Testspiel-Flop mit B-Elf in Rostock

0:3 – und Allofs reicht es jetzt

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Eine der wenigen Chancen für Bremen nach einem Standard vor dem Rostocker Tor - ohne Erfolg.

Werder - Thomas Schaaf schien gestern Abend mächtig angefressen, als er in den Katakomben der Rostocker DKB-Arena das 0:3 (0:2)-Desaster beim Zweitliga-Vorletzten Hansa Rostock analysierte.

Doch das Mienenspiel des Werder-Trainers täuschte, wie Sportchef Klaus Allofs klarstellte: „Er ist nicht angefressen – er ist stinksauer! Und wenn es noch eine Steigerung geben sollte, dann bei mir: Wir hören jeden Tag von den Ansprüchen der Spieler – was sie spielen wollen, oder wo sie spielen wollen. So werden wir das nicht weiter hinnehmen, sondern die Messlatte in Zukunft höher hängen!“

Schaaf sprach da deutlich gefasster, indem er auf die derzeit elf Verletzten verwies und dass deshalb „einige auf dem Platz standen, die schon lange raus waren. Aber man sieht, dass da eine erhebliche Lücke ist.“

Mehr einfachere, „klare Szenen“ hätte sich der Coach gewünscht, „anstatt lange mit der Kugel zu rennen und so in Situationen zu kommen, in denen der Gegner uns stellen kann“.

Das Rennen mit der Kugel hielt sich allerdings auch im Rahmen. Werders statische erste Halbzeit bestraften die beiden Hansa-Spitzen Marek Mintal und Lucas Albrecht mit dem 2:0-Pausenstand. Zunächst hatte Mintal das 1:0 durch Matthias Holst verhindert, weil er bei dessen Versuch im Weg stand – den Nachschuss brachte Mintal aber im langen Eck unter (27.). Und Albrecht nutzte seine Freiheit 15 Meter vor dem Tor mit einem Drehschuss zum 2:0 (44.).

Die Bilder vom Spiel

Testspiel-Flop mit B-Elf in Rostock

Eine hochverdiente Führung, weil die Bremer vor 4 700 Zuschauern viel zu wenig zeigten. Fehlpässe – darunter einige von Wesley – unterbanden den Spielaufbau, an Stürmer Sandro Wagner lief das Geschehen komplett vorbei – und so kam Werders erster Warnschuss aufs Tor erst nach 26 Minuten durch Wesley zustande.

Auf der anderen Seite köpfte Robert Müller knapp vorbei (24.). Zudem musste Werder-Keeper Christian Vander noch einen Schuss von Tino Semmer wegfausten (26.). Sein Gegenüber Jörg Hahnel hingegen verlebte einen ruhigen Abend.

Schaaf hatte genug gesehen und brachte zum Wiederanpfiff vier neue Leute. Einer davon, Lukas Schmitz, setzte einen Flachschuss nach feinem Solo knapp vorbei (52.). Der etatmäßige Linksverteidiger hatte Florian Trinks im Mittelfeld abgelöst. Er sowie Tom Trybull (für Wesley auf der Sechser-Position) fielen im Vergleich zu ihren Vorgängern durch mehr Balleroberungen auf, aber insgesamt fehlte weiter der Zug zum Tor. Stattdessen hatten Rostocks Björn Ziegenbein (50./Vander parierte) und Marcel Schied (68./vorbei) sogar das 3:0 auf dem Fuß.

Fünf Minuten vor Schluss fiel das dritte Tor dann doch noch: Timo Perthel tankte sich rechts durch, flankte zu Schied – und der schob flach unten links ein. „Das Tor war ganz nach meinem Geschmack“, freute sich Hansas neuer Trainer Wolfgang Wolf: „Ein, zwei Ballkontakte, schnell über außen – so haben wir das im Training geübt.“

Aha, Werder war für den FC Hansa also nur ein Trainingspartner? Nein – Wolf relativierte und gab sich bei seiner Heim-Premiere als höflicher Gastgeber: „Wir wollen den Sieg nicht überbewerten, weil Werder nicht mit seiner stärksten Elf gespielt hat.“

Allofs tröstete dies kaum. Über diesen Abend, forderte Werders Manager, „müssen wir ernsthaft reden. Das ist besorgniserregend.“ · ck

Werder: Vander - Boenisch, Sokratis (46. Prödl), Silvestre, Hartherz - Trinks (46. Schmitz), Ekici (59. Rosenberg), Wesley (46. Trybull), Kroos (46. Ignjovski) - Thy, Wagner (46. Füllkrug).

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