erwartet, aber so viel haben wir gar nicht falsch gemacht – und deshalb ist das Unentschieden nicht ganz so schlimm.

Es wird aber schon von einer Krise des VfL geschrieben.

Allofs:Wir sind nicht in der Krise. Wir sind auf unserem Weg, der Rückschläge beinhaltet. Und ob wir unsere Ziele erreichen werden, hängt davon ab, wie wir mit diesen Rückschlägen umgehen. Am besten man macht das mit der nötigen Ruhe, Sachlichkeit und mit Realismus. Die öffentliche Wahrnehmung, wir seien schon eine Mannschaft, die in Richtung Champions League marschieren muss, ist falsch. Vor einem Jahr haben wir ebenso wie Werder noch gegen den Abstieg gespielt – und jetzt sollen wir Bayern-Jäger sein? Das passt doch nicht.

Ist es nicht eine Auszeichnung, wenn der VfL mit der Champions League in Verbindung gebracht wird?

Allofs:Wenn es ernst gemeint ist, dann schon. Aber meist wird das doch nur gemacht, um uns unter Druck zu setzen. Wer gedacht hat, dass wir nach der Verpflichtung von Kevin De Bruyne nur noch Zauberfußball spielen, der liegt falsch. In Bremen weiß man doch, dass Kevin ein Riesentalent ist, aber eben noch ein Talent, das gerade eine schwierige Zeit in Chelsea hinter sich hat. Außerdem haben wir gleichzeitig Diego verloren. Wir wollten das so, weil wir mittelfristig denken. Unsere Planungen sind nicht auf heute oder morgen ausgerichtet, sondern auf übermorgen.

Spätestens dann muss es aber schon die Champions League sein, oder?

Allofs:Wenn wir weiter in diesen Größenordnungen investieren, dann haben wir eine realistische Chance, dieses Ziel zu erreichen. Wir wollen aber auch einen guten Mix mit jungen Spielern hinbekommen. Gegen Augsburg haben Maximilian Arnold und Ricardo Rodriguez gespielt, dazu kam erstmals auch Junior Malanda, der ist gerade mal 19 Jahre alt. Auch da sind wir auf einem guten Weg.

Der nächste Weg führt Sie nach Bremen. Mit welchem Gefühl blicken Sie auf die Partie bei Ihrem Ex-Club?

Allofs:Natürlich ist es ein besonderes Spiel für mich. Ich schaue mir immer noch regelmäßig Werder-Spiele an. Und ich bin mir ganz sicher: Werder ist da unten raus, Werder ist gerettet. Und das freut mich.

Werder will aber von Rettung nichts hören.

Allofs:Das kann ich auch verstehen, sie müssen so reagieren. Man darf sich nie zu sicher fühlen. Aber Werder wird immer mal wieder seine Punkte holen. Ich sage das nicht nur so daher, ich ziehe diese Einschätzung aus der Stärke der Mannschaft. Da ist Qualität. In Freiburg war es sicherlich nicht so gut, aber davor war es ordentlich. Und warum soll es nicht wieder so werden?

Weil der nächste Gegner Wolfsburg heißt.

Allofs:Beide Mannschaften strotzen momentan nicht vor Selbstbewusstsein. Trotzdem hoffe ich, dass wir mutig sein werden. Auswärts hat es bis zum Hoffenheim-Spiel eigentlich sehr gut geklappt. Wir werden unser Spiel machen, also mit möglichst viel Ballbesitz. Von Werder erwarte ich ein Kampfspiel. Ich freue mich schon, denn Dienstagabend, Flutlicht, Weserstadion – das hat was.

Kommen da Erinnerungen an gute alte Champions-League-Zeiten mit Werder hoch?

Allofs:(lacht) Ein bisschen schon.

Kommt Werder da wieder hin?

Allofs:Es ist doch nicht das erste Mal, dass Werder in seiner Historie so eine Phase ohne internationales Geschäft erlebt hat. Da ist man wieder rausgekommen – und das ist auch diesmal möglich.

Mit welchem Empfang rechnen Sie heute im Weserstadion?

Allofs:Darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Mir bedeutet es nichts, ob ich gefeiert oder ausgepfiffen werde. Ich freue mich einfach auf ein gutes Spiel. · kni

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