„Entweder ist der Wechsel bis Mittwoch klar oder Mesut läuft gegen Genua auf“ / Özil schweigt

Allofs setzt Real unter Druck

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Wechselt er oder nicht? Heute dürfte die Entscheidung fallen, ob Mittelfeldspieler Mesut Özil in Zukunft für Real Madrid auflaufen wird.

Bremen - Von Arne Flüggeund Björn Knips · Der Millionenpoker zwischen Werder Bremen und Real Madrid um Mesut Özil geht vermutlich heute in die letzte und entscheidende Runde. Bis gestern Nachmittag lag laut Werder-Boss Klaus Allofs noch kein neues Angebot des spanischen Rekordmeisters vor.

Die erste Offerte der Madrilenen in Höhe von neun Millionen Euro hatte der 53-Jährige als lächerlich bezeichnet und abgeschmettert.

Heute nun dürfte es zum Showdown kommen. Denn die Zeit drängt – für Real. Sollte Özil morgen Abend im Qualifikationsspiel zur Champions League gegen Sampdoria Genua für Werder spielen, darf er im laufenden Kalenderjahr nicht mehr für Real in der Königsklasse auflaufen. Und so setzte Allofs den Spaniern gestern die Pistole auf die Brust: „Die Fakten sind klar: Wer Mesut für die Champions League haben will, der muss sich bis Mittwoch oder besser noch früher entscheiden“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung: „Es ist jetzt an Real, die richtige Reaktion zu zeigen.“

Und die kann demnach nur lauten: Madrid muss ein deutlich verbessertes Angebot machen, sonst spielt Özil gegen Genua. Allofs: „Entweder ist der Wechsel bis Mittwoch klar oder Mesut läuft auf.“ Viel Spielraum dürfte es dabei nicht geben. Das, so Allofs, habe er Özil und seinem Berater Reza Fazeli bereits mitgeteilt. „Fazeli und Özil wissen, welche Vorstellungen wir haben. Und wenn die nicht erfüllt werden, dann bleibt Mesut bei uns.“ Dem Vernehmen nach soll Werder 18 Millionen Euro Ablöse verlangen. In Madrid soll Özil einen Fünfjahresvertrag erhalten, der ihm fünf Millionen Euro per anno einbringt.

Die spanische Tageszeitung „AS“ hatte gestern berichtet, Özil habe Werder bereits gebeten, morgen gegen Genua nicht auflaufen zu müssen. „Quatsch“, entfuhr es Allofs daraufhin, „da sieht man mal, was das jetzt schon für seltsame Blüten treibt.“ Auch Vermutungen, Özil könnte eine Verletzung vortäuschen, um sich in der Königsklasse nicht festzuspielen, sollte der Wechsel bis Mittwoch nicht perfekt sein, ärgerten Allofs maßlos: „Wir können viele Scherze machen. Aber das ist beleidigend gegenüber dem Spieler und uns.“

Auch auf Real ist Allofs nicht unbedingt gut zu sprechen. Nachdem der Club das erste Angebot publik gemacht und den Bremer Sportchef damit auf die Palme gebracht hatte, ließen die

▪ Nach Training

▪ übel bepöbelt

Spanier nun offenbar erneut via Medien verlauten, ihr Angebot auf 14 Millionen Euro erhöhen zu wollen. „Das würde ja gut zur Vorgehensweise von Real passen“, meinte Allofs süffisant. Allerdings sind die Verhandlungen keineswegs eingefroren. „Es gibt Kontakt zu Real“, bestätigte Allofs – und erwartet jetzt eine neue Offerte. „Ich gehe davon aus, dass da noch etwas kommt“, meinte der Werder-Chef: „Wenn es soweit ist, werden wir uns damit beschäftigen.“

Özil selbst wollte sich gestern nicht äußern. „Ich habe dazu alles gesagt“, erklärte der 21-Jährige und verwies auf seine Aussagen vom Samstag. Nach dem DFB-Pokalspiel in Ahlen hatte der Mittelfeldspieler seine Wechselabsichten erstmals öffentlich gemacht.

Was wiederum bei einigen Fans nicht gut anzukommen scheint. Gestern jedenfalls wurde Özil von einem aufgebrachten Anhänger übelst bepöbelt. „Ey, Özil, für sechs Millionen kannst du bei mir putzen“, giftete der Mann den Bremer Profi nach dem Training an, nachdem er ihn schon vorher („Du bist ja immer noch da . . .“) angemacht hatte. Özil reagierte entsprechend auf die Bepöbelung. „Was hast du gesagt?“, fauchte der 21-Jährige zurück. Und das mit einem so ernsten Blick, dass er „Fan“ schlucken musste.

Schon während des Pokalspiels in Ahlen hatte ein Fan Özil beleidigt, woraufhin der Nationalspieler den Zeigefinger auf den Mund legte. „Das war ein Einzelner. Ansonsten hatte ich bisher keine Probleme“, hatte Özil am Samstag gesagt. Gestern nun kam der nächste hinzu.

Keine Frage: Der Millionenpoker um Özil schlägt in Bremen derzeit hohe Wellen. Kann er auch die Konzentration der Bremer auf das Millionenspiel morgen gegen Sampdoria Genua negativ beeinflussen? Allofs hat zumindest eine leichte Befürchtung: „Ich mache mir schon Sorgen, ob wir genügend Ruhe für die Vorbereitung auf das wichtige Spiel am Mittwoch haben.“

Die Spieler geben sich da cooler. „Wir wissen alle, was auf dem Spiel steht. Ob da jetzt noch irgendeiner wechselt oder nicht, ist zweitrangig. Wir wollen in die Champions League. Das ist wichtig“, sagte Mittelfeldspieler Aaron Hunt.

Allerdings geht der seit Wochen dauernde Transferpoker einigen Profis auch auf die Nerven. Torwart Tim Wiese zum Beispiel: „Wir wollen wissen, was da jetzt abgeht. Da muss endlich Klarheit rein.“ Heute könnte es so weit sein. Und dass Mesut Özil gestern im Training fast eine Stunde lang in der B-Elf spielte, ist zumindest ein Indiz dafür, dass Trainer Thomas Schaaf für Genua schon mal zweigleisig plant.

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