„Ich wollte auch mal Aufsichtsrat sein . . .“

Allofs hat schon einen neuen Job

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Regelmäßiger Trainingsgast: Auch gestern schaute Klaus Allofs (r.) bei Thomas Schaaf und dem Team vorbei.

Bremen - Achtung, Werder! Geschäftsführer Klaus Allofs, dessen Vertrag im nächsten Sommer ausläuft, hat schon einen neuen Job. Der 54-Jährige wurde am Wochenende in den Beirat von Baden Racing, dem Betreiber der Galopp-Rennbahn Iffezheim/Baden-Baden, berufen.

„Ich wollte auch mal Aufsichtsrat sein . . .“, merkte Allofs gestern mit einem Schmunzeln an. Denn mit seinem Aufsichtsrat bei Werder Bremen, speziell dessen Vorsitzenden Willi Lemke, hatte er in der Saisonvorbereitung in Finanzfragen ziemlich über Kreuz gelegen.

Trotzdem ist Allofs weit davon entfernt, die Fronten zu wechseln. Für Baden Racing sei er nur beratend tätig. Denn der Ex-Profi will im operativen Geschäft und beim Fußball bleiben. „Was meine Tätigkeit betrifft, ist keine Müdigkeit da. Ich habe eine tolle Aufgabe, in der man viel beeinflussen kann“, sagte Allofs. Ob seine Zukunft jedoch in Bremen liege, ließ der Sportchef offen: „Ich will erst wissen, was der Aufsichtsrat vorhat.“

Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Die Finanzhüter hatten Allofs schon vor Monaten um ein Vertragsgespräch gebeten, waren aber abgeblitzt. Der Vorsitzende der dreiköpfigen Geschäftsführung wollte sich erst voll auf die Saisonvorbereitung und den Aufbau einer neuen Mannschaft konzentrieren. Nach Ende der Transferperiode gab Allofs nun grünes Licht für Gespräche. Darin wird‘s auch um die Zukunft von Thomas Schaaf gehen. Der Vertrag des Trainers läuft nach der Saison ebenfalls aus. Der normale Weg, bestätigte Allofs, wäre erst eine Vertragsverlängerung des Clubs mit ihm, dann würde er als Geschäftsführer einen neuen Kontrakt mit dem Coach aushandeln. „Wenn es so gewünscht ist“, meinte Allofs. Denkbar sei nämlich auch, dass der Aufsichtsrat ihn anweisen würde, zuerst eine Vertragsverlängerung mit Schaaf zu erreichen, ehe die eigene Zukunft geklärt werde. Allerdings: Für das ohnehin schon angespannte Verhältnis zwischen Lemke und Allofs wäre diese Vorgehensweise eine weitere Belastung, der Sportchef dürfte sich entmachtet fühlen.

Dabei steht Allofs gerade so gut da wie seit Monaten nicht mehr. In der Bundesliga mischt die neue Mannschaft mit drei Siegen aus vier Spielen oben mit, und finanziell hat der Club durch den Elf-Millionen-Transfer von Per Mertesacker zum FC Arsenal die Kurve gekriegt. „Natürlich ist die Stimmung gerade besser“, meinte Allofs. Doch von Momentaufnahmen hält er bei solch weitreichenden (Vertrags-)Entscheidungen nichts: „Das wäre schlimm. Man muss das Ganze sehen, eine Perspektive erkennen.“ Die gelte es in den Gesprächen mit dem Aufsichtsrat zu erörtern, gerne auch kontrovers, wie Allofs betonte: „Emotionen gehören dazu. Diskussionen sind wichtige Voraussetzungen.“ Bis auf ein „paar Randnotizen“ habe er an dem Disput im Juli auch nichts auszusetzen: „Die Form und der Zeitpunkt hätten anders sein können. Werder hat sich da nicht positiv dargestellt. Aber das hat auch dafür gesorgt, dass wir in aller Munde waren – und so schlecht ist das auch nicht.“ · kni

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